Agnieszka Holland

Schauspielerin • Regisseurin • Drehbuchautorin
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Leben & Werk

In Deutschland erregte sie 1990 mit „Hitlerjunge Salomon“, der authentischen und außergewöhnlichen Geschichte eines jungen Juden, der per Zufall erst im sowjetischen Komsomol, dann in einer Eliteschule der Hitlerjugend erzogen wird, einen kleinen Skandal, da die Republik vor „Schindlers Liste“ und „Das Leben ist schön“ noch nicht reif für den Stoff war. In den USA hingegen wurde der Film mit dem „Golden Globe“ geehrt. Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland, geboren 1948 in Warschau, studierte Film (in Prag) und gehört mit Krysztof Kieslowski zu den Regisseuren des „Kinos der moralischen Unruhe“, dessen Motivation die Entlarvung der Fassaden offizieller Kultur und Misstrauen gegen vorgeschriebene Propagandabilder war. Das Thema prägt ihr Gesamtwerk. Ihr Debütfilm entstand für das polnische Fernsehen, mit dem Film „Provinzschauspieler“, einem Drama im Theatermilieu, gewann sie 1979 in Cannes den FIPRESCI-Preis. Ihr Film „Goraczka – Fieber“ (1980), der eine polnische Widerstandgruppe gegen das Zaren-Regime beobachtet, erhielt den Hauptpreis des Filmfestivals in Gdansk, „Eine alleinstehende Frau“ (1981) schildert die Beziehung einer alleinstehenden Postbotin und eines Behinderten. Als 1981 in Warschau das Kriegsrecht ausgerufen wurde, ging Holland ins Exil und arbeitete in den folgenden Jahren in Deutschland, Frankreich, Holland und den USA. Für Produzent Artur Brauner inszenierte sie „Bittere Ernte“ (1984), in dem ein polnischer Bauer (Armin Müller-Stahl) eine geflohene Jüdin (Elisabeth Trissenaar) versteckt, sie vergewaltigt und später zur weiteren Flucht verhilft. Der Film wurde für den „Oscar“ nominiert. In zwei Filmen setzt sich Holland mit Priestern auseinander: In „Der Priestermord“ (1987) mit der Entführung und Ermordung des antikommunistisch engagierten Kaplans Jerzy Popieluszko, in „The Third Miracle“ (1999) mit einem Priester (Ed Harris), der in den USA Beweise für die Wunderwirkungen einer Frau sucht. Mit „Der geheime Garten“ entstand 1993 ein Kinderfilm nach dem wiederholt adaptierten Klassiker von Frances Burnett, mit „Total Eclipse“ die Geschichte der Hassliebe der Dichter Arthur Rimbaud (Leonardo DiCaprio) und Paul Verlaine (David Thewlis). Hollands beste Literaturverfilmung wurde „Washington Square“ (1997): Nach dem bereits 1949 von William Wyler als „Die Erbin“ verfilmten Roman von Henry James entstand mit Jennifer Jason Leigh in der Hauptrolle ein die Erstversion übertreffender Film um den Druck, den väterliche Liebe, Gefühlsverwirrungen und Ehrgeiz sowie Erbschleicherei auslösen können.

Ihr Film „Julie Walking Home“ mit Miranda Otto in der Hauptrolle erregte Aufsehen auf dem Independent Filmfestival Method Fest 2003 und Holland erhielt dafür den Preis als beste Regisseurin. Otto spielte die Mutter eines krebskranken Kindes, die einen Wunderheiler aufsucht und sich in diesen verliebt. Aus ihrer Vorliebe für historische Stoffe entstand 2006 „Der Klang der Stimme“. Der als Künstlerporträt angelegte Film wendet sich Beethoven und seinem wohl berühmtesten sinfonischen Werk, der Neunten, zu, die auch als emotionaler Showdown erklingt. Ed Harris verkörpert das Genie in sehr egozentrischer Weise und Holland stellte ihm die engelsgleiche Muse Anna Holtz (Diane Kruger) zur Seite, die allerlei Schroffheiten über sich ergehen lassen muss.

Holland schreibt auch Drehbücher („Die Dämonen“, für Andrzej Wajda, ungenannt für die „Drei Farben“-Trilogie von Kieslowski). Ihre Schwester Magdalena Lazarkiewicz arbeitet ebenfalls als Regisseurin.

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