Axel Prahl

Schauspieler • Sprecher • Synchronsprecher
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Leben & Werk

Regisseur Andreas Dresen, mit dem Axel Prahl mehrere Kinospielfime drehte, bescheinigt seinem Lieblingsdarsteller „Grundwärme, Bodenständigkeit und ein inneres Leuchten“. Das befähigt Prahl zu Leistungen von außergewöhnlicher Wahrhaftigkeit, ob als Polizist (viele Variationen), Pommesbudenbesitzer, Geschäftsmann oder TV-Kommissar. Prahls Männer der Tat bringen Entscheidungskraft, Willensstärke und Energieschübe unter größter Belastung zu Stande und brechen, wenn sie in Krisen des Zweifels geraten, nicht zusammen. Prahl ist gewieft, hat Bauernschläue und gibt in Augenblicken tiefster Verzweiflung doch nicht alles preis. Ein Mann weniger Worte, Meister des lakonischen Understatement und ein Held wie aus den Filmen von Aki Kaurismäki.

Prahl wurde 1960 in Eutin geboren, lernte Schauspiel und spielte auf Bühnen in Berlin und Kiel. Mit der Nebenrolle des Wachtmeisters, der sich in der improvisierten Szene auf der Wache in „Nachtgestalten“ um ein Pennerpaar kümmert, spielte er sich in Dresens Herz, der ihn in „Die Polizistin“ zum Polizist mit Familienanhang, in „Halbe Treppe“ zum gehörnten Ehemann und Verlassenen und in „Willenbrock“ zum cleveren Gebrauchtwagenhändler machte. Prahls Bergmann in „Das Wunder von Lengede“ (TV), sein Staubsaugervertreter in „Befreite Zone“ und sein rachsüchtiger Reviervorsteher in „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ (TV) gehören zu den großen Leistungen in der Darstellung kleiner Leute und von Spießern mit Widerhaken.

Weil seine Rolle als Unteroffizier in Roman Polanskis „Der Pianist“ in den Credits versehentlich unterschlagen wurde, entschuldigte sich Polanski persönlich bei einer Preisverleihung bei ihm.

Prahl wurde 2002 für „Halbe Treppe“ mit dem Bayerischen Filmpreis, als Bester Darsteller des Festivals von Cinessone und in Chicago mit dem Silver Hugo (Ensemblepreis) ausgezeichnet. Er erhielt zwei Adolf-Grimme-Preise (für „Die Polizistin“ und „Die Hoffnung stirbt zuletzt“).

Seit 2002 ist er in der „Tatort“-Reihe als wortkarger Hauptkommissar Frank Thiel bei der Mordkommission der Kripo in Münster tätig, der ständig mit seinem eitlen Kollegen, gespielt von Jan Josef Liefers, aneinandergerät.

Für den 2007 erschienenen Kinofilm „Du bist nicht allein“ stand der musikalisch begabte Schauspieler nicht nur vor der Kamera, sondern er steuerte auch eine Singer-Songwriter-Neuinterpretation des gleichnamigen Roy-Black-Schlagers bei. Prahl, der seit seinem achten Lebensjahr Gitarre spielt, hat zusammen mit Andreas Dresen eine Band ohne Namen, für die er Lieder schreibt.

2013 läuft das Historiendrama „An Enemy To Die For“ über eine Schiffreise in die Polarregionkurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in den Kinos. Im gleichen Jahr wird auch die Kafka-Verfilmung „Der Bau“ mit Prahl in der Hauptrolle gedreht.

Prahl ist Vater von vier Kindern und lebt in Berlin.

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