Adrian Lyne

Producer • Regisseur
Adrian Lyne Poster

Leben & Werk

Er hat Lust auf Skandale und wurde mit „Flashdance“, „9 1/2 Wochen“ und „Eine verhängnisvolle Affäre“ einer der erfolgreichsten und meistdiskutierten Regisseure der 80er Jahre. „Flashdance“ überführte die Musicals Hollywoods in die Ästhetik der Musikvideos und die Ära der Pop-Songs, löste Tanzszenen in Schnitte auf, statt sie komplett zu zelebrieren. Der 1941 in England geborene Adrian Lyne begann wie seine Landsmänner Ridley Scott und Stephen Frears in der Werbebranche, traf bei der Produktion eines Spots für eine Jeansmarke auf den Produzenten David Putnam, der ihn als Regisseur mit einer Story über vier weibliche Teenager in Los Angeles, darunter Jodie Foster, debütieren ließ: „Foxes – Jeanies Clique“ fing das Lebensgefühl der beginnenden 80er ein und war der Beginn einer Reihe von Filmen, die auf junge unverbrauchte Gesichter setzten, so auch Jennifer Beals, die die durch Tanz aufstrebende Stahlarbeiterin in „Flashdance“ spielte. Lyne blieb der Ästhetik des Films mit seinem Erotikfilm „9 1/2 Wochen“ verbunden, in dem Kim Basinger und Mickey Rourke ein Yuppie-Paar spielen, die über diesen Zeitraum extensiv und exklusiv ihren Sexvorlieben leben, bis die Frau ausbricht. Der Ehebruch- und Mord-Thriller „Eine verhängnisvolle Affäre“ (1987) bringt Lyne eine „Oscar“-Nominierung ein. Glenn Close spielt darin eine sich zur Psychopathin entwickelnde Frau, die von ihrem Geliebten (Michael Douglas), der zu seiner Familie zurückkehrt, sitzen gelassen wird. Sie dringt in seine Familie ein und wird von der Ehefrau getötet. Dieses Finale entstand als Nachdreh, nachdem Previews, in denen in der ursprünglichen Fassung Close als moralische Siegerin zu sehen war, vom Testpublikum abgelehnt worden war. Wie „9 1/2 Wochen“ wurde „Eine verhängnisvolle Affäre“ ein Welterfolg. Ebenso umstritten war „Ein unmoralisches Angebot“ (1993), in dem eine junge Frau (Demi Moore) über das Angebot eines alternden Millionärs (Robert Redford) entscheiden muss, für eine Million Dollar für eine Nacht das Bett mit ihm zu teilen; sie könnte sich und ihren Freund dadurch finanziell sanieren. Die Frage wird schließlich moralisierend verneint. Lynes „Lolita“-Verfilmung, nach Stanley Kubricks Version (1961) die zweite Version des Romans von Vladimir Nabokov, mit Jeremy Irons, Dominique Swain und Melanie Griffith in den Hauptrollen, fand in den USA zwei Jahre keinen Verleih und wurde in Europa ein Misserfolg, weil er nur vorgeblich skandalös war. Lynes bester Film ist „Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits“ (1990), in dem Tim Robbins einen Vietnam-Veteranen spielt, dessen surreale Visionen sich nach dem Vorbild einer Kurzgeschichte (von Ambrose Bierce) als die letzten Sekunden vor seinem Tod erweisen. Der Höllentrip dieser abgründigen Psycho-Reise, die eine Gesellschaft vor dem Kollabieren zeigt und viele Motive aus „Sieben“ vorwegnimmt, war ein Kritikererfolg, aber kommerziell ein Misserfolg.

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