Barbara Valentin

Barbara Valentin

Leben & Werk

Üppige großbusige Blondine, “Skandalnudel” und einer der ersten Sexstars des deutschen Nachkriegskinos, zeigte Barbara Valentin (1940-2002) unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder und im Neuen Deutschen Film, dass sie wesentlich mehr Substanz und Tiefe als ihr Image des Busenstars hatte, denn ihr gelang, ohne den Sex-Appeal abzulegen, eine selbstparodistische Darstellung des flirtenden Überweibs. Etwa in Walter Bockmayers “Flammende Herzen” (1978), wo sie an der Seite von Peter Kern und dessen Kuh als desillusionierte bayerische Stripperin im Dirndl durch New York wandert.

Für RWF trat sie 1974 in “Angst essen Seele auf” als resolute Kneipenbesitzerin im Leopardenfellkleid auf, die der Putzfrau Emmi (Brigitte Mira) den jüngeren marokkanischen Mann kurzzeitig abspenstig macht. RWF überredete Valentin zu der Zeit zu einigen Nacktfotos in der Zeitschrift “Neue Revue”, die den Weg ebneten für entsprechende Fotos von Schauspielerinnen in Valentins Alter. In den Filmen jener Jahre (“Bomber und Paganini”) ist Valentin verletzte Seele, Prostituierte und sinnliche Barfrau.

Barbara Valentin wurde 1940 in Wien als Uschi Ledersteger, Tochter eines Architekten und der Schauspielerin Inge Alberti, geboren. Sie schloss eine Lehre als Kosmetikerin ab und wurde 1958 von Produzent Wolf C. Hartwig entdeckt, der die spektakuläre Blondine im schwarzen oder weißen Korsett, Bikini, Negligé und mit Strapsen in Erotikkrimis wie “Die Nackte und der Satan“, “Das Mädchen mit den schmalen Hüften” und “Carmen Baby” ausstellte. Valentin spielte in rund zehn Filmen dieser Art. Die teils von Hartwig um sie organisierten Skandale der späten Adenauer-Zeit festigten ihren Ruf als Anatomiewunder.

Barbara Valentin war dreimal verheiratet, in zweiter Ehe mit Helmut Dietl, in dritter mit Sänger Freddie Mercury von Queen. 2002 fiel sie in ihrem Stammlokal vom Stuhl, wurde in der Klinik falsch behandelt und starb in ihrem Haus an einer Gehirnblutung.

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