Leben & Werk

Er führte eines der abenteuerlichsten Leben der internationalen Filmwelt und war gleichermaßen als Produzent, wie als Regisseur ein bekannter Name, der für die größten Erfolge des britischen Films der 30er und 40er Jahre verantwortlich zeichnete. Alexander Korda (1893 - 1956) wurde in Ungarn geboren, gab eine wöchentlich erscheinende Filmzeitschrift heraus, inszenierte 1914 seinen ersten Film, dem bis 1917 zwanzig weitere folgten. Ihm gehörten die größten Studios von Budapest. 1919 verließ er mit seiner Frau, der Schauspielerin Mara Corda, während der politischen Unruhen das Land und pendelte zwischen Wien, Berlin, Hollywood und Paris, wo die Marcel-Pagnol-Verfilmung „Marius“(1931) entstand. In England gründete er die London Film Productions, mit deren siebtem Film „Das Privatleben Heinrichs VIII.“ (1933, mit Charles Laughton) sich der Erfolg einstellte. Das ermöglichte ihm die Beteiligung an der amerikanischen United Artists und die Finanzierung vieler Talente, die eine Reihe spektakulärer Filme für ihn drehten („Katharina die Große“, „Scarlet Pimpernel“, der Science-Fiction-Film „Things to Come„, „Elefanten-Boy„). Einige entstanden an Originalschauplätzen in Indien, andere in Kordas Denham Studios, die zu den größten ihrer Zeit gehörten. Die kostspieligen Abenteuerfilme hatten einerseits für den Aufschwung der britischen Filmindustrie gesorgt, andererseits hatte sich Korda übernommen und musste die Denham Studios aufgeben. Er ging nach Hollywood, wo die bekannteste Version von „Der Dieb von Bagdad“ (1940) und das „Dschungelbuch“ (1942) entstanden. Wieder zurück in England, wurde er für seine Verdienste für den Film geadelt. Korda stellte die London Films wieder auf die Beine, kaufte die Shepperton Studios, verschaffte sich die Aktienmehrheit von British Lion und stellte ein neues Team zusammen. Sein letzter selbst inszenierter Film war „Ein idealer Gatte“ (nach Oscar Wilde, 1947), aber Korda stellte als Produzent noch einige Nachkriegsklassiker her, so Carol Reeds „Der dritte Mann“ (1949), „Kleines Herz in Not„, „Anna Karenina“ (mit Vivien Leigh) und Laurence Oliviers „Richard III.“ (1955). Weil er die drei Millionen Pfund, die ihm die Regierung für British Lion geliehen hatte, nicht zurückzahlen konnte, verlor er 1954 die Kontrolle über sein Imperium. Kordas zweite Frau war die amerikanische Filmschauspielerin Merle Oberon (1911 - 1979), Bruder Vincent arbeitete als Filmarchitekt, Bruder Zoltan als Regisseur.

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