Das Staffelfinale der vierten Staffel „Vikings“ lässt wenigstens keinen Zweifel daran aufkommen, dass es eine Fortsetzung geben wird. Ein neuer Hauptcharakter beendet die Folge und verheißt weitere blutige Schlachten für Ivar und seine Brüder.

„Als Balduur, Odins Sohn, ins Totenreich ging, weinten nicht nur alle Lebenwesen. Das Feuer weinte. Und Eisen und Gold und Silber weinten. Die Steine weinten, die Erde weinte, ich nehme Abschied von dir, Reisende.“ 

Diese Worte richtet Floki im Finale der vierten Staffel an seine geliebte Helga, aber dazu später. Die 20. Folge „Vikings“ löst ein, was das Ende der 19. Folge versprach: Die große Schlacht zwischen Aethelwulf (Moe Dunford) und der Streitmacht der Nordmänner. Die Überlegenheit der Wikinger ist deutlich, das große Schlachten präzise in Szene gesetzt. Die Dialoge auf martialische Urschreie reduziert. Aethelwulf verzweifelt und fordert die verbliebenen Soldaten auf „Rettet euer Leben“. Martialische Siegesschreie folgen. Als Aethelwulf am Hof ankommt, hat er einzig im Sinn seine Familie zu schützen und ordnet die Flucht mit Mann und Maus und Sack und Pack an.

Aber König Ecbert (Linus Roache), der dem Wahnsinn nahe scheint, will den Ort nicht verlassen. Damit die englischen Provinzen nicht ihres Königs beraubt werden, verzichtet er zu Gunsten seines Sohnes auf die Krone und übergibt diese in einer kurzen Zeremonie an seinen Sohn. Aethelwulf ist nun also König anstelle des Königs und verlässt den Ort mit seinem Weib Judith (Jennie Jacques) und seinem Zieh-Sohn Alfred. Diesem bescheinigt der wirre Ecbert zum Abschied noch einmal ein vorbestimmtes Schicksal, dem dieser nicht entgehen können. Die Familie nimmt Kutsche, Wertsachen und Soldaten und verschwindet – wir werden sie erst in der fünften Staffel „Vikings“ wiedersehen.

König Ecberts letzte List

Der Bischof bleibt als einziger mit König Ecbert zurück, wegen der Kirchenschätze und des guten Weines. So setzen sich die beiden Männer gemeinsam ins Gemach, um zu saufen und zu warten. Die Nordmänner kommen auch alsbald, sind zwar überrascht niemanden anzutreffen, vertreiben sich die Zeit aber sogleich mit brandschatzen und plündern. Niemand findet Ecbert und den Mönch. Nach einiger Zeit erhebt sich der Ex-König betrunken und genervt von seinem sicheren Platz und schwankt nach draußen, um sich den Wikingern auszuliefern. Bevor die nordischen Recken ihn richten, erhebt Bjorn (Alexander Ludwig) die Stimme und befiehlt ihn zu verschonen. Die Brüder sperren ihn nun in den Käfig, in dem auch König Ragnar seine letzten Tage verbracht hat. Sie beraten, was mit ihm zu tun ist. Ivar (Alex Andersen) sinnt auf Rache, er will einen Blutadler, wie bei König Aelle (Folge 18). Bjorn will die Entscheidung nicht emotional treffen, sondern strategisch überlegen, was das Beste für sein Volk ist. Sie werden sich nicht wirklich einig, aber Ecbert mischt sich ein. Er hat eine letzte List gefunden, um die Nordmänner ein weiteres Mal über den Tisch zu ziehen.

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Ragnar (Travis Fimmel), den er zwar verraten, aber dennoch geliebt hat, wollte immer Land besitzen, um Bauern aus dem Norden darauf siedeln zu lassen. Wollten die Brüder den Willen des Vaters vollstrecken, so müssten sie dies bedenken. Ecbert bietet an, ihnen als König solche englischen Ländereien offiziell zu überschreiben. Dann wären sie rechtmäßige Landbesitzer und niemand könne sie am Siedeln hindern. Die Söhne haben keine Ahnung, dass die Urkunde mit Siegel und Unterschrift keinen Pfifferling wert ist. Obwohl sich Ivar den Blutadler gewünscht hat, gibt Bjorn dem ehemaligen König und „Freund“ seines Vaters die Chance sich alleine selbst zu richten. Er darf das Messer wählen und nach einem letzten Strip am Pool schneidet er sich die Adern auf.

Flokis Reise ins Unbestimmte

Floki (Gustaf Skarsgård) war dagegen, aber Helga (Maude Hirst) wollte dieses fremde Kind adoptieren wie ihr eigenes und brachte sie von der Mittelmeer-Reise mit nach Kattegat. Auch auf die Reise nach England hat Floki seine Familie mitgenommen, ebenfalls entgegen seines erklärten Willens. In der letzten Folge hatte das Mädchen bereits versucht zu fliehen, Unheil lag schon in der Luft. Als Helga mit dem Kind durch die Burg von Ecbert läuft, greift das Mädchen plötzlich mit einem Messer an und sticht auf Helga ein. Anschließend begeht sie eine Art Harakiri und tötet sich selbst. Floki kommt gerade noch rechtzeitig, um seine Frau im Sterben liegen zu sehen und einige letzte Worte mit ihr zu wechseln. „Du bist nicht wie die anderen Floki, bleib du selbst“ ist Helgas letzter Ratschlag an den Mann, der nun alles verloren hat. Seine Tochter, Ragnar und jetzt Helga.

