The Walking Dead Poster

Produzenten verklagen US-Sender AMC wegen „The Walking Dead“

Andreas Engelhardt |

Bald startet Staffel 8 von „The Walking Dead“ und Millionen-Fans freuen sich auf die neuen Folgen der Zombie-Serie. Doch droht jetzt das unfreiwillige Aus? Produzenten von „The Walking Dead“ verklagen den US-Sender AMC, was zum größten Fall der TV-Geschichte werden könnte – immerhin steht die Summe von einer Milliarde US-Dollar im Raum.

The Hollywood Reporter überbrachte die überraschende News, dass Produzenten von „The Walking Dead“ den US-Sender AMC wegen der Hit-Serie verklagen. Unter ihnen befindet sich mit Robert Kirkman der Schöpfer der „The Walking Dead“-Comics, auf denen die TV-Serie basiert. Kirkman selbst unterzeichnete erst jüngst einen Deal mit Amazon Prime; für den Streaming-Dienst wird er in Zukunft neue Serien entwickeln.

The Walking Dead: Wer überlebt den Krieg gegen Negan?

Die Produzenten bemängeln in ihrer Klage, dass AMC durch unlautere Praktiken einen unrechtmäßig großen Anteil an dem Erfolg von „The Walking Dead“ für sich behalten haben. Die Produzenten wurden laut ihrer Darstellung nicht angemessen bezahlt und fordern nun eine Entschädigung, die insgesamt bis zu einer Milliarde US-Dollar umfassen könnte.

Staffel 8 von „The Walking Dead“ kommt definitiv! Hier gibt es den Trailer

„The Walking Dead“-Produzenten verklagen AMC: Darum geht es

Normalerweise produziert ein Studio eine Serie und verkauft die Rechte für die Ausstrahlung an einen Sender. Allerdings wird „The Walking Dead“ von AMC Studios produziert, die zum selben Konglomerat wie AMC Network gehören. Der Sender braucht deswegen nur 2,4 Millionen US-Dollar für eine Episode zu zahlen, was allenfalls ein symbolischer Wert ist. Sofern bei diesem Deal überhaupt wirklich Geld den Besitzer wechselt.

Selbst deutlich quotenschwächere Serien wie „Mad Men“ oder „Breaking Bad“ haben AMC weit mehr pro Folge gekostet. Genau wie der frühere Showrunner Frank Darabont, der AMC auf 280 Millionen US-Dollar verklagt, fordern die Produzenten vor Gericht von AMC eine Entschädigung. Darabont und seine Anwälte führen in ihrer separaten Klage auf, dass der Sender eigentlich 30 Millionen US-Dollar pro Folge zahlen müsste.

„The Walking Dead“: Wurde dieser Tod bereits verraten?

Hochgerechnet auf sieben Staffeln ergibt sich eine enorme Summe, die AMC an die klagenden Produzenten zu überweisen hätte – sollten sie den Fall verlieren. In einer offiziellen Stellungnahme zeigte sich der Sender entschlossen, die Klage als haltlos darzustellen. Wenn AMC aber tatsächlich hunderte Millionen US-Dollar nachzahlen muss, dürfte es um „The Walking Dead“ schlecht bestellt sein. Selbst wenn AMC die Strafe stemmen kann – was angesichts einer solchen Summe nicht garantiert ist –, wären danach wohl kaum die Mittel vorhanden, um die zunehmend teurer werdende Serie noch zu finanzieren.

Schlauer werden wir wohl erst ab dem nächsten Jahr, denn vor 2018 dürfte der Prozess nicht beginnen. Die Entscheidung selbst könnte sich noch einige Jahre ziehen. Mit „The Walking Dead“ geht es zunächst also definitiv weiter; Staffel 8 startet in Deutschland am 23. Oktober 2017.