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Fans sind sauer: Das muss sich bei „The Walking Dead“ ändern

Fans sind sauer: Das muss sich bei „The Walking Dead“ ändern
© eOne / WVG / AMC

In seiner aktuell siebten Staffel sieht sich „The Walking Dead“ zum ersten Mal mit einem enormen Zuschauerschwund konfrontiert. Die dafür genannten Gründe unterscheiden sich, aber viele stören sich derzeit an zumindest einem großen Punkt und wir wollen die Kandidaten hier einmal zusammenfassen und nach Möglichkeit gleich noch eine Lösung anbieten.

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Das muss sich bei „The Walking Dead“ ändern

Problem Nr. 1 – Die Gewalt

Viele Zuschauer beschwerten sich bei dem Auftakt von Staffel 7 über den enorm brutalen Tod zweier Fanlieblinge und kehrten „The Walking Dead“ deswegen den Rücken zu. Bei einer Serie, die von der Zombie-Apokalypse handelt, kann man auf Gewalt kaum verzichten und immerhin orientierte sich die Serie in der kritisierten Szene lediglich an der Comic-Vorlage.

Hier einen Vorwurf zu machen, ist schwierig, immerhin müsste jeder wissen, womit er es bei „The Walking Dead“ zu tun hat und außerdem ist die Grenze bei Gewalt ein zutiefst subjektives Thema. Allerdings kann man „The Walking Dead“ durchaus vorwerfen, sich zunehmend auf diese Schockeffekte zu verlassen und seine Gewalt teilweise schon mit sadistischen Zügen zu zelebrieren. Dass Zuschauer aufgrund der deprimierenden Tode ihrer Lieblinge ab einem gewissen Punkt genug haben und sich nicht weiter quälen wollen, ist verständlich. Zumal „The Walking Dead“ selten einen Silberstreifen an den Horizont zeichnet, der auf bessere Zeiten hoffen lässt und einen damit bei sich hält. Der Tod von wichtigen Figuren ist allerdings im Serien-Konzept inhärent, womit wir es hier am Ende wohl mit einem Problem zu tun haben, dass sich nicht befriedigend auflösen lässt.

Problem Nr. 2 – Negan

Schon in Staffel 6 wurde Negan (Jeffrey Dean Morgan) als der neue große Ober-Bösewicht bei „The Walking Dead“ angekündigt und dementsprechend Vorfreude bei Serien-Zuschauern geweckt. Diese wurde für viele jedoch enttäuscht, denn in den ersten acht Folgen vor der Winterpause hat sich „The Walking Dead“ regelrecht zur Negan-Show entwickelt.

In unserer Kolumne hatten wir vor einiger Zeit die Meinung vertreten, dass Negan genau das ist, was die TV-Serie dringend gebraucht hat – vorausgesetzt, man benutzt ihn nicht zu inflationär. Genau das ist jedoch leider eingetreten. Zunehmend werden Beschwerden laut, die sich an dem Anführer der Saviors stören und seine ausschweifenden, langatmigen Monologe mittlerweile ermüdend finden. Weniger wäre manchmal eben mehr; Negan ist in den Comics einer der besten Charaktere, die „The Walking Dead“ hervorgebracht hat, doch die TV-Adaption hat noch nicht das richtige Händchen bei ihm bewiesen. Dies liegt keinesfalls am Schauspieler, Jeffrey Dean Morgan wusste in vielen Rollen zu überzeugen, nur vielleicht sollte man sich hinter den Kulissen noch einmal zusammensetzen und seine Ausrichtung überarbeiten.

Problem Nr. 3 – Rick in der passiven Rolle

Mit dem Aufstieg von Negan ging der Abstieg von Rick (Andrew Lincoln) einher. In den vorherigen Staffeln lernten wir ihn zunehmend als kompromisslosen Macher kennen, der moralisch oftmals fragwürdige Entscheidungen trifft, um das Überleben seiner Truppe zu sichern. Zum Auftakt wurde Rick jedoch gebrochen und kuschte deswegen vor dem neuen Bösewicht.

