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Leben & Werk

Deutscher Dokumentarfilmregisseur, für Präzisionsarbeit bekannt und interessiert an extremen existenziellen Veränderungen und Umbruchsituationen.

Andres Veiel machte sich 2000 einen Namen mit der aufsehenerregenden Kontrast-Biografie „Black Box BRD„. Dort verfolgt er in parallelen Sequenzen das Leben von Alfred Herrhausen, Pressesprecher der Deutschen Bank, der 1989 bei einem Sprengstoffattentat der RAF ermordet wurde, und des mutmaßlichen RAF-Terroristen Holger Grams, der 1993 bei einem Einsatz von GSG-9, BKA und Polizei auf dem Bahnhof von Bad Kleinen erschossen wurde. Beide Fälle wurden nie restlos aufgeklärt.

2011 legt Veiel bei der Berlinale sein Spielfilmdebüt vor, mit dem er das Thema von „Black Box BRD“ erweitert: „Wer wenn nicht wir“ basiert auf Gerd Koenens Buch um die RAF-Gründer „Vesper, Ensslin, Baader“.

Veiels „Die Spielwütigen“ (1996-2004) verfolgt vier Schauspielschüler (die drei Frauen Karina Plachetka, Stephanie Stremler und Constanze Becker und der Mann Prodromos Antoniadis) der renommierten Schauspielschule „Ernst Busch“ auf dem schwierigen Weg zu ihrem Traumberuf und zeichnet ihre Entwicklungssprünge und die Dynamik ihrer geforderten Gefühlswelten nach. Die Langzeitstudie ist inzwischen Kultfilm unter jungen Theaterschauspielern.

Der Kick“ (2006), eine „American History X„-Variante und Veiels erste Docu Fiction, ist Spurensuche um den Fall der Brüder Marco und Marcel Schönfeld und ihres Freundes Sebastian Fink, die 2002 den 16jährigen Marinus Schöberl im brandenburgischen Dorf Potzlow misshandelten, folterten, töteten und seine Leiche versteckten. Veiel ging von seinem mit Gesine Schmidt verfassten Theaterstück aus, interviewte die Täter, die ihr Opfer kannten, und die Dorfbewohner und studierte die Prozessakten, die als Grundlage für ein filmisches Protokoll für zwei Schauspieler (Susanne-Marie Warage und Markus Lerch) wurden.

Andres Veiel wurde 1959 in Stuttgart geboren, studierte Psychologie in Berlin und nahm in der Zeit an Regieseminaren u.a. mit Krzysztof Kieslowski („Drei Farben“-Trilogie) teil. 1992 entstand nach einem Kurzfilm die Dokumentation „Winternachtstraum“ über eine alte Frau, die nach Jahrzehnten ihren Traum als Schauspielerin verwirklichen kann. Beide sieht Veiel als Vorarbeiten für „Die Spielwütigen“. „Balagan“ (1993) beobachtet die deutsch-palästinensische Theatergruppe Akko, „Die Überlebenden“ (1996) ein Klassentreffen 17 Jahre nach dem Schulabschluss.

Andres Veiel wurde u.a. für „Balagan“ mit dem Deutschen Filmpreis und dem Friedensfilmpreis der Berlinale; für „Die Überlebenden“ mit dem Adolf-Grimme-Preis und Hautpreis des Internationalen Dokumentarfilmfests München; für „Black Box BRD“ 2001 mit Europäischem Filmpreis, Deutschem Filmpreis, Bayerischem Filmpreis und dem Preis für den besten Dokumentarfilm auf dem Festival Santa Barbara: für „Die Spielwütigen“ mit Panorama-Publikumspreis der Berlinale, Preis der Deutschen Filmkritik, Hauptpreis des Internationalen Dokumentarfilmfests München; für „Der Kick“ 2006 mit dem Grand Prix des Dokumentarfilmfestivals Nyon und mit dem New Berlin Film Award für den Besten Spielfilm. 2005 erhielt Veiel den Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste.

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