Albert Finney

Schauspieler • Producer • Sprecher • Regisseur
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Leben & Werk

Der kraftvolle britische Mime, der sich auch von Julia Roberts‘ Push-Up-Bra in „Erin Brockovich“ nicht beeindrucken lässt, wurde 1963 weltberühmt: in Tony Richardsons Henry-Fielding-Adaption spielte er die Rolle des Herumtreibers, Lüstlings, Genussmenschen und Gauners „Tom Jones“, der im 17. Jahrhundert Abenteuer aller Art erlebt und mit einer Zigeunerin (Diane Cilento) ein damals gewagtes erotisches Ess-und-Kuss-Vorspiel zelebriert. Finney, geboren 1936, gehörte nach einer erfolgreichen Theaterkarriere, die er nie aufgab, zu den zornigen jungen Männern des Free Cinema der 60er Jahre, wo er unzufriedene Arbeitersöhne z.B. in „Samstagnacht und Sonntagmorgen“ darstellte. Er spielte neben Audrey Hepburn in dem Road Movie „Zwei auf gleichem Weg“ und war in Stephen Frears‘ erstem Spielfilm „Gumshoe“ 1972 der Liverpooler Bingo-Hallen-Ausrufer, der sich für einen Privatdetektiv hält. Meisterdetektiv Hercule Poirot in „Mord im Orient-Express“ und Ehemann von Diane Keatin in „Du oder beide“, fand Finney 1983 in John Hustons „Unter dem Vulkan„, in dem er den in den Tod driftenden alkoholabhängigen Meistersäufer und britischen Ex-Konsul in Mexiko spielte, dessen Frau (Jacqueline Bisset) ihm vergeblich hilft, eine weitere seiner grandiosen Rollen. Für die Brüder Coen spielte er in „Miller’s Crossing“ den alten irischen Gangsterboss, der Gegner mit der MP aus dem Schlafzimmer treibt. Finney gründete 1965 eine Produktionsgesellschaft, die unter anderem Lindsay Andersons „If…“ und Finneys einzige Regiearbeit „Ein erfolgreicher Blindgänger“ herausbrachte.

Als Großvaterfigur, die zwischen Himmel und Erde verweilt, zeigt er dem ungeborenen Milo in der Komödie „Delivering Milo“ die Zuckerseite des Lebens. 2002 durchlebt man mit ihm als Winston Churchill im beeindruckenden Historiendrama „The Gathering Storm“ neben Vanessa Redgrave als Clementine Churchill sowohl die Weltwirtschaftskrise wie auch private Krisen, die zur vorrübergehenden Trennung des Paares führten. In Tim Burtons zehntem Spielfilm „Big Fish“ tritt Finney als alter Edward Bloom auf, der als begnadeter Fabulierer wundersamer Geschichten seinem nüchternen und skeptischen Sohn gegenübergestellt wird. Der 1936 geborene Schauspieler ist als Onkel Henry in Ridley Scotts Komödie „Ein gutes Jahr“ und in „Amazing Grace“, Michael Apteds neustem Projekt, das die Abschaffung der Sklaverei im 18. Jahrhundert thematisiert, zu sehen.

Albert Finney war mit den Schauspielerinnen Jane Wenham (1957 – 1961) und Anouk Aimée (1970 – 1978) verheiratet.

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