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Leben & Werk

Die Einfachheit ist seine Stärke. Der französische Film- und Theaterschauspieler André Dussolier pflegt einen minimalistischen Stil entspannt fröhlicher Lakonik. Hin und wieder bricht er die Maske seines Gesichts mit wenigen Mitteln – mal ein Mundwinkelzucken, mal ein plötzliches Auflachen, mal Sorgenfalten – plötzlich auf, beherrscht sich aber wieder sofort. In sich ruhend, gefasst, ein Charakterkopf, ist Dussolier einer, der Abgründe nicht erkennen lässt, weil seine gepflegten Manieren die Oberhand behalten. Er gibt sich niemals preis. Insofern ist Dussolier der ideale Darsteller für Manager, Chefs, Führungskräfte, der Mann der sprichtwörtlich diskret charmanten Bourgeoisie, wie sie nur in Frankreich möglich ist. Er verkörpert Unternehmer, Politiker, Journalisten, Werbebosse, Ärzte, Schuldirektoren, Geheimdienstchefs und immer wieder Offiziere.

Dussolier hat im Lauf seiner seit 1970 über 120 vornehmlich Kinofilme umfassenden Karriere unter allen bedeutenden französischen Regisseuren gespielt. Bis Mitte der 1980er-Jahre waren, bis auf wenige Ausnahmen, die Filme relativ erfolglos, was sich 1985 auf einen Schlag mit Coline Serreaus Komödie „Drei Männer und ein Baby“ änderte, wo er zum Trio der Windelwechsler gehört. Dussolier wurde einem breiten Publikum bekannt und war in Kinoerfolgen wie „Tanguy – Der Nesthocker“ (Vater des Titelhelden) zu sehen. Seit „Das Leben ist ein Roman“ (1983) ist Dussolier in Filmen von Alain Resnais präsent, als Violinvirtuose („Mélo“) wie als Pastor („L’amour à mort – Liebe bis in den Tod“) und singend in „Das Leben ist ein Chanson„. Dussolier ist in Gesellschaftsdramen, Komödien („Les enfants du marais„), Thrillern und Kostümfilmen („Vidocq„) präsent und im Original Erzähler von „Die fabelhafte Welt der Amélie„. Zu Dussoliers besten Rollen gehören der Kommissar in „Scènes de crimes – Spuren von Blut“ (2000), der mitten im Film am Herzinfarkt stirbt, und der Geheimdienstchef, der Monica Bellucci und Vincent Cassel in „Agents secrets – Im Fadenkreuz des Todes“ (2004) ins Verderben schickt. Mit Filmehefrau Charlotte Rampling, die ihm an der Tafel Wein ins Gesicht schüttet, ist er im abgründigen Psychodrama „Lemming“ (2005) für die mörderische Ehekrise von Charlotte Gainsbourg und Laurent Lucas mit verantwortlich.

André Dussolier wurde 1946 in Annecy geboren, wuchs als Sohn von Finanzbeamten einsam auf, spielte mit zehn Jahren auf der Bühne, studierte in Grenoble und schloss mit drei ersten Preisen in den Fächern klassisches, modernes und ausländisches Theater 1972 seine Ausbildung am Konservatorium ab und erhielt auf Anhieb ein Engagement an der Comédie Francaise. 1974-82 spielte er am Théatre National Populaire und anderen Pariser Bühnen, wo er als Meister der Improvisation bekannt wurde. Mit dem Film kam er 1970 in Berührung, seine erste größere Rolle war der begriffsstutzige junge Soziologe in Francois Truffauts Groteske „Ein schönes Mädchen wie ich“ (1972). Er spielte für Claude Chabrol („Alice“), Eric Rohmer („Die schöne Hochzeit“), Marguerite Duras (Schuldirektor in „Die Kinder“), Jacques Bral („Die Taxifahrerin„, 1980), Costa-Gavras (Werbemanager in „Die kleine Apokalypse„, 1991) und Claude Sautet (Chef des Musikverlags in „Ein Herz im Winter„, 1992).

André Dussolier wurde 1993 für „Ein Herz im Winter“ (Nebenrolle), 1998 für „Das Leben ist ein Chanson“ (Hauptrolle) und 2002 für „La chambre des officiers“ (Nebenrolle als Militärarzt im Ersten Weltkrieg) mit dem César ausgezeichnet.

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