Alfred Molina

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Leben & Werk

„Der Schauspieler, der eine real existierende Person verkörpert, trägt eine besondere Verantwortung der Wahrheit dieser Figur gegenüber, ob man diese Wahrheit mag oder nicht.“ Was Alfred Molina über sich als mexikanischer Wandmaler Diego Rivera in Julie Taymors Biopic „Frida“ sagt, wo er, um den berühmten Ehemann der Malerin Frida Kahlo (Salma Hayek) zu spielen, zehn Kilo zunahm und weiter ausgepolstert wurde, gilt auch für die Rollen, in denen er fiktive Charaktere spielt.

Wie Anthony Quinn ist Molina auf dem Weg, ein ethnographischer Jedermann zu werden. Breites Gesicht, wulstige Lippen, dunkle, neugierige, mal listig, mal warmherzig blickende große Augen und seine enorme Körpergröße halten für den 1953 in London als Sohn eines spanischen Vaters und einer italienischen Mutter geborenen Molina eine Vielzahl unterschiedlichster Rollen bereit.

Zu Beginn auf Schurkenrollen abonniert („Jäger des verlorenen Schatzes„), schaffte Molina in zwei Filmen von Stephen Frears den Durchbruch: als russischer Matrose in London in „Brief an Breshnev“ und als Leslie Halliwell in „Prick up Your Ears“: Als Förderer seines Freundes Joe Orton (Gary Oldman), mit dem er 16 Jahre zusammenlebte, fördert er dessen Karriere, erschlägt ihn, als sich Joe von ihm trennen will, mit dem Hammer und schluckt eine tödliche Dosis Schlaftabletten. Ebenso mutig stand Molina als iranischer Arzt vor der Kamera, der in dem Melodram „Nicht ohne meine Tochter“ seine amerikanische Frau (Sally Field) mit in die Heimat nimmt und sie, als sie sich der fremden Kultur nicht anpassen will, einsperrt, schlägt und von der Tochter trennt. Dagegen war sein russischer Ehemann von „Anna Karenina“ (Sophie Marceau) ein eher tragischer, von Konventionen eingezwängter Charakter. Zwischen gleich zwei schönen Frauen – Marisa Tomei und Anjelica Huston – stand Molina in Mira Nairs Tragikomödie „Die Perez-Familie“, wo er als Kubaner Juan nach 20 Jahren aus dem Knast entlassen wird, auf dem Schiff die Ex-Prostituierte Dottie (Tomei) kennenlernt und sich als ihr Mann ausgibt, damit die Einreise in die USA leichter wird. Juans Frau Carmela (Huston) ist schon da, was in dem mit Salsa getränkten Sommernachtstraum zu wilden Verwicklungen führt.

Molina spielte den Drogendealer, der von Mark Wahlberg und Freunden in „Boogie Nights“ überfallen wird (und gewann dafür den Sag Award), den sich überschätzenden eitlen Schauspieler in „The Impostors“ und den Handelsposten-Missionar in Jim Jarmuschs spirituellem Western „Dead Man“. Zu seinen charmanten Rollen gehören der Bürgermeister in Lasse Hallströms „Chocolat“, der gegen Juliette Binoches Konditorei wettert und selbst den lieblichen Schokoladen-Verführungen verfällt, und der Bestattungsunternehmer in der märchenhaften schwarzen Komödie „Grabgeflüster„, der sich mit Christopher Walken und Lee Evans als Konkurrenten einen Kampf um den Markt liefert und im letzten Moment das Glück seines Lebens findet, indem er die geliebte Frau des Bürgermeisters (Brenda Blethyn) als Tote präpariert und mit ihr fliehen kann. Der wandelbare Charaktermime gab den charismatischen Bösewicht und Gegenspieler von Spider-Man im zweiten Leinwandabenteuer mit Tobey Maguire in der Titelrolle.

Molina, der seine Ausbildung (wie der jüngere Orlando Bloom) in der Guildhall School of Music and Drama absolvierte, trat in zahlreichen TV-Filmen und am Broadway auf, wo er für die Stücke „Art“ und „Molly Sweeney“ mit Preisen bedacht wurde. Für Produzentin Salma Hayek war Molina erste und einzige Wahl für den Diego Rivera in „Frida“, ihr bescheinigte er unglaubliches Stehvermögen, Leidenschaft und Mumm. Molina über seine Arbeit: „Wir sind die Meister der Lüge.“

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