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Akira Kurosawa

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter
Poster
Bekannt aus:
  • Geboren: 23.03.1910 in Omori, Tokyo  Japan
  • Gestorben: 06.09.1998
  • Berufe: Schauspieler, Producer, Regisseur, Drehbuchautor, Cutter

Leben & Werk

Er ist einer der größten Regisseure der internationalen Filmgeschichte. Als er 1950 auf den Filmfestspielen von Venedig seinen Film „Rashomon - Das Lustwäldchen“ vorstellte, sorgte er für eine Sensation, denn das mit dem Großen Preis des Festivals und später mit dem „Oscar“ als bester ausländischer Film ausgezeichnete Meisterwerk zeigte sich westlichen Produktionen um Jahre voraus. Kurosawa hatte die Geschichte um den Mord an einem Samurai und der Vergewaltigung seiner Frau durch einen Banditen aus vier Erzählperspektiven geschildert, um die Relativität von Wahrheit und Erlebnissen zu zeigen, und er hatte das Geschehen simultan mit mehreren sehr beweglichen Kameras aufgenommen. Alles im Sinne einer optimalen Erzählform. In seiner Heimat Japan galt Kurosawa als „westlicher“ Regisseur, der sich zu Einflüssen durch John Ford und US-Comics bekannte und in den Schwertkampffilmen die Verwandtschaft von Western und Samurai-Epen betonte, die bei ihm eine ungeheure Dynamik besitzen und mit schnellen Montagen, ungewöhnlichen Perspektiven und kraftvollen Darstellungen arbeiten. Zu seinen Lieblingsdarstellern gehörte Toshirô Mifune, der in zwölf Kurosawa-Filmen spielte, darunter dem weltweit bekanntesten: „Die sieben Samurai„. Der Film schildert, wie eine Gruppe herrenloser Samurai ein Bauerndorf gegen die Übermacht von Banditen verteidigt, vier der sieben Männer sterben, aber das Dorf mit der Ernte gerettet wird. „Die sieben Samurai“ erfuhr ein US-Remake in dem Western „Die glorreichen Sieben“, ebenso wie „Yojimbo“ als „Für eine Handvoll Dollar“ in Sergio Leones Italo-Western neu erstand und die Karriere von Clint Eastwood begründete. Neben Samurai-Filmen schuf Kurosawa Gegenwartsfilme, die sich mit sozialen Stoffen befassen („Einmal wirklich leben“), und Literaturverfilmungen nach Dostojewskij („Der Idiot“), Shakespeare („Macbeth“ als „Das Schloss im Spinnwebwald“) und Ed McBain („Zwischen Himmel und Hölle“). Als sein Film „Dodeskaden - Menschen im Abseits“ ein Misserfolg wurde, beging Kurosawa einen Selbstmordversuch. Erst vier Jahre später konnte er in sowjetischer Koproduktion das Sibirien-Epos „Uzala, der Kirgise“ realisieren. Sein Historienfresko „Kagemusha - Der Schatten des Kriegers“ (Goldene Palme Cannes 1980) und seine „König Lear“-Version „Ran“ entstanden nur dank ausländischem Kapital. In seinen drei letzten Filmen zeichnet Kurosawa liebevolle Visionen von Malerei, Friedensträumen und nostalgischer Erinnerungen. Seine Memoiren „So etwas wie eine Autobiographie“ (1983), die mit „Rashomon“ enden, zeugen von einer weisen und bescheidenen Lebenseinstellung des als „Tennô“ (Kaiser) verehrten Künstlers. Kurosawa (1910-1998) nimmt in der Filmgeschichte den Rang eines D.W. Griffith, Eisenstein, Fellini, Bergman, Welles und Stroheim gleich einflussreichen Weltfilmkünstlers ein.

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