Er bestattet sie alleine, dann sehen wir ihn im Gram und Bjorn versucht ihm Trost zu spenden. Zum ersten Mal trägt er keine Augenbemalung: „Ohne sie ist bin ich nichts. Und dieses Nichts übergebe ich den Göttern. Sie sollen damit tun, was sie wollen. Und ich werde ein leeres Schiff ohne Ruder sein, das auf ihrem endlosen Meer treibt. Und dorthin, wo sie mich führen, werde ich gehen. Gib auf dich Acht, Bjorn.“ Mit diesen Worten verschwindet er und wir können nur hoffen, ihn in Staffel 5 wiederzusehen – wo auch immer die Götter ihn hinführen werden. Die Begegnung mit dem moslemischen Glauben in Folge 16 scheint ihn geprägt zu haben, vielleicht verschlägt es ihn dorthin? Anscheinend möchte er aber weder mit Bjorn, noch mit Ivar weiterreisen?

Torvi lebt

In Folge 19 sahen wir, wie sie beim Angriff von Egil auf Kattegat mit einem Pfeil in der Schulter niedergestreckt wurde. Es blieb in dieser Folge unklar, ob sie überlebt hat. Serien-Erfinder Michael Hirst hat aber doch nicht seine gesamte Familie aus dem Cast entfernt, Torvi (Georgia Hirst) darf leben und sitzt mit Lagertha (Katheryn Winnick) zu Tisch, die voller Sorgen um die Zukunft ist und im Sinne Ragnars den Kampf nicht aufgeben will. Aber sie sieht, dass der Kampf der alten Götter gegen die Christen ein Kampf auf Leben und Tod sein wird. Und wir, die wir in der Zukunft sitzen, wissen, dass sie Recht hat.

Christen mit Schwert: Bischof Heahmund wird die neue Bedrohung

Und die christliche Bedrohung kündigt sich auch schon unheilvoll an. Showrunner Hirst hat es schon selbst gespoilert: Die vierte Staffel nimmt nicht nur lange gewohnte und geliebte Figuren von uns, sondern bringt auch einen neuen Charakter in den Hauptcast. Jonathan Rhys Meyers („Die Tudors“) spielt den kriegerischen Bischof Heahmund. Wie Hirst ankündigte, soll dieser vor allem Ivar in der kommenden Staffel das Leben schwer machen. Diese Christen mit Schwert gab es wirklich, sie waren die Vorgänger der Tempelritter. Ihr starker christlicher Glauben stand für sie in keiner Weise im Widerspruch zu blutigen Gräueltaten und rücksichtslosem Gemetzel. Das letzte Bild der Staffel zeigt uns dann auch ein Schwert mit einer geheimnisvollen Gravur: „Ananyzapta“. Dabei handelt es sich um eine mittelalterliche Inschrift, die an verschiedenen Stellen vorgefunden, aber bis heute nicht entschlüsselt worden ist. Eine der Vermutungen zu ihrer Bedeutung wäre, das es heißt: „Verflucht sei der Teufel durch die Taufe des Johannes“.

Eine Staffel und mehr als vier Todesfälle – Die Zukunft liegt im Ungewissen

In der vierten Staffel wurden die Karten neu gemischt. König Ragnar hat seinen Abschied gut vorbereitet, der alte Eber wusste, wie er seine kleinen Schweinchen zum Grunzen bringen kann. Alle fünf haben zusammen gehalten und die Rache genommen, die er sich wahrscheinlich erhofft hatte. Bjorn weiß, dass es ihn zu neuen Ufern zieht, er will weiter das Mittelmeer erkunden und nicht in England siedeln – diesen Wunsch will er seinem Vater nicht erfüllen. Auch Ivar will kein Bauer sein, sondern die Streitmacht nutzen, andere Orte überfallen und plündern. Vor versammelter Mannschaft entbrennt ein folgenschwerer Streit zwischen den Brüdern. Ein Konflikt der schon lange schwelte, findet ein abruptes Ende – das solltet ihr aber selber ansehen, manche Dinge sollte man nicht spoilern.

Ragnars Söhne sind jetzt – bis auf Bjorn – Vollwaisen, Floki ist völlig alleine, Ivar ist im Schlachtenwahn und Lagertha versucht Kattegat gegen den machthungrigen Harald und seinen Helfer Egil zu verteidigen. Aethelwulf hat nun die Möglichkeit, sich als König zu beweisen und aus dem Schatten seines Vaters, der ihn nie geliebt hat, herauszutreten. Und welches Schicksal ist für Alfred bestimmt? Der Abschied von unseren Lieblingsheiden ist glücklicherweise nicht für immer, die Saga ist noch lange nicht zu Ende erzählt – der Kampf geht weiter. Mögen die Götter die Dreharbeiten bestmöglich unterstützen!

 

 

 

 

 

 

 

 

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