Berlinale Special - Ehrenbär für Arthur Penn

Kino.de Redaktion |

Arthur Penn Poster

Die Verleihung des Ehrenbären an die Regielegende Arthur Penn im Kino International war wohl eigentlich etwas feierlicher gedacht. Nach einer Einführung des Kinobesitzers Ingo Taubhorn stürmte Berlinale-Leiter Dieter Kosslick auf die Bühne und versteckte erst mal den Ehrenbären, der bis dahin für alle sichtbar auf dem Tisch gestanden hatte. „Warum steht der denn hier, den soll man doch gar nicht sehen?“ Irgendwie war er wohl etwas verwirrt, denn nach einer kurzen Einführungsrede bat er gleich den zukünftigen Preisträger auf die Bühne und drückte ihm etwas formlos seinen Goldbären in die Hand.War da nicht noch was? Penn bedankte sich artig, auch bei den vielen tollen Schauspielern mit denen er arbeiten durfte. Das waren unter anderem Marlon Brando in „The Chase“, Faye Dunaway und Warren Beatty in „Bonnie und Clyde“ mit dem ihm der internationale Durchbruch gelang. Er bedankte sich noch einmal, dass er auf der Berlinale dabei sein konnte und hob seinen Bären triumphierend in die Luft. Leider bekam der rüstige Regisseur den schweren Bären nicht mehr hoch in die Luft. Und dann war da doch noch was.Die Laudatio hatte Kosslick vergessen und bat den Jurypräsidenten Paul Schrader auf die Bühne, der die Lobrede nun, etwas ungewöhnlich, nach der Preisübergabe hielt. Darüber war Schrader auch etwas ungehalten und meinte, dass das ja wohl etwas anders gedacht war. Trotzdem ehrte er Arthur Penn als einen Regisseur, der für seine Generation Filmemacher viel bedeutet habe. Penns Stil, der sehr vom europäischen Film der 60er Jahre inspiriert gewesen sei, habe ihm neue Perspektiven eröffnet und sei ein Beispiel für gutes, intelligentes amerikanisches Kino. Die Finanziers der damaligen Zeit verschwendeten viele Gedanken daran, wie sie die Leute vom Fernseher weg wieder ins Kino bewegen könnten und intelligente Unterhaltung schien ihnen nicht der Weg. Ihrer Meinung nach wollte das Publikum nur unterhalten werden und nicht selbst denken. Penn sei einer der wenigen gewesen, die diese These widerlegt habe. Er schloss seine Rede mit einem Fremdlob: Der große japanische Filmemacher Akira Kurosawa soll über Arthur Penn gesagt haben. „Kein Regisseur wusste je so gut, wo man eine Kamera platziert.“Zum Abschlussbild kommt wieder Festivalleiter Kosslick dazu, dem sein Irrtum jetzt langsam aufgefallen war: „I mixed it up, but it was fun!“ Klar Dieter, mit dir macht’s immer Spaß!

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