Barbara Sukowa

Schauspielerin
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Leben & Werk

Ihre Rollen sind mutige schauspielerische Balanceakte zwischen verhaltenem Zorn, aufbegehrender Rebellion, stolzer Würde und überlegener moralischer Stärke. Die Kraft, die Barbara Sukowa vermittelt, rührt oft aus einer gesunden Skepsis, die mit unbeugsamem Willen einhergeht. Selbst als Frau unter Einfluss, häufig zwischen zwei Männern oder im Strudel der Gefühle, arbeitet sie daran, den Verhältnissen zu entkommen oder sie wenigstens zu verändern. Nicht umsonst ist sie im Frauenuniversum der Regisseurin Margarethe von Trotta der Treibriemen für Revolution (als historische „Rosa Luxemburg“), politischen Untergrund (die Terroristin Marianne in „Die bleierne Zeit„) und emotionale Achterbahnen (die Ärztin Martha in „Die Rückkehr“).

Zur gefeierten Schauspielerin wurde Barbara Sukowa mit zwei Rollen in Filmen von Rainer Werner Fassbinder. In der nach Alfred Döblins Roman entstandenen 13-teiligen Fernsehserie „Berlin Alexanderplatz“ ist sie als bleiche „Mieze“ die Geliebte von Franz Biberkopf (Günter Lamprecht) und wird von dessen Freund Reinhold (Gottfried John) ermordet, schwebt wie in Trance über der Gutmütigkeit des einen und der Grausamkeit des anderen. Zum Triumph wird ihre Luxus-Prostituierte Lola im gleichnamigen Film, eine Frau, die pragmatisch die Verhältnisse der Aufbauzeit der Adenauer-Jahre durchschaut und in der Kleinstadt mit ihrem Körper die Beute einfängt: den honorigen Baudezernenten (Armin Mueller-Stahl). Wenn sie im Bordell „Am Tag, als der Regen kam“ singt, Wut und Verzweiflung in einen trotzigen Striptease verwandelt, erlebt das deutsche Kino eine Sternstunde. Der Deutsche Darstellerpreis für „Berlin Alexanderplatz“ und der Bundesfilmpreis für „Lola“ und „Die bleierne Zeit“ waren der verdiente Lohn.

„Die bleierne Zeit“ (Goldener Löwe Venedig 1981) brachte ihr zudem den Goldenen Phoenix als beste Darstellerin in Venedig ein. Da ist sie die im Untergrund arbeitende Aktivistin, Revolutionärin und Terroristin, die in der Isolationshaft zu Grunde geht, aber vorher das politische Bewusstsein ihrer Journalisten-Schwester (Jutta Lampe) schärft. Ihr Porträt der „Rosa Luxemburg“ (Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold für Barbara Sukowa 1986) zeigt eine so sensible wie kompromisslose Journalistin, Rednerin und Friedenskämpferin und brachte ihr den Darstellerpreis des Filmfestivals Cannes 1986.

1950 in Bremen geboren, stand Sukowa nach dem Besuch des Max-Reinhardt-Seminars in Berlin auf den Bühnen von Bremen, Darmstadt, Hamburg, Frankfurt am Main und Salzburg und debütierte nach TV-Auftritten 1980 in Karoly Makks Thriller „Die Jäger„. Nach den Erfolgen der 1980er Jahre war Sukowa außer auf dem Theater selten zu sehen, hatte in amerikanischen Produktionen wie „Der Sizilianer“ als italienische Gräfin einen schönen Nacktauftritt, war Mutter mit gefährdeter Tochter im Horrorfilm „Haus der verlorenen Seelen“ und hartherzige Chefin in „Office Killer„. Für die Rolle der Mutter, die in „Im Namen der Unschuld“ den Mord an der Tochter aufklärt, erhielt sie 1998 den Bayerischen Filmpreis. Auf dem Münchner Filmfest 2003 wurde sie für den Heimatfilm „Hierankl“ gefeiert: Mutter einer rebellischen 17-jährigen Tochter, aggressiv zum Ehemann und Geliebte des jungen Hausmeisters, zeigt Barbara Sukowa jene widersprüchlichen Gefühle, die die Qualität der sich im Film rar machenden Schauspielerin ausmachen.

2005 erhält sie von John Turturro eine kleinere Rolle in seiner Filmkomödie „Romance & Cigarettes„, um dann ein Jahr später die Lena Brückner in „Die Entdeckung der Currywurst“ zu spielen. In Ulla Wagners Verfilmung des Romans von Uwe Timm verheimlicht sie ihrem jungen Geliebten, dem sie während des Kriegs ein Versteck bot, das Kriegsende, um ihn nicht zu verlieren. Das World Film Festival in Montréal zeichnete sie als beste Darstellerin aus. Margarethe von Trotta besetzte sie auch in den Titelrollen als Hildegard von Bingen und Hannah Arendt, die ihr jeweils weitere hochkarätige Auszeichnungen bescherten.

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