Leben & Werk

Er war ein exzellenter Regisseur mit viel Sinn für Breitwandkompositionen und den atmosphärischen Stimmungsgehalt eines Films. Alain Corneau errang seinen größten künstlerischen Erfolg mit dem Musikfilm „Die siebente Saite“ und seinen größten kommerziellen Erfolg mit einem „film policier“, dem Gangsterfilm „Wahl der Waffen„. Zwischen diesen beiden Polen bewegte sich Corneaus Schaffen als so persönlicher wie publikumsorientierter Regisseur. 1943 in der Nähe von Orléans geboren, absolvierte Corneau die französische Filmhochschule und überraschte nach Assistenzjahren u.a. bei Costa-Gavras und Marcel Camus mit seinem Regiedebüt, der Politfiktion „France Société Anonyme“ (1973), einer futuristischen Satire über Frankreich als Nation, die ihren Profit aus dem freien Drogenhandel zieht. Der Polizistenfilm „Police Python 357“ machte ihn bekannt und war der Beginn einer Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Yves Montand, der für ihn als Lastwagenfahrer zwischen Gangsterbanden in „Lohn der Giganten“ und als alternder Gangster in „Wahl der Waffen“, dem wichtigsten französischen Unterweltfilm der 80er Jahre, spielte. An der Seite Montands war Gérard Depardieu als unbeherrschter Gangster der jungen Generation ein weiterer Pluspunkt von „Wahl der Waffen“, in dem Catherine Deneuve die schöne junge Frau Montands spielte, die Opfer der Auseinandersetzungen wird. Depardieu und Deneuve spielten auch in dem Wüstenabenteuer „Fort Saganne“, dem 1983 teuersten französischen Film der Geschichte, der ein Misserfolg wurde. Corneau wandte sich kleineren Stoffen zu, inszenierte den Jungstar Richard Anconina („am Rande der Nacht“) als Polizist in der Drogenszene in „Blues Cop“ und entdeckte nach Patrice Chéreau („Der verführte Mann“) das Potenzial von Jean-Hugues Anglade („Betty Blue„), den er in „Nächtliches Indien“ auf eine metaphysisch orientierte Indienreise schickt. Der Film nach dem Roman von Antonio Tabucchi wurde ein Überraschungserfolg und ermöglichte Corneau „Die siebente Saite“ (1991), der mit Depardieu Vater und Sohn in den Hauptrollen als zwei Viola-Spielern mit unterschiedlicher Lebensauffassung ein sehr sinnliches Porträt des Barock zur Zeit Ludwig XIV zeichnet. Die Musik der Viola da Gamba wurde durch den Film wiederentdeckt und führte in Frankreich zu einem zeitweiligen Boom an Musikplatten mit diesem Instrument. Corneaus Film gewann 1992 sieben „Césars“, darunter für den besten Film und die Regie. Seitdem sind Corneaus Filme nur noch in Frankreich gezeigt worden. Der Regisseur war außerdem ein halbprofessioneller Jazzmusiker. Am 30. August 2010 starb Corneau in einem Pariser Krankenhaus an einer Krebserkrankung.

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