Angela Winkler

Schauspielerin
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Leben & Werk

Seit sie 1975 schlagartig in Volker Schlöndorffs Heinrich-Böll-Verfilmung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ bekannt wurde, trug Angela Winkler den Zwiespalt der starken und leidenden Frau in ihre Rollen. Sie ist stolz, unabhängig, eigensinnig und gleichzeitig rechthaberisch, stur und im schlimmsten Fall („Ediths Tagebuch„) die „Scherzensmadonna des Neuen Deutschen Films“. Dabei hat sie in ihren besten Filmen im Wortsinn souveräne Frauen gespielt, so 1979 als Mutter von Oskar Matzerath in Schlöndorffs Günter-Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel„, wo sie jeden Donnerstag in Danzig zu ihrem polnischen Geliebten geht. Berühmt wurde nicht nur die Liebesszene des Films, sondern auch die, in der Winkler sich über Aale und Fische hermacht.

Winkler wurde 1944 in Templin in der Uckermark geboren, nahm nach dem Besuch der medizinischen Schule in Stuttgart Schauspielunterricht, sammelte in einem Studententheater in Erlangen Erfahrungen und trat auf den Bühnen von Kassel und Castrop-Rauxel auf, bevor sie sechs Jahre lang zum Ensemble der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer gehörte.

In ihrem Debütfilm „Jagdszenen aus Niederbayern“ (1969) ist sie die Magd, die im Bergdorf von den Männern als Allgemeingut betrachtet wird und ausgerechnet vom gejagten Außenseiter getötet wird. In späteren Filmen spielte sie gebrochene Charaktere, Frauen unter Einfluss, die depressiv werden. In Margarethe von Trottas „Heller Wahn“ bringt sie ihren Mann um, in „Letzte Liebe“ ist sie als Ärztin nicht fähig, ihre Liebesbeziehung zu beenden, in „Ediths Tagebuch“ flüchtet sie in die Welt ihrer Aufzeichnungen.

Winkler ist gelegentlich in TV-Filmen („Schichtwechsel“, als Ehefrau des Boxers Bubi Scholz in „Die Bubi-Scholz-Story“) zu sehen. Sie ist in der Friedensbewegung aktiv, zieht sich oft jahrelang von Bühne und Film auf ihren Bauernhof in Frankreich zurück und unternimmt mit ihrem Lebensgefährten spontane Motorradreisen. Sie wurde mit dem Bundesfilmpreis („Katharina Blum“), Kritikerpreisen in Venedig („Ediths Tagebuch“) und 2001 mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring für ihre Theaterrollen ausgezeichnet.

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