Nachdem Hans Weingartner 2004 den elf Jahre andauernden Bann brechen konnte, wird auch in diesem Jahr eine deutsche Produktion im Wettbewerb von Cannes zu sehen sein.

Quentin Tarantino kommt mit "Death Proof" nach Cannes Bild: Senator

Fatih Akin

Im Wettbewerb muss sich Akin unter anderem mit Wong Kar Wai messen, dessen erste englischsprachige Produktion „My Blueberry Nights“ das Festival am 16. Mai eröffnen wird. Joel und Ethan Coen treten mit „No Country for Old Men“ an, einem harten Thriller nach Cormac McCarthy mit Tommy Lee Jones und Javier Bardem. David Finchers in den USA schon am 2. März veröffentlichter Thriller „Zodiac - Die Spur des Killers “ wird im Wettbewerb laufen sowie Quentin TarantinosDeath Proof„, der als Double Feature mit Rodriguez‘Planet Terror“ derzeit unter dem Banner „Grindhouse“ in den US-Kinos zu sehen ist.

"My Blueberry Nights" mit Norah Jones und Natalie Portman eröffnet das Festival Bild: Quelle

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„Death Proof“ wird in Cannes jedoch in einer längeren Version als Director’s Cut zu sehen sein, der dann ab 26. Juli auch im deutschen Kino laufen wird - laut Tarantino die Version, die sein Drehbuch besser reflektiere. Mit Wong Kar Wai und Quentin Tarantino hat Festivalleiter Thierry Frémaux also zwei der vergangenen Jury-Präsidenten mit neuen Filmen in den Wettbewerb eingeladen.

Nicht nur Jurypräsidenten, auch ehemalige Palmen-Gewinner sind gerne gesehene Gäste in Cannes. So kehrt etwa Gus van Sant, der 2003 für „Elephant“ ausgezeichnet wurde, in den Wettbewerb mit „Paranoid Park“ zurück, einer Geschichte um einen jungen Skater in Portland nach dem gleichnamigen Roman von Blake Nelson. Die Kamera führt Wong Kar Wais renommierter Bildzauberer Christopher Doyle.

Osteuropa übernimmt die Führung

Fatih Akin präsentiert seinen Film "Auf der anderen Seite" Bild: Nadja Klier

In diesem Jahr wird der Brite Stephen Frears das letzte Wort bei der Palmenvergabe haben. Dem Vorwurf, einheimische Filme zu bevorzugen, wird sich Jurypräsident Frears nicht aussetzen müssen. Denn der einzige britische Beitrag ist Michael WinterbottomsA Mighty Heart“ mit Angelina Jolie, der außer Konkurrenz läuft.

Frankreich ist nicht so stark wie sonst im Wettbewerb vertreten, in diesem Jahr mit Catherine Breillat und Christophe Honoré. Auch der asiatische Film ist nicht so präsent wie in manchen Vorjahren, auch wenn sich Fans von Kim Ki-duk etwa über „Breath“ freuen werden. Stattdessen stehen neben den Amerikanern besonders Osteuropäer im Rampenlicht. Neben Aleksandr Sokurow reist aus Russland Andrej Swjaginzew an: Man darf gespannt sein auf dessen zweiten Spielfilm, nach Swjaginzews überraschendem Sieg in Venedig mit seinem beeindruckenden Erstling „The Return - Die Rückkehr“ im Jahr 2003.

"Ocean's Thirteen" läuft außer Konkurrenz Bild: Quelle

Ein Film verbindet

Eine ungarisch-französisch-deutsche Koproduktion ist „The Man from London“ von Béla Tarr. Auch Österreichs Enfant Terrible Ulrich Seidl wurde in den Wettbewerb eingeladen mit seinem neuen Film „Import/Export„.

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Als Abschlussfilm außer Konkurrenz wurde „L’Age des ténèbres“ vom Kanadier Denys Arcand auserkoren. Ebenfalls außer Konkurrenz laufen zudem Michael Moores Abrechnung mit dem US-Gesundheitssystem „Sicko“ und Steven Soderberghs neuer Gaunerstreich „Ocean’s Thirteen „. Als Midnight-Screening laufen neben der U2-Konzertdoku von Catherine Owens und Mark Pellington auch Abel FerrarasGo Go Tales“ und „Boarding Gate“ von Olivier Assayas.

"Am Ende kommen Touristen" von Robert Thalheim läuft in der offiziellen Nebenreihe Un Certain Regard Bild: X Verleih

Cannes-Veteranen und Novizen

In der offiziellen Nebenreihe Un Certain Regard wurde Robert Thalheim mit „Am Ende kommen Touristen“ eingeladen. Der Film wurde von Hans-Christian Schmid und seiner 23/5 Filmproduktion produziert. Er handelt von einem jungen Mann, der in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz seinen Zivildienst leistet.

Ebenfalls in der Sektion vertreten sind neue Filme von Harmony Korine, Barbet Schroeder und Valeria Bruni-Tedeschi. Volker Schlöndorff zeigt im Rahmen des 60-Jahre-Cannes-Sonderprogramms die deutsch-französisch-kasachische Koproduktion „Ulzhan„. Auch die Cannes-Veteranen Claude Lelouch und Ermanno Olmi sowie Jane Birkin präsentieren hier neue Filme. Ein deutscher Kurzfilm wurde ebenfalls in den Wettbewerb der Cinéfondation eingeladen: Nicolas Wackerbarth zeigt „Halbe Stunden“, eine Koproduktion der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin mit Jost Hering Filme.

Auch der diesjährige französische Festivaljahrgang verspricht also große Filmkunst aus aller Herren Länder, dazu große Hollywoodstars und kleine Kinojuwelen in den Screenings der Nebenreihen. Was sich bei den pompösen Galas im Palais de Festival tut und welche Geheimtipps die Kritiker in den Kinos entlang der schönsten Filmmeile der Welt an der Strandpromenade von Cannes sehen - das alles erfahren sie wie gewohnt demnächst auf KINO.DE.

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