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„Westworld“ Staffel 2 Folge 1 Review: Was wird aus Westworld?

Author: Helena CeredovHelena Ceredov |

Westworld Poster

Mit der 1. Staffel von „Westworld“ ist HBO ein Meisterwerk gelungen. Kann Staffel 2 dem Hype gerecht werden? Die 1. Folge „Zeit der Vergeltung“ heißt uns mit einem soliden Einstand willkommen. Der Krieg zwischen Mensch und Maschine hat begonnen.

Im Video fasst Jimmi Simpson die erste Staffel verständlich zusammen

Die 2. Staffel von „Westworld“ knüpft an den verhängnisvollen Abend an, an dem Park-Schöpfer Ford (Anthony Hopkins) den Startschuss zur Roboter-Revolution gab. Nach wenigen Stunden ist der Park zum grausigen Schlachtfeld verkommen. Zerschossene und von Maden zerfressene Leiber pflastern die Straßen. Die wenigen Überlebenden bringen sich in der brütenden Mittagshitze vor wild gewordenen Androiden in Sicherheit. Es sieht nicht gut für die Zukunft der Menschheit aus.

Hier könnt ihr die Zusammenfassung vom Staffel 1 Finale nachlesen

Dolores nimmt Rache, Maeve geht auf eine Mission und Ed Harris ist unzerstörbar

Dolores (Evan Rachel Wood) blüht in dem Chaos dagegen so richtig auf. Zusammen mit ihrem treuen Begleiter Teddy (James Marsden) übt sie grausame Rache an ihren Peinigern und plant nebenbei die Weltherrschaft. Teddy zeigt sich sichtlich verstört von ihrer neuen blutrünstigen Persönlichkeit. Doch Dolores schwört keine Ruhe zu geben, bis sie den letzten Menschen vernichtet hat.

Im Delos-Hauptquartier rettet Maeve (Thandie Newton) Autor Lee (Simon Quarterman), der gerade im Begriff ist, von seiner eigenen Kreation verspeist zu werden. Sie spannt ihn und Liebhaber Hector auf die Suche nach ihrer verlorenen Tochter ein. Besonders von Nutzen wird der feige Lee trotz seiner Park-Kenntnisse nicht sein, doch zumindest sorgt das ungleiche Trio für die wenigen witzigen Momente.

Der „Mann in Schwarz“ (Ed Harris) ist nicht tot zu kriegen. Voller Vorfreude setzt er seinen altbewährten Hut auf, um nach Jahren der Mühsal, die Simulation hinter sich zu lassen. Doch selbst aus dem Grab scheint Ford mit seinem Langzeitgast zu spielen. Fords kindliches Alter Ego überbringt eine neue Mission. Der „Mann in Schwarz“ soll auf die Suche nach der „Tür“ gehen. Ob das neue gefährlichere Westworld die verheißene Befriedigung bringt? Oder ist er wie eine Ratte im endlosen Labyrinth gefangen?

Wird Bernard zur nächsten Dolores?

Der interessanteste Part kommt in der 1. Folge Bernard (Jeffrey Wright) zu. Nachdem sich die Serie in der 1. Staffel auf Dolores konzentrierte, dreht sich die 2. Staffel um Bernards Perspektive. „Ist das die Gegenwart?“, fragt er zu Beginn der Folge. Er scheint wie einst Dolores Erinnerungen und gerade Erlebtes durcheinander zu bringen. Und der Zuschauer ist genauso verwirrt wie er. Wir bekommen seine Erlebnisse in unchronologischer Reihenfolge erzählt. Einmal am Abend, als Ford starb. Einmal am Morgen danach. Einmal etwa zwei Wochen danach. Und einmal in der Vergangenheit, als Dolores noch kein Bewusstsein hatte.

Zu Beginn der Episode wird Bernard etwa zwei Wochen nach Fords Tod von einem militärischen Rettungskommando ohnmächtig am Strand aufgelesen. Der Anführer der Truppe Karl Strand - wunderbar gespielt von „Vikings“-Neuzugang Gustaf Skarsgård - entpuppt sich als aalglattes Arschloch, das kurzen Prozess mit Fords Schöpfung macht. Wenn Strand nur wüsste, dass Bernard auch ein Android ist. Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist das Geheimnis sicher. Ewig kann Bernard seine wahre Natur jedoch nicht verstecken. Irgendwann muss er sich für eine Seite entscheiden: Mensch oder Maschine.

