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Game of Thrones Recap: Staffel 6 Folge 5 "Das Tor" (Spoiler!)

Andreas Engelhardt  

Die sechste Staffel von „Game of Thrones“ ist zur Hälfte vorbei – und diese Markierung wurde mit einem wahren Paukenschlag begannen. Das Serienphänomen zeigte mit der vergangenen Episode, dass es weiterhin den Status als Gesprächsthema Nummer 1 inne hat und bürdete seinen Zuschauern eine emotionale Belastung auf, die wir zuletzt wohl bei der „Red Wedding“ durchmachen mussten. Aber der Reihe nach. 

Schwarze Festung – Rache durch Rationalität

Den Auftakt von „Das Tor“ macht wie so häufig in dieser Staffel die Schwarze Festung. Dort ist Petyr Baelish (Aidan Gillen) inzwischen angekommen, um Sansa (Sophie Turner) und Jon Schnee (Kit Harington) bei deren Rückeroberung des Nordens beizustehen. Nachdem Kleinfinger allerdings die Ehe mit Ramsay (Iwan Rheon) arrangiert hat, ist Sansa natürlich wenig gut auf ihn zu sprechen. In der kommenden Konfrontation wird deutlich, welch eine Entwicklung sie durchgemacht hat. Dass sie wie früher dem Willen von Männern folgt, kann man sich angesichts ihres entschlossenen Auftretens nur schwerlich vorstellen.

Letztlich wird ihre verständliche Abneigung gegen Petyr Baelish aber weichen müssen, denn sie und ihr Bruder brauchen ihn. Vor allem brauchen sie seine Truppen, wenn sie ihre Heimat wiedererlangen wollen. Zumindest in dieser Hinsicht könnte Kleinfinger dabei behilflich sein, dass von ihm verursachte Trauma bei der Königin des Nordens zumindest durch Rache zu lindern.

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Essos – Bündnisse, Aufträge und Geständnisse

Auf dem anderen prominenten Kontinent aus „Game of Thrones“ wird ebenfalls Konfliktpotenzial angedeutet. Dieses trat in Meereen genau genommen schon offen zu Tage – denn Varys (Conleth Hill) zeigt sich gegenüber Tyrions (Peter Dinklage) PR-Maßnahmen skeptisch. Der will das angekratzte Ansehen von Daenerys (Emilia Clarke) aufpolieren und dafür die religiöse Elite nutzen. Diese ist in Form der Hohepriesterin Kinvara (Ania Bukstein) auch durchaus bereit, der Unverbrannten auf den Eisernen Thron zu helfen.

Bei Kinvara handelt es sich um eine Dienerin des Herrn des Lichts, was ihre Sympathie für die feuerfeste Daenerys erklären dürfte. Damit ist sie aber auch eine Glaubensschwester von Melisandre (Carice van Houten) und deren Taten führen bei Varys zu der durchaus angebrachten Skepsis. Die Vertrauensfrage nutzt Kinvara, um ihre Loyalität für Daenerys zu betonten, aber auch, um Varys eindrucksvoll zum Schweigen zu bringen. Und wer das schafft, kann als mächtiger Verbündeter betrachtet werden – oder eben als gefährlicher Feind.

Leiten wir über zur Mutter der Drachen. Die scheint angesichts der gerade gewonnen Dothraki-Armee gar nicht unbedingt auf Hilfe angewiesen zu sein, aber Loyalität könnte sie gebrauchen. Die geht ihr in Form von Jorah Mormont (Iain Glen) verloren. Angesichts seiner Verwandlung in einen Steinmenschen will er sich ins Exil zurückziehen, doch nachdem er seiner Königin in einer rührenden Szene seine Liebe gesteht, hat diese für ihn noch eine besondere Aufgabe. Sie verlangt, dass Jorah eine Heilung sucht und nach getaner Arbeit zu ihr zurückkehrt. Man kann sich nur wünschen, dass wir die gute Seele Jorah wohlauf wiedersehen, denn die Seite der aufrichtigen Charaktere von „Game of Thrones“ muss in „Das Tor“ einen herben Verlust hinnehmen.

Zunächst wenden wird uns aber Braavos zu. Dort erhält Arya (Maisie Williams) erneut die Chance, in den Kreis der gesichtslosen Assassinen aufgenommen zu werden. Jaqen H’ghar (Tom Wlaschiha) macht allerdings deutlich, dass es sich dabei um ihre letzte Chance handelt. Ein Gesicht wird in der Halle landen – ihres oder das ihres Opfers. Das verkehrt in der Theaterszene von Braavos, wodurch Arya in ihrer Funktion als Spion eine Vorführung mit ansehen muss, die den Tod ihres Vaters ins Lächerliche zieht. Spätestens hierbei wird deutlich, dass Arya ihre Rolle als Niemand noch nicht ganz übernommen hat. Zumal sie sogar ihre Mission offen hinterfragt, aber trotz der offenkundigen Zweifel will sie ihr Ziel vergiften, was wir aber erst in den nächsten Folgen zu sehen bekommen.

Die Eiseninseln – Kampf um den Thron

Auf den Eiseninseln soll derweil ein neuer König gefunden werden. Beziehungsweise eine Königin, da Yara (Gemma Whelan) ihren Hut in den Ring wirft. Diese Kandidatur wird öffentlich von Theon (Alfie Allen) unterstützt, doch letztlich macht ihnen ihr Onkel Euron (Piloe Asbaek) einen Strich durch die Rechnung. Er gibt zu, seinen Bruder ermordet zu haben, doch selbst dieses Verbrechen schadet seinem Anspruch nicht. Er überzeugt die Bewohner der Eiseninseln mit seinem Plan, eine mächtige Flotte zu bauen und Daenerys zu heiraten, um mit ihr den Eisernen Thron von Königsmund zu erobern. Die maritime Krönungszeremonie nutzen Theon und Yara, um mit einigen Getreuen und den besten Schiffen der Eiseninseln zu fliehen, doch ihr mordlüsterner Verwandter will sie nicht einfach so entkommen lassen.

