Ali Samadi Ahadi

Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter • Kameramann
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Leben & Werk

Deutsch-iranischer Regisseur, Drehbuchautor und Cutter. Während des ersten Golfkriegs mit zwölf Jahren ohne seine Familie allein aus der Heimat Iran nach Deutschland geflohen, entwickelte sich Ali Samadi Ahadi zum renommierten und mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilmregisseur, der mit Filmen über Südafrika („Culture Clan“), Kindersoldaten in Uganda („Lost Children“) und die iranische Protestbewegung gegen die Wahlmanipulation der Regierung Ahmadinedschad im Jahr 2009 („The Green Wave“, 2010) auf sich aufmerksam machte. Direkt vor „The Green Wave“ inszenierte Ahadi 2009 die kauzige Culture-Crash-Komödie „Salami Aleikum“, in der ein in Köln lebender 30-jähriger iranischer Metzgersohn, der kein Blut sehen kann, in der ostdeutschen Provinz landet und eine humorvoll herzhafte Liebesgeschichte erlebt. Ahadi versteht den Film als Erholung und will den Themen Identität, Immigration und Heimat heitere Töne abgewinnen. Bei der Preisverleihung während des 20. Filmfestes Emden-Norderney 2009 hielt er eine flammende Rede für Demokratie und gegen Menschenrechtsverletzungen, deren Impetus er mit dem Dokumentarfilm „The Green Wave“ einlöste. Im Februar 2011 protestierte er während der Berlinale mit Kollegen gegen Inhaftierung und Hausarrest des iranischen Regisseurs Jafar Pahani („Offside“, „Der Kreis“).

Ali Samadi Ahadi wurde 1972 in Täbris, Hauptstadt von Ost-Asserbaidschan, geboren. Als man ihn während des Iran-Irak-Kriegs als Kindersoldat zwangsrekrutieren wollte, floh er im August 1985 nach Deutschland und machte 1992 an der Leibniz-Schule in Hannover sein Abitur. Er studierte Sozialwissenschaften an der Universität Hannover, Design für Elektronische Medien an der Fachhochschule Hannover und Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Film und TV an der Gesamthochschule Hannover. Er brach 1997 das Studium ab, um sich der Filmarbeit zu widmen, die er 1996 mit dem Kurzfilm „Geburtstag mit der Omi“ begann. Im Dokumentarfilm „Africa-mayibui“ (2002; 75 Min.) streift er durch ein Township in Johannesburg, und in „Culture Clan“ (2003; 49 min.) berichtet er über ein deutsch-südafrikanisches Musikprojekt.

Aufsehen erregte Ahadis erster langer Dokumentarfilm „Lost Children“ (2004; 103 Min.) über Kindersoldaten im Norden Ugandas, wo er sich auf Taten und Leiden von vier „verlorenen Kindern“ konzentriert und ihren fast unmöglichen Weg zurück ins normale Leben schildert. Der Film wurde unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Dokumentarfilm 2006 ausgezeichnet.

Während der Wahlen im Iran im Juni 2009 saß Ahadi vor Fernsehen und PC und schnitt aus Blog-, Facebook-, Twitter- und YouTube-Beiträgen die fiktive Biografie zweier Studenten, die als animierte Figuren ihre Version der „grüne Welle“ genannten Protestbewegung erzählen. Aus dieser 52-minütigen arte-TV-Dokumentation „Iran: Elections 2009“, 2010 mit dem Grimme Preis ausgezeichnet, entwickelte sich der lange Dokumentarfilm „The Green Wave“ (82 min.), der die gescheiterte Sommer-Revolution Revue passieren lässt und mit Interviews mit Zeitzeugen, Archivmaterial und Texten ergreifend und in poetischer Weise für die brutal niedergeschlagene Revolte Partei ergreift.

Für „Salami Aleikum“ wurde Ahadi 2009 mit dem Publikumspreis des Filmfestes Emden-Norderney und dem NDR-Nachwuchspreis und 2010 mit dem Preis der Deutschen Filmkritik als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet.

Ali Samadi Ahadi lebt in Köln.

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