Viele Zuschauer mochten diese Entwicklung nicht, da sie Rick lieber als Aktivposten sehen, der sich zur Wehr setzt. „The Walking Dead“ hat hier eine neue Hierarchie etabliert, doch der Wandel des einstigen Anführers stieß nicht bei jedem auf Gegenliebe. Immerhin kann man in diesem Punkt schon für die zweite Hälfte von Staffel 7 Besserung versprechen, denn der erste Trailer zur kommenden Folge deutete eindeutig daraufhin, dass Rick und Co. zum Gegenschlag ausholen.

Problem Nr. 4 – Fehlende Abwechslung

Doch selbst wenn Negan besiegt ist, bleibt die Frage: Was kommt dann? Mit den Whisperers dürften im Anschluss neue Bösewichte die Bühne betreten, die noch gefährlicher sind als die Saviors und gegen die Rick und die anderen dann bestehen müssen. Genau hier liegt für einige der abgesprungenen Zuschauer ein Kritikpunkt: „The Walking Dead“ wiederholt sich zu stark. Entweder kämpfen unsere Protagnisten gegen die Untoten oder gegen eine neue, gefährliche Truppe, einige sterben, die Feinde werden besiegt, vielleicht kommt man in ein neues Gebiet und dann geht das Ganze von vorne los. Lediglich die Gegner scheinen sich hierbei zu ändern, der Ablauf jedoch nicht.

„The Walking Dead“ hat es bislang versäumt, den nächsten Schritt einzuläuten. Eigentlich ist es eine Geschichte um den Zerfall der Zivilisation und diesen Punkt hat die Serie bereits ausreichend abgearbeitet. Wir wissen, wie es ohne Regeln zugeht, dass der Mensch seinem Mitmensch ein Wolf ist und so weiter. Es wäre eigentlich an der Zeit, den nächsten Schritt einzuläuten und etwas Neues aufzubauen. Alexandria bietet dafür eine gute Ausgangslage und man kann nur hoffen, dass Comics und TV-Serie gleichermaßen diesen Schritt endlich gezielter verfolgen.

Problem Nr. 5 – Das langsame Tempo

Hier kommen wir zu einem Kernproblem, dass viele bei „The Walking Dead“ schon seit einigen Staffeln stört. Seien es nun die sogenannten Filler-Folgen oder das teilweise schon extreme Ausreizen von Momenten aus der Comic-Vorlage: „The Walking Dead“ kommt oftmals als entschleunigte Serie daher.

Das Problem scheint hier zu sein, dass man die eigene Vorlage nicht wie „Game of Thrones“ überholen will, andererseits aber auch 16 Folgen pro Jahr veröffentlichen möchte. Die Comics sind im Vergleich zur Serie nämlich um einiges rasanter, es geht oftmals Schlag auf Schlag, wodurch häufig eine bessere Sogwirkung beim Konsumieren entsteht. Die Serie setzt hier eher auf Masse statt Klasse, was die Zuschauer zunehmend mit einem Abgang ihrerseits quittieren. „The Walking Dead“ müsste wohl einen Schritt zurückgehen und jedes Jahr vielleicht nur zehn Folgen veröffentlichen, die dafür aber eben mitreißender ausfallen.

Problem Nr. 6 – Nebencharaktere

Zum langsamen Tempo tragen auch die ganzen Nebencharaktere bei, die häufiger ihre eigenen Folgen erhalten, was beim Gros der Zuschauer aber oftmals nur mäßig ankommt – je nachdem, bei wem die Sympathien liegen. Es ist lobenswert, jeder Figur Platz für seine Geschichte einzuräumen, vielleicht sollte man sich in diesem Punkt aber bei der anderen Hit-Serie unserer Zeit orientieren.

„Game of Thrones“ muss ebenfalls einen enormen Cast unterbringen, weswegen nahezu jede Folge zwischen verschiedenen Figuren hin- und herspringt. Ein ähnliches Konzept könnte durchaus auch bei „The Walking Dead“ funktionieren, was auch dazu führen würde, dass die Abwechslung und damit das gefühlte Tempo ansteigt. Ob die Zuschauer solch eine Änderung mit offenen Armen empfangen, ist unklar, aber vielleicht ein lohnendes Experiment für Staffel 8.