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„Star Trek Beyond“ – die Kritik

„Star Trek Beyond“ – die Kritik

Das bringt der Serienherbst auf Disney+

Epische Action für das dienstälteste Weltraum-Epos: Regisseur Justin Lin bringt die Enterprise filmisch auf Hochtouren.

In seinem letzten Film hat Regisseur Justin Lin ja noch die „Fast & Furious“ ins Rennen geschickt. Seine bewährte Erfolgsformel: bombastische Action, coole Sprüche, viele spektakuläre – und im Kontrast dazu einige emotionale Szenen. Diese Formel kommt auch beim dritten Teil der neuen „Star Trek“-Reihe zum Einsatz. Nur, dass seine Raumschiff-Crew ein paar mehr PS unter der Haube hat, als Vin Diesel & Co. Doch auch den legendären Warp-Antrieb der Enterprise bringt der Filmemacher filmisch so virtuos auf Hochtouren, dass „Star Trek Beyond“ für Fans der Reihe zum wahren Augenschmaus wird.

Weder das kultige Raumschiff selbst noch die gewaltigen Raumstationen des „Star Trek“-Universums wurden jemals in solcher visuellen Opulenz auf die Leinwand gebracht. Justin Lin zelebriert die Enterprise und die Eroberung des Alls durch die Sternenflotte, dass es allen Trekkies Freudentränen in die Augen treibt. Auch, wenn er solche Momente der Erhabenheit am liebsten in schnellem Wechsel mit purer Action bricht.

Seine filmische Racing-Historie kann und will er dabei nicht verleugnen: „Star Trek Beyond“ ist eine einzige wilde Hetzjagd. Meist natürlich mit der Enterprise durchs All – mal auf der Flucht, mal als Verfolger. Doch ihrer Crew geht es dabei letztlich genauso: Die wird nämlich von einer feindlichen Rasse in einen Hinterhalt gelockt, weit jenseits des eigentlichen Operationsgebiets der Sterneflotte. Hier sind Kirk (Chris Pine) und sein Team auf sich allein gestellt. Noch dazu mit einem havarierten Schiff sowie einer Mannschaft, die sich größtenteils in Gefangenschaft befindet – und das auf einem Planeten, der sich in jeder Hinsicht als unfreundlich erweist.

Doch wenn die Hightech versagt, muss eben Lowtech die Rettung bringen. Denn schnell stellen die gestrandeten  Raumfahrer fest: Die Enterprise ist nicht das einzige Schiff der Sternenflotte, das hier festsitzt. Vor Jahrzehnten wurde der fremdenfeindliche Planet schon mal zur Falle für einen Sternenkreuzer. Und dessen Überreste bergen nicht nur technische Überraschungen – auch sein kampferprobter Bewohner zeigt sich als echte außerirdische Verstärkung.

Mit mehr Rasanz mussten Kirk & Co. noch nie ums Überleben kämpfen. Justin Lin bringt ein Action-Spektakel der Raumklasse A auf die Leinwand, das dem Publikum kaum ja eine Minute Ruhe gönnt. Das geht zwar etwas zu Lasten von Story, Logik – und auch Bösewicht Krall und die Seinen sind etwas eindimensional geraten. Nichtsdestotrotz macht das bombastische Raum-Abenteuer in Summe einfach galaktischen Spaß.

Apropos Spaß: Verglichen mit den Vorgängern darf in „Star Trek Beyond“ auch wieder verstärkt gekichert werden. Speziell die schon in der TV-Serie legendären Verbalscharmützel zwischen Vulkanier Spock (Zachary Quinto) und Dr. Leonard „Pille“ McCoy (Karl Urban) werden genussvoll zelebriert, ohne je ins Alberne abzugleiten. Der alte Fan nickt anerkennend bei der Verbeugung vor dem Original. Der Newcomer hat einfach seinen Spaß an treffsicherer Situationskomik und origineller Reibungshitze zwischen zwei dauerkabbelnden Mannschaftskollegen.

Mit „Star Trek Beyond“ setzt Regisseur Justin Lin für die Enterprise einen neuen Kurs in Richtung straighte Action, der vielleicht nicht jedem Trekkie zusagt. Komplexere Aspekte, die in den Vorgängern thematisiert wurden, – Ethik-Fragen oder Psycho-Spielchen – dürfen nicht mit an Bord. Solche tiefer gehenden Elemente werden rückstandslos ersetzt durch Highspeed-Action und Dauergefechte. Diese dafür so grandios inszeniert, dass man gar nicht erst dazu kommt, irgendetwas zu vermissen. Und mehr kann man beim besten Willen nicht verlangen vom filmischen Update eines Filmthemas, das jetzt seinen 50. Geburtstag feiert.

 Der Trailer zu „Star Trek Beyond“

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