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Nach Bill & Frank: Die beste queere „The Last of Us“-Story kommt erst noch – es geht nicht um Ellie

Nach Bill & Frank: Die beste queere „The Last of Us“-Story kommt erst noch – es geht nicht um Ellie
© IMAGO / Picturelux

Die dritte „The Last of Us“-Episode erzählt eine der schönsten post-apokalyptischen Liebesgeschichten. Die Fortsetzung könnte sogar noch einen draufsetzen.

– Dieser Artikel spiegelt die Meinung der Autorin wider und nicht zwangsweise die aller kino.de-Redakteur*innen. –

Schon in Staffel 1 wusste „The Last of Us“ die queere Community auf gefühlvolle Weise in die Handlung zu integrieren. Dafür wichen die Verantwortlichen Neil Druckmann und Craig Mazin („Chernobyl“) sogar von der Videospielhandlung ab: Während Frank Bill in der Vorlage zutiefst verachtete, verband sie in der Serie eine tiefe Liebe. Die Folge „Liebe mich, wie ich es will“ gilt aufgrund der rührenden wie unverblümten Darstellung dessen für viele Fans zweifelsohne als beste der insgesamt neun Episoden. Sogar Filmlegende Steven Spielberg („E.T. – Der Außerirdische“) sprach Mazin in einem Brief seine Bewunderung für die Folge aus, wie Collider berichtete. An diesen Erfolg anzuknüpfen, dürfte ein schwieriges Unterfangen darstellen – doch glücklicherweise liefert die Handlung von „The Last of Us Part II“ bereits eine Story, die ähnlich herzergreifend daherkommt.

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Wer mit der Handlung von „The Last of Us Part II“ vertraut ist, mag an dieser Stelle zunächst an die Beziehung zwischen Ellie und Dina denken, die gemeinsam einige Höhen und Tiefen durchleben und dabei gleichermaßen für Gänsehautmomente und Herzschmerz sorgen. Doch das Game bringt dem Publikum noch eine andere Geschichte nahe, deren Dimension erst im späteren Spielverlauf klar wird.

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Was euch alles in „The Last of Us“ Staffel 2 erwartet, seht ihr im Video:

„The Last of Us“: Das Geheimnis von Abbys Verbündetem

Fernab von Ellie, Dina und Tommy tauchen wir im Spiel in die Gefühlswelt von Abby ein, die Gerüchte über ihren Ex-Freund Owen aus der Welt schaffen will. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, begibt sie sich auf die Suche nach ihm und tappt dabei in eine hinterlistige Falle der sogenannten Scars. Jedoch eilen ihr zwei Abtrünnige, Lev und dessen Schwester Yara, in letzter Sekunde zu Hilfe.

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Im Gegenzug verspricht Abby die medizinische Hilfe, die Yara dringend benötigt, nachdem die Scars ihren Arm zertrümmert haben. Um an das notwendige OP-Material zu kommen, müssen sich Abby und Lev allerdings zunächst den Weg ins Krankenhaus bahnen, auf dem Levs Geheimnis ans Licht kommt…

Lev wurde einst unter dem Namen Lily in der streng religiösen Gemeinde der Scars geboren. Schon länger haderte das Kind mit den dortigen Traditionen, den zugehörigen Geschlechterrollen und der eigenen Geschlechtsidentität. Als Lev allerdings – anders als Yara – nicht zum Jagen ausgebildet, sondern stattdessen mit einem Ältesten vermählt werden sollte, konnte und wollte er die eigene Orientierung nicht länger leugnen, rasierte sich den Kopf und nahm öffentlich den Namen Lev an. Seither trachten die Scars Lev nach dem Leben, weshalb er sich gezwungen sah, gemeinsam mit Yara die Flucht zu ergreifen.

„The Last of Us“ mit Vorreiterrolle: LGBTQIA+ in der Post-Apokalypse

Viel mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht vorwegnehmen, denn diese Fakten reichen bereits aus, um das Potenzial von Levs Geschichte zu erkennen. Schon in der heutigen Zeit gleichen (Geschlechts-)Identitätsfindung und Outing in vielen Fällen einem Balanceakt, der mit Stress, Trauer und Enttäuschung verbunden ist: Laut einer Studie der DIW wird „bei LGBTQI*-Personen dreimal so häufig Depression oder Burnout diagnostiziert“. Grund dafür seien „Anfeindungen und Ablehnung“. Laut Business Insider verheimlichen gar 70 Prozent aller Arbeitnehmenden ihre Transsexualität im Job.

Nicht selten leiden trans* Personen unter der sogenannten Geschlechtsdysphorie – also einem Unwohlsein, einem Unbehagen und/oder einem enormen Stress, weil das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht nicht mit der angeborenen Geschlechtsidentität übereinstimmt (via Echte Vielfalt). Wenn dem so ist, können sie sich im Zuge einer ärztlichen oder psychologischen Behandlung Hilfe holen. Diese Möglichkeit hat Lev allerdings nicht – ausgebildete Fachkräfte sind in der Post-Apokalypse rar gesät und kümmern sich vorrangig um physische Leiden. Statt in einer aufgeklärten Welt wie der unseren aufzuwachsen, wird er darüber hinaus in einem streng religiösen, gar sektenartigen Umfeld groß. Selbst seine Schwester – seine einzige Vertraute – rät ihm, seine Gefühle und die Geschlechtsidentität für sich zu behalten (was sie im Laufe des Spiels aber auch schwer bereut).

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Mit der Rasur seines Kopfes stellt sich Lev trotz allem nicht nur gegen sein Schicksal, sondern auch gegen die Traditionen seiner Gemeinde – und wird prompt bestraft. Damit steht Lev stellvertretend für jene  queere Personen, die sich auch im Jahre 2024 einem LGBTQIA+-feindlichen Regime und/oder Umfeld unterordnen müssen. Gleichzeitig ermöglicht uns seine Geschichte aber auch eine völlig neue Sicht auf das Dasein als trans* Person. Denn welches Ausmaß Sexualität, Geschlechtsidentität und die eigene Orientierung in einer post-apokalyptischen Welt annehmen würden, ist für uns alle Neuland. Sollten sich die Verantwortlichen hinter „The Last of Us“ also dazu entscheiden, Levs Handlungsstrang in Staffel 2 oder 3 einfließen zu lassen, könnte die Serie damit einen (weiteren) Meilenstein setzen.

Wenn ihr mehr über LGBTQIA+ in Filmen und Serien erfahren wollt, findet ihr bei uns zahlreiche Themen:

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