Andrea Sawatzki

Andrea Sawatzki

Leben & Werk

Deutsche Charakterschauspielerin. Rothaarig, schlank, mit schlichter Eleganz und unruhig neugierigen Augen, wirkt Andrea Sawatzki oft wie ein ätherisches Wesen, immer aber als Frau mit Geheimnis. Ob als zugeknöpfte Kommissarin, frustrierte Ehefrau, enthemmte Mutter, einsame Großstadtpflanze, hysterische Sekretärin, nackte Tante, erotisches Fotomodell, spröde Schönheit, abgebrühte Liebhaberin oder Göttin, stetes sucht sie Spannung und Grenzüberschreitungen, „denn spannend ist es doch nur, wenn man einem Schauspieler zuschaut, der sich immer am Abgrund bewegt.“

Andrea Sawtzki wurde 1963 in Bayern in Kochel am See geboren und hat in rund 70 Kino- und TV-Filmen gespielt, anfangs in Nebenrollen. Sie kommt vom Theater, wo sie an der Neuen Münchner Schauspielschule ausgebildet wurde und nach einem Praktikum an den Münchner Kammerspielen in Wilhelmshaven spielte, in Stuttgart von Ivan Nagel engagiert wurde und wegen Dieter Dorn nach München ging, wo sie in „Faust“ auf der Bühne stand und in der Filmversion 1988 mitwirkte. Da sich ihr Traum, Rollen mit abgründigen Figuren zu spielen, nicht erfüllte, wandte sie sich Fernsehen und Film zu. 1997 fiel sie in Wolfgang Beckers „Das Leben ist eine Baustelle“ an der Seite von Jürgen Vogel und neben Peter Lohmeyer in „Die Mutter des Killers“ auf, verfolgte als Kommissarin die Frauenrockgruppe „Bandits“, verbrachte in der Komödie „Südsee – Eigene Insel“ mit der Familie Urlaub im Keller, geriet in Helmut Dietls „Late Show“ an den Rand des Nervenzusammenbruchs, wurde in Oliver Hirschbiegels „Das Experiment“ als Forschungsleiterin Dr. Grimm vergewaltigt und war in der Komödie „Ein göttlicher Job“ Yolanda, Göttin des Universums.

Der Erfolg stellte sich mit der introvertierten Frankfurter Kommissarin Charlotte Sänger ein: Seit 2002 absolvierte sie in der „Tatort“-Reihe dreizehn Einsätze. Für „Tatort: Herzversagen“ wurde sie 2005 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. In vier „Polizeiruf 110“-Folgen war Sawatzki Kommissarin Gabi Bauer. Zu ihren TV-Produktionen gehören Hermine HuntgeburthsDas verflixte 17. Jahr“ (als wilde Mutter), „Falsche Liebe“ (als Mutter von Susanne Bormann), die Mehrteiler „Der König von St. Pauli“ und „Die Manns“, der Zweiteiler „Helen, Fred und Ted“ (2006), wo sie zu der verrückten Psychiater-Gemeinschaftspraxis gehört, das Drama „Das Schneckenhaus“ und die Mini-Serie „Arme Millionäre“ (mit Sky Dumont), wo sie die erst erschütterte, dann clevere Mutter spielt und 2006 als Beste Darstellerin mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet wurde.

Andrea Sawatzki ließ sich im April 2003 für den deutschen „Playboy“ in einem mondänen Hotel für ein Pictorial ablichten. Sie lebt mit dem Schauspieler Christian Berkel („Der Untergang“) zusammen, mit dem sie zwei Söhne hat.

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