Leben & Werk

Die Liebe, die Sehnsucht nach erfüllten Beziehungen, das Konzept romantischer Wunschvorstellungen und die Einsamkeit des modernen Menschen stehen im Zentrum des Werkes von Alan Rudolph. Er begann als Schüler und Protegé von Robert Altman, ließ sich in seiner Fähigkeit, Personenreigen zu arrangieren, von Altman inspirieren, ging aber stilistisch eigene Wege. Rudolphs Filme zeichnen sich durch die Ästhetik einer fließenden Kamera, eine warme Farbdramaturgie in gedeckten Tönen, überlegten Musikeinsatz zwischen Jazz, Blues und Balladen und eine ungeheuer liebevolle Charakterisierung sämtlicher Personen aus, die als Fremde in der Nacht direkt aus Edward Hoppers „Nighthawks“-Gemälden entstiegen zu sein scheinen. Rudolphs Meisterwerk „The Moderns - Wilde Jahre in Paris“ (1989) bündelt seinen Motivkanon und seine ausgefeilte Stilistik am Beispiel der amerikanischen Bohème, die sich in den 20er Jahren in Paris in Literatursalons und am Boxring traf, Lebensentwürfe versuchte und zwischen Kunstleben und Lebenskunst das Dasein als ästhetische Form, die Liebe als geistreiche Unterhaltung und das Pendeln zwischen Sein und Schein als Experiment mit der Wahrheit feierte. Einer der geistreichsten Filme der 80er und 90er Jahre, machte sich „The Moderns“ mit ebensoviel Esprit über Hemingway und seine Zeitgenossen her. Beinahe noch eleganter erweckte Rudolph die Atmosphäre jener Zeit mit „Mrs.Parker und ihr lasterhafter Kreis“, der die Autorin Dorothy Parker (Jennifer Jason Leigh) und den illustren Kreis der im Algonquin Hotel in New York sich treffenden und Bonmots versprühenden Literaten und Intellektuellen vorstellt. Rudolph, 1941 in Los Angeles als Sohn des Regisseurs Oscar Rudolph geboren, brach seine Ausbildung zum Buchhalter ab, arbeitete bei Paramount, nahm an einem Regiekurs teil und arbeitete als Assistent von Robert Altman, für den er Drehbücher schrieb („Buffalo Bill und die Indianer„). Altman finanzierte die ersten Filme Rudolphs, so „Willkommen in Los Angeles“ und „Du wirst noch an mich denken“. Im ersten driftet Keith Carradine, lange Jahre Rudolphs bevorzugter Hauptdarsteller, wie ein einsamer Liebeswolf durch die Stadt, im zweiten rächt sich Geraldine Chaplin an ihrem Ehemann (Anthony Perkins). Der finanzielle Misserfolg der mit kleinem Budget entstandenen Filme zwang Rudolph zu Auftragsarbeiten („Roadie“, über Popmusiker auf Tour; „Der schleichende Tod“, über Rinderseuchen in der US-Provinz; „Songwriter“, ein Drama aus der Country-Musik-Szene). 1984 bewies Rudolph mit „Choose Me“ seine bereits voll ausgereifte Ästhetik in einem Liebesreigen um Keith Carradine, der als ehemaliger Spion alle Frauen, denen er begegnet, gleich heiraten will; der Film wurde sein erfolgreichster. „Trouble in Mind“, mit Kris Kristofferson als charismatischem Loner, spielt in „Wanda’s Café“, in dem sich die Liebeshungrigen von „Rain City“ treffen. Rudolphs Fähigkeit, mit knappen Budgets arbeiten zu können, zeigt sich in den Dekors, die exquisit ausgesucht sind („The Moderns“ entstand in Montreal). Die Arbeit mit dem Jazzmusiker Mark Isham sorgte für originelle Filmmusiken. Den Kreis seiner Schauspieler (u.a. die Kandierin Genéviève Bujold) erweiterte er um Tom Berenger, Demi Moore und Harvey Keitel, Nick Nolte und Julie Christie („Liebesflüstern„) und Bruce Willis (die Satire „Breakfast of Champions„). Rudolph versteht sich als Autor, der Filme so „abgedreht“ machen will, dass ihre Wahrheit ans Licht kommt.

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