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Alle Bilder und Videos zu Abel Ferrara

Leben & Werk

Seine Filme zeichnen die Großstadt als Dantesches Inferno und heben sich durch ihre kompromisslose Darstellung von Gewalt und Leidenschaft von den meisten Independent-Filmen der USA ab. Abel Ferrara, geboren 1952 in New York, nutzt die Muster von Gangsterfilm, Melodram und klassischem Thriller, um seine Geschichten über exzessive Akte sinnloser Gewalt zu zelebrieren. Er beruft sich auf Martin Scorsese, Jean-Luc Godard und Rainer Werner Fassbinder als Vorbilder. In seinem Regiedebüt „The Driller Killer“ (1975) wird ein Maler an der Großstadt irre, in „Die Frau mit der 45er Magnum“ wird eine zwei Mal Vergewaltigte zum Racheengel, in „Fear City“ (1984) organisieren die Zuhälter um Tom Berenger für ihre Stripperinnen (darunter Melanie Griffith) eine Sicherheitsdienst und kommen einem Serienmörder auf die Spur. Da sich der finanzielle Erfolg nicht einstellte, übernahm Ferrara TV-Arbeiten („Miami Vice“). Mit „Krieg in Chinatown“ (1987) wieder im Kino, inszenierte Ferrara hier eine „Romeo-und-Julia-Geschichte zwischen Italoamerikanern und Chinesen. Wie mit „Fear City“ war er seiner Zeit voraus, benutzte Disco-Pop als Handlungsträger und blieb der Härte seiner Erzählungen treu. In „King of New York“ stellte er Christopher Walken als Drogendealer im Untergang ins Zentrum einer Gangsterballade, in „Das Begräbnis“ zeigt er den Verfall einer Gangsterfamilie im New York der 40er-Jahre. Ferraras Hauptwerk dieser Zeit war der mit Harvey Keitel besetzte „Bad Lieutenant„, in dem Keitel in einer an die Grenzen der Schauspielkunst führenden Selbstaufgabe die selbstzerstörerischen letzten Wochen im Leben eines zwischen Sexsucht, Drogen, Schulden, kaputter Ehe, Marienkult und Korruption delirierenden Cops vermittelt: eine der intensivsten Kinoerfahrungen der 90er Jahre. Mit Madonna und Keitel als Schauspielerin und Regisseur in „Snake Eyes“ wird das Thema rauschhafter Suche in der Filmarbeit behandelt, mit Matthew Modine als Drogensüchtigem in „Black Out“ (in dem das Supermodel Claudia Schiffer eine Nebenrolle spielte) das Thema vom permanenten Rauschzustand weiterverfolgt. Der schwarzweiße Vampirfilm „The Addiction“ (mit Lili Taylor) kombiniert die Elemente des Blutdurstes mit der Aids-Angst der 90er Jahre.

1998 verfilmte Abel Ferrara mit „New Rose Hotel“ William Gibsons gleichnamigen Roman. Zur Besetzung gehörten erneut Christopher Walken und Willem Dafoe. Mit „Abel Ferrara: Not Guilty“ hat der Filmemacher Rafi Pitts ein faszinierendes Porträt über seinen Regiekollegen verfasst und Stimmungen erzeugt, die seine Filme nicht nur zitieren, sondern auch allgegenwärtig machen. 2005 holte Ferrara Juliette Binoche für die Hauptrolle der Maria Magdalena seiner italienisch-französischen Produktion „Mary“ ans Set. Der Film im Film setzt sich auf verschiedenen Ebenen mit der Glaubensthematik auseinander. Auf den Filmfestspielen von Venedig kam das Drama so gut an, dass Ferrara den Spezialpreis der Jury erhielt. Nach seinem Umzug nach Rom 2005 begann er mit Dreharbeiten zu einem Gaunerfilm, der auf den Roman „Pericle il Nero“ von Guiseppe Ferrandino basiert.

Zwischen europäischem Autorenfilm und amerikanischen Genremustern seinen Weg gehend, ist Ferrara als Außenseiter ein verstörender und befruchtender Filmemacher, der von Teilen der Kritik wegen seiner eindeutigen Sinnsuchen als religiöser Autor bezeichnet wird. Ferrara arbeitete fast immer mit dem Drehbuchautor Nicholas St. John, der einen ketzerischen Katholizismus (am ausgeprägtesten in „Bad Lieutenant“) pflegt.

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