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Leben & Werk

Er ist der bedeutendste Film- und Theater-Regisseur Polens und wurde 2000 mit einem Ehren-„Oscar“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Andrzej Wajda, geboren 1926 in Suwalki, war von den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt, als er in den 1950er Jahren Begründer der „Polnischen Schule“ kritischer Gegenwartsfilme wurde. Mit der Trilogie „Eine Generation„, „Kanal“ und „Asche und Diamant“ (von 1954 bis 1958 entstanden) arbeitete er die polnische Geschichte von 1944 bis in die damalige Gegenwart auf und begründete mit der ungeschminkten Darstellung der soziopolitischen Verhältnisse in einer aufregenden Schwarzweißfotografie seinen Weltruhm. Besonders „Asche und Diamant“, der den letzten Lebenstag des Untergrundkämpfers Maciek schildert, wurde zu einem europäischen Schlüsselfilm der Epoche. Der junge Mann, der seinen Lebenssinn verloren hat, wird angeschossen und endet symbolhaft auf einer riesigen Müllhalde. Der mit dieser Rolle populär gewordene Schauspieler Zbigniew Cybulski, der „James Dean Polens“, wurde Star von Wajdas erfolgreichsten Filmen, kam aber vor Drehbeginn von „Alles zu verkaufen“ (1968) bei einem Motorradunfall ums Leben. Der daraufhin entstandene Film macht seinen Tod zum Thema.

Mit „Legionäre“ (1965) wandte sich Wajda dem Historienfilm und Literaturverfilmungen zu („Birkenhain“, „Die Hochzeit“), die ihren Höhepunkt in „Das gelobte Land“ (1975) fanden, in dem Wajda von der Gründerzeit Polens erzählt und der Großbrand einer Textilfabrik zu einem apokalyptischen Fresko wird. Mit den Filmen „Der Mann aus Marmor“ (1977) und „Der Mann aus Eisen“ (1981, Goldene Palme in Cannes) wurde Wajda Wortführer des „Kinos der moralischen Unruhe“ und thematisierte die Gewerkschaftsbewegung als fortschrittliche Kraft. „Der Mann aus Eisen“ wurde einer der größten Erfolge des polnischen Films – und nach der Verhängung des Kriegsrechts sofort aus den Kinos genommen. In den 1980ern entstanden Literaturverfilmungen, Liebesfilme und in Frankreich, aber mit Blick auf Polen, „Danton“. Der Film ist eine Politparabel auf die Französische Revolution, in der Danton (Gérard Depardieu) als Genussmensch dem Asketen Robbespierre gegenübergestellt wird und über den Sinn der Revolution diskutiert. Die Filme „Korczak“ (über den Pädagogen, der mit seinen Schülern ins KZ ging) und „Die Karwoche“ arbeiten Kriegstragödien auf. Mit dem in Versen gesprochenen Epos „Pan Tadeusz„, das den nationalen Aufstand der Polen gegen Napoleon zum Thema hat, errang Wajda 1999 seinen größten Triumph. Das Epos wurde der erfolgreichste Film des Jahres und riss das polnische Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Zu den Schauspielern, die Wajda entdeckte, gehören Krystyna Janda, Jerzy Radziwilowicz und der mehrfach als Hauptdarsteller auftretende Daniel Olbrychski. 1987 erschienen unter dem Titel „Meine Filme“ essayistische Bemerkungen Wajdas zur Filmarbeit.

2002 konnte er für seinen Film „Zemsta“ (Die Rache) Roman Polanski für die Hauptrolle gewinnen. Der Film spielt im 19. Jahrhundert und fällt auf Grund seiner edlen Ausstattung eher in das Raster eines Kostümfilms. Auf der Berlinale 2006 erhielt der Regisseur den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. 2007 ergänzte er dieses, indem er mit „Katyn“ den Mord der Roten Armee an 15.000 polnischen Kriegsgefangenen verfilmte. Unter den damaligen Opfern befand sie auch sein Vater, was „Katyn“ auch zu einem seiner persönlichsten Werke macht. Der Film startete am 17. September 2007, dem Jahrstag des Massakers, in Polen, und wurde für die Oscar- Nominierung als bester fremdländischer Film eingereicht.

Andrzej Wajda ist seit 1972 in dritter Ehe mit der Schauspielerin Krystyna Zachwatowicz verheiratet. Aus der Ehe mit Beata Tyszkiewicz gingen zwei Kinder hervor.

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