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Leben & Werk

Amerikanische Schauspielerin. Ihre elektrisierende Verkörperung einer allein erziehenden, verwahrlosten und drogenabhängigen Mutter der Bostoner Unterschicht in Ben Afflecks Regiedebüt „Gone, Baby, Gone“ brachte Amy Ryan 2007/08 fünfzehn Darstellerpreise der US-Filmkritikergilden sowie Oscar- und Golden-Globe-Nominierungen als Beste Nebendarstellerin ein. Kaum wieder zu erkennen, spielte sie im Anschluss die „gute“ Mutter von vier Kindern und Schwägerin von Steve Carrell in der Familienkomödie „Dan – Mitten im Leben“, wo die grobe Sprache des Vorgängers von gepflegter Konversation abgelöst wurde.

Die beiden Mütter sind die Pole von Ryans Schauspielkunst, die auf langjähriger Theater Erfahrung basiert. 1969 im New Yorker Stadtteil Queens geboren, wusste sie seit einer Schulaufführung, dass sie Schauspielerin werden musste. Während der Ausbildung am der New Yorker High School of the Performing Arts wurde sie von einem Agenten entdeckt und ging, statt zu studieren, Ende der 80er-Jahre auf Theatertournee durch die Provinz. Zurück in New York, machte sich Amy Ryan auf Off-Broadway-Theatern und am Broadway einen Namen, wurde in Stücken von Anton Tschechow („Onkel Wanja“), Tennessee Williams (Stella in „Endstation Sehnsucht“, 2005), Neil La Bute und Edward Bond („Gerettet“) gefeiert und zwei Mal für den Tony Award nominiert. 2007 machte ihre Darstellung als Hausfrau in „Rabbit Hole“ in L.A. Furore.

In den 90er-Jahren war Amy Ryan in TV-Serien wie „E.R.“, „Chicago Hope“, „Law & Order“ Gast und hatte wiederkehrende Rollen als Schwangere in „I’ll Fly Away“ (1991-93) und als Hafenpolizistin „Beadie“ in 19 Folgen von „The Wire“ (HBO 2003-08). Regisseur Sidney Lumet war so beeindruckt, dass er sie in der Serie „100 Centre Street“ (7 Folgen 2001) drei verschiedene Rollen spielen ließ.

Ihr Kinodebüt gab Ryan 1999 als Freundin von Kevin Corrigan in „Roberta“. Sie verkörperte Nachbarinnen, Ehefrauen und Mütter in „You Can Count On Me“ (2000; mit Laura Linney), „Keane“ (2004; Mutter von „Little Miss Sunshine“ Abigail Breslin), „Krieg der Welten“ (2005), Lumets „Tödliche Entscheidung“ (2007; Ehefrau von Philip Seymour Hoffman) und als Carolyn Cassady, die Ehefrau des Beatnik-Idols „Neal Cassady“ (2007).

2008 ist Ryan an der Seite von Matt Damon in Paul Greengrass‘ Kriegsdrama „Green Zone“, neben Angelina Jolie in Clint Eastwoods Mystery-Thriller „The Changeling“ und in der Komödie „Bob Funk“ zu sehen.

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