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Leben & Werk

Französischer Regisseur und Drehbuchautor. Mit Rachid Bouchareb („Tage des Ruhms“, „London River„) und Mehdi Charef („Tee im Harem des Archimedes“) gehört Abdellatif Kechiche zu den bedeutenden Vertretern des „Cinéma beur“ (Verballhornung von ‚Araber‘), des zwischen den Kulturen stehenden Kinos der in Frankreich lebenden und aufgewachsenen maghrebinischen Filmemacher, die das Verhältnis von Immigration und kultureller Identität beleuchten. Seine bisher drei Spielfilme „Voltaire ist schuld„, „Nicht ja, nicht nein“ und „Couscous mit Fisch“ erzählen mit warmherzigem und persönlichem Blick von Jugendlichen und Familien, die, von kulturellen Grenzen eingeengt, um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen und ihre Träume verfolgen. Mit Fatih Akin („Gegen die Wand“, „Auf der anderen Seite“) wurde Kechiche 2008 mit dem europäischen Medienpreis, der Karlsmedaille, für seinen herausragenden Beitrag zur europäischen Integration ausgezeichnet.

In „Voltaire ist schuld“ (2000) erzählt Kechiche von einem jungen tunesischen Einwanderer in Frankreich, der wie Voltaires Held „Candide“, ein neues Leben beginnen will, sich in Paris mit Straßenverkäufern über Wasser hält und in einer aufregenden jungen Frau (Elodie Bouchez) eine Partnerin findet. In „L’Esquive - Nicht ja, nicht nein“ (2003) findet Krimo, 15, aus einer Einwandererfamilie in einem tristen Hochhausviertel am Rand von Paris, Zugang zur Theatergruppe der Schule, weil er sich in die Hauptdarstellerin verliebt hat und bringt mit Begehren und Stolz das Gefüge der Gruppe im sozialen Brennpunkt durcheinander. In „La graine et le mulet - Couscous mit Fisch“ (2007) wird der 60-jährige, in der südfranzösischen Küstenstadt Sète lebende Hafenarbeiter Slimane von der Tochter der mit ihm lebenden Frau nach seiner Entlassung ermutigt, ein Restaurant zu eröffnen.

Abdellatif Kechiche wurde 1960 in Tunis geboren und zog 1966 mit seiner Familie nach Frankreich. Er wuchs in Nizza auf und begann dort 1978 als Schauspieler am Theater. 1981 debütierte er als Theater-Regisseur und ging mit mehreren Stücken auf Tournee. Als Filmschauspieler war Kechiche unter anderem in André Téchinés „Die Unschuldigen“ (1987, als Gigolo) und in Nouri Bouzids „Business - Das Geschäft mit der Sehnsucht“ (1992) als illegaler Einwanderer und Taxifahrer zu sehen. Für diese Rolle wurde er auf dem Filmfestival Namur ausgezeichnet. „Voltaire ist schuld“, seinen ersten Spielfilm als Regisseur, der in Venedig als Bestes Erstlingswerk ausgezeichnet wurde, finanzierte er mit Geldern der Nachwuchsförderung und drehte ihn in sechs Wochen mit nur einer Kamera. Kechiche, der den japanischen Regisseur Yasujiro Ozu („Reise nach Tokio“) verehrt, arbeitet fast nur mit Laiendarstellern, den Slimane in „Couscous“ spielt ein Freund und Arbeitskollege seines Vaters.

Abdellatif Kechiche wurde für „Nicht ja, nicht nein“ (2005 vier Césars, u.a. Bester Film) mit dem César als Bester Regisseur ausgezeichnet. 2008 wurde er für „Couscous mit Fisch“ (vier Césars, u.a. Bester Film) erneut als Bester Regisseur mit dem César geehrt.

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