Im Norden – Hold the Door

Das große Finale von „Das Tor“ ereignet sich jenseits der Mauer und wird vermutlich noch für einige Wochen Gesprächsstoff gut sein. Zu Beginn dieses Handlungsstrangs wird uns ein Rückblick in die Gesichte der Weißen Wanderer gewährt. Bei einem ihrer Streifzüge durch die Vergangenheit gelangen Bran Stark (Isaac Hempstead Wright) und die Dreiäugige Krähe (Max von Sydow) zu einem der Wehrholzbäume, wo sich die Kinder des Waldes versammelt haben. Anschließend werden wir Zeuge, wie sie einen gefangenen Menschen in den Nachtkönig verwandeln – den Anführer der Weißen Wanderer.

Zurück in der Gegenwart erfährt Bran den Grund dafür: Im Kampf gegen die Menschen befanden sich die Kinder des Waldes in einer verzweifelten Situation und in dieser Not haben sie eine Kreatur geschaffen, die nun auch sie bedroht. Die Geister, die ich rief. Unter diesem Motto kann man auch Brans folgende Taten einstufen. Während die Dreiäugige Krähe zu schlafen scheint, macht er sich alleine auf die Suche nach Antworten. Um mehr über die Weißen Wanderer zu erfahren, begibt er sich mittels der Macht des Wehrholzbaums zu der Zombiearmee.

Diese können Bran jedoch sehen und der Nachtkönig nutzt die Gelegenheit, um Bran mit seinem Mal zu versehen. Dadurch hat er die Macht, Bran und seine Verbündeten aufzuspüren und die Schutzzauber um den Wehrholzbaum zu passieren. Bei dem bevorstehenden Angriff sterben nahezu alle Lebenden: Die Kinder des Waldes, die Dreiäugige Krähe, Schattenwolf Sommer – und schließlich auch Hodor (Kristian Nairn). Bei seinem tragischen Tod erfahren wir auch, warum er seinen Namen trägt.

Während des Ansturms der Zombiehorden befinden sich die Dreiäugige Krähe und Bran im vergangenen Winterfell, wo wir den noch normalen Wyllis sehen. Aus der Gegenwart dringt Meeras (Ellie Kendrick) Hilferuf zu ihnen, weswegen Bran von Hodor Besitz ergreift und dieser Bran vor der Gefahr in Sicherheit bringt. An der Tür nach draußen bleibt schließlich Hodor zurück und opfert sein Leben für Bran, der von Meera in Sicherheit gebracht wird. Diese ruft Hodor dabei immer wieder „Hold the door“ zu. In der Vergangenheit muss Bran zeitgleich erleben, wie Wyllis zusammenbricht und immer wieder „Hold the door“ brüllt, bis aus diesem Satz schließlich „Hodor“ wird.

Fazit der „Game of Thrones“-Review – „Das Tor“ Staffel 6 Folge 5

Auf emotional niederschmetternde Art wurde uns enthüllt, warum Hodor dieses eine Wort stets wiederholt hat. Bran brachte unbeabsichtigt Wyllis um dessen Verstand, als er in der Gegenwart von Hodor Besitz ergriff. Die traumatischen Erlebnisse an der Tür und der Tod durch die Zombiearmee waren offensichtlich zu viel für einen kleinen Jungen. Einer der wenigen durchweg sympathischen Charaktere von „Game of Thrones“ hat damit auf tragische Weise sein Leben gelassen; letztlich aber für Bran, womit man seit längerer Zeit rechnen konnte. Bran dürfte durch sein tölpelhaftes, übermütiges Verhalten ordentlich Kredit bei den Zuschauern verspielt haben und es ist fraglich, ob Hodors Opfer ihn überhaupt gerettet hat. Die Armee der Weißen Wanderer braucht im Gegensatz zu Meera keine Pause, weswegen die Verfolgungsjagd ein unschönes Ende nehmen müsste.

Das Finale um Hodor überschattet die anderen Ereignisse aus „Das Tor“ bei weitem, aber dennoch wollen wir den Rest der Folge nicht unter den Teppich kehren. Einmal mehr diente „Das Tor“ eher dem weiteren Aufbau von Konflikten, die vermutlich erst gegen Ende der Staffel eskalieren werden. Der „Battle of the Bastards“ um Winterfell hat einen kleinen Schritt nach vorne gemacht, Aryas Ausbildung tritt langsam in die kritische Phase und in Meereen haben die politischen Spielereien eine interessante Figur hinzugewonnen.

Mehr hat sich da auf den Eiseninseln ereignet. Den Machtkampf hat mit Euron ein engagierter, skrupelloser Mann gewonnen, dessen Absichten mit Daenerys für eine interessante Komponente in ihrer Geschichte sorgen könnte. Fraglich ist auch, wo wir Theon und Yara wiedersehen. Das naheliegendste Ziel wäre wohl der Norden, womit sie in den „Battle of the Bastards“ eingreifen würden. Da sie aber vermutlich Verfolger mit sich bringen, dürfte die Schlacht um Winterfell damit eine ganz neue Dimension gewinnen.

All das werden wir aber erst in den nächsten Folgen erfahren. Den Auftakt dabei macht Episode 6, die auf den Namen „Blut von meinem Blut“ hört und zu der ihr euch hier den Trailer ansehen könnt.

Game of Thrones Preview Staffel 6 Folge 6

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