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Leben & Werk

Deutscher Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, Maler und Regisseur. In der DDR gehörte er zu den populärsten Schauspielern in Film, Fernsehen und auf der Bühne, nach der Ausbürgerung prägte er die westdeutschen Filme der 80er-Jahre und ist seit dem Wagnis, ohne Englischkenntnisse in amerikanischen Filmen zu spielen, im Hollywood-Film erfolgreich. Armin Müller-Stahl, Schauspieler der unaufdringlichen Präsenz und der entrückten Innerlichkeit, lässt von seinen knapp 130 Filmen „nur acht bis zehn wirklich außergewöhnliche Filme“ bestehen. Zu seinen bleibenden Leistungen gehören die Antifaschisten in den Defa-Filmen von Frank Beyer, Arbeiten mit Rainer Werner Fassbinder, der Schriftsteller Thomas Mann im Mehrteiler „Die Manns - Ein Jahrhundertroman“ und der Kaufmann und Konsul Jean Buddenbrook in „Die Buddenbrooks“ (2008). Müller-Stahl wirkte in prägenden Rollen als russischer Mafiaboss in David CronenbergsTödliche Versprechen„, als Bankier in Tom Tykwers Thriller „The International“ und als Kardinal in der Verfilmung von Dan Browns Thriller „Illuminati“ mit.

Armin Müller-Stahl wurde 1930 in Tilsit, Ostpreußen, als Sohn eines Bankbeamten geboren, in dessen Familie man gemeinsam musizierte und malte. Der Vater wurde am letzten Kriegstag umgebracht. Müller-Stahl studierte Musik (Geige) und legte 1949 sein Musiklehrerexamen ab. Wegen mangelnder Begabung vom Schauspielunterricht entbunden, erhielt er dennoch 1952 ein Engagement am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin und wechselte 1954 an die Volksbühne. Im Kino anfangs in Komödien („Heimliche Ehen“) besetzt, schaffte er als Franzose und Spanienkämpfer in Frank Beyers „Fünf Patronenhülsen“ (1960) an der Seite von Manfred Krug und Erwin Geschonnek den Durchbruch. Müller-Stahl spielte in sechs Filmen von Beyer (unter anderem als Lagerinsasse in Buchenwald in „Nackt unter Wölfen“ und Ghetto-Bewohner in „Jakob, der Lügner“) und sorgte in der Rolle des „James Bond des Ostens“ in „Das unsichtbare Visier“ (TV 1973-76) für einen „Straßenfeger“.

Als er 1976 gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann protestierte und Angebote ausblieben, siedelte Müller-Stahl in den Westen über, wo er auf Anhieb in Fassbinders Wirtschaftswundersatire „Lola“ und „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ ein Name wurde. Parallel zu deutschen TV-Arbeiten („Hautnah“) und Kinofilmen (polnischer Bauer in „Bittere Ernte“), spielte Müller-Stahl in europäischen Filmen unter der Regie von Patrice Chéreau, Andrzej Wajda und Istvan Szabó („Oberst Redl“). 1988 nahm er ein Angebot des von ihm verehrten Regisseurs Costa-Gavras („Z“) für die Rolle eines in die USA eingewanderten ungarischen Großvaters und Kriegsverbrechers in „Music Box“ an, war ostdeutscher Taxifahrer in „Night on Earth„, Vater des Pianisten in „Shine“ und Arzt im Ghetto im Remake von „Jakob, der Lügner“. Müller-Stahl wurde als Darsteller der Inbegriff von Großvätern, Patriarchen und mächtigen Männern im Hintergrund. In seiner einzigen Regiearbeit, „Gespräch mit dem Biest“ (1997), verkörpert er Adolf Hitler.

Armin Müller-Stahl malt in Drehpausen und in seiner Freizeit und stellt seit 2001 Gemälde und Zeichnungen aus. Bei Preisverleihungen greift der passionierte Violinist gern zur Geige. Die DDR-Jahre verarbeitete er in „Verordneter Sonntag“, die Dreharbeiten zu „Music Box“ und „Avalon“ in „Drehtage“. Er schrieb Erzählungen und Romane.

Zu Müller-Stahls Auszeichnungen gehören der Fernsehkünstler des Jahres 1975, Bundesfilmpreis („Lola“), Oscar-Nominierung („Shine“), Berlinale-Kamera, Adolf-Grimme-Preis („Die Manns“), Bambi, Deutscher Filmpreis für das Lebenswerk, Carl-Zuckmayer-Medaille und 2008 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

In zweiter Ehe mit Dermatologin Gabriele Scholz verheiratet, mit der er Sohn Christian hat, lebt Müller-Stahl in Pacific Palisades, an der Ostsee und in Berlin.

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