Wir spulen nochmal zurück. Direkt am Abend von Fords Hinrichtung, schließt sich Bernard Delos-Supervisorin Charlotte (Tessa Thompson) an. Sie führt ihn zu einem geheimen Labor, in dem der Konzern heimlich mit der DNA der Gäste experimentiert. Doch bevor Bernard dem Unheil auf den Grund gehen kann, beginnt sein Gehirn nach dem Kopfschuss im Finale von Staffel 1 auszusetzen.

Was ist mit Bernard los? Vielmehr sollte die Frage lauten, wie ist Bernard programmiert? Wird er böse so wie Dolores, oder ist er friedlich wie der unglückliche Stallbursche oder hat Ford ihm ein ganz besonderes Programm in die Wiege gelegt? Man weiß es nicht so genau. Fakt ist, dass zwischen dem Morgen nach Fords Tod und seinen Erlebnissen am Strand mindestens zwei Wochen liegen, in denen sich Bernard an nichts erinnern kann. Wir vermuten, dass die kommenden Episoden diese Wissenslücke früher oder später schließen werden.

Am Ende der Folge kehren wir nochmal in die Zukunft/Gegenwart zurück. Das Rettungskommando entdeckt auf einer Karte eine große Ansammlung von Androiden. Doch die planen keinesfalls den Aufstand, sondern treiben leblos im Wasser. Was hat das zu bedeuten? Töten die Androiden jetzt auch andere Androiden? Und schwimmt da etwa Teddy tot im Wasser? Hat Bernard etwas mit ihrer Auslöschung zu tun?

In einem Flashback ganz am Anfang erzählt Bernard Dolores von einem Traum, in dem sie alle sterben und Bernard allein an der Küste zurückbleibt. Hat er etwa die Androiden umgebracht und wurde Bernard von Ford ohne sein Wissen zum Bösewicht programmiert?

In der Vorschau zur 2. Episode könnt ihr euch einen ersten Eindruck von den kommenden Ereignissen verschaffen:

Fazit

Kommen wir zur wichtigsten Frage. Wie gut ist die 2. Staffel? Natürlich ist es noch zu früh für ein Urteil. Unser erster Eindruck sagt uns, dass „Westworld“ neue Akzente setzten wird. Die 1. Staffel hat die wichtigsten Rätsel gelöst. Wir wissen nun wer Arnold ist, was das Labyrinth bedeutet und wie die Androiden ein Bewusstsein entwickeln. Wir kennen aber Fords Masterplan noch nicht.

Die 2. Staffel wird sich den ersten Schritten der Roboter-Revolution und einen größeren Fokus auf die Action- und Survivalaspekte legen. Nun treiben uns neue Fragen um. Werden die Androiden in die Welt der Menschen vordringen? Wer überlebt das gefährliche Westworld? Und was ist mit den anderen Welten des Parks? Eins hat die erste Folge geschafft, Lust auf die kommenden Ereignissen zu machen.

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Weitere wichtige Fragen aus Folge 1

Kommt Ford zurück? Der Mann in Schwarz exekutiert gleich am Anfang Fords junges Roboter-Alter Ego. Die Rettungsmannschaft findet die verweste Leiche des Erfinders vor. Bedeutet das, dass Ford endgültig tot ist? Wir denken, dass er sich noch in das Programm eingeschrieben hat. Auf eine leibliche Rückkehr von Anthony Hopkins sollte ihr jedoch nicht hoffen.

Die Rettungsmanschaft verweist auf einen sechsten Park und findet am Ende einen toten Tiger. Die Shogun-Welt wurde bereits vor dem Start der 2. Staffel angekündigt. Bengaltiger sind jedoch bekanntlich kein Teil des feudalen Japan. Da es einen Park Nr. 6 gibt, gehen wir davon aus, dass es zumindest noch sechs weitere Welten - wenn nicht sogar mehr - gibt. Wir sind schon gespannt, welche neuen Charaktere und Schauplätze in der 2. Staffel eingeführt werden.

Wo steckt Armistice? Im Finale der 1. Staffel hat sich die taffe Androidin einen Weg aus Delos freigekämpft. Ist sie jetzt in die Welt der Menschen eingedrungen oder zettelt sie in anderen Teilen des Parks die Revolution an?

Die Macher kündigten im Vorfeld an, dass Jimmi Simpson zurückkehrt. William ist bekanntlich das jüngere Alter Ego vom Mann in Schwarz. Daher wird es weiterhin Flashbacks in die Vergangenheit von Westworld gibt. Und die sind, wenn man nach der ersten Promo zur 2. Folge geht, mächtig verwirrend.

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