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„Tatort: Totes Herz“ (Episode 1221): Kritik

„Tatort: Totes Herz“ (Episode 1221): Kritik
© MDR / MadeFor / Hardy Spitz

Nachdem Revierleiter Peter Schnabel vor zwei Monaten beinahe das Zeitliche segnen musste, steht er nun wieder voll im Saft. Warum auch der neuste Dresdner „Tatort“ kaum Wünsche offen lässt und dabei dennoch ungeahnte Pfade einschlägt, erfahrt ihr in Mareks Kritik zur Episode „Totes Herz“.

Tatort

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Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Totes Herz“?

Viele, die im November gebannt vor dem Fernseher saßen und den mitreißenden Entführungsthriller „Katz und Maus“ verfolgten, befürchteten nach dem Abspann das Schlimmste. Nachdem er von den Kommissarinnen Gorniak und Winkler aus den Fängen eines militanten Verschwörungstheoretikers befreit wurde, sackte ihr schwer verletzter Chef zusammen und musste reanimiert werden. Manche spekulierten gar über seinen Serientod, doch nur wenige Wochen später erfreut sich Peter Schnabel bester Gesundheit, was in der aktuellen Zeit der immer linearer erzählten „Tatorten“ schon recht verwunderlich ist.

Bevor seine wiedererlangte Munterkeit allzu viele Fragen aufwirft, erkundigen sich die Polizistinnen dann doch nach dem Befinden des Kommissariatsleiters und schlagen zumindest eine kleine Brücke zu den dramatischen Ereignissen ihres letzten Falls, wenn auch nur zwischen Tür und Angel. Das mag etwas kühl wirken, fügt sich aber bestens in den insgesamt überraschend zurückhaltenden Auftritt des Dresdner Trios ein, das auf seine bislang größte Stärke am Sonntagabend nahezu komplett verzichtet. So gut wie nichts ist von ihrer eigentlichen Ermittlungsarbeit zu sehen, eigentlich ein Fixpunkt ihrer bisherigen Einsätze. Stattdessen konzentriert sich das Drehbuch von Kristin Derfler ganz auf den eigentlichen Kriminalfall, der zum Glück spannend genug ist, um die fehlenden Reibungspunkte zwischen den Kommissarinnen und ihrem Vorgesetzten zu kompensieren.

Spannende Fakten über Deutschlands beliebteste Krimireihe findet ihr im Video.

Worum geht es im „Tatort“„Totes Herz“?

Gärtnerin Heike Teichmann liegt tot im Gewächshaus, ihr geistig behinderter Mitarbeiter Juri rennt mit der vermeintlichen Tatwaffe in der Hand aus der Firma und sucht Hilfe bei seiner Schwester, die mit dem verheirateten Sohn des Mordopfers eine Affäre hat. Aus dieser Konstellation entwickelt sich zunächst ein konventioneller, aber ansprechender Krimi, der sich ganz auf die familiären Verhältnisse der Ermordeten konzentriert und die Kommissarinnen Gorniak und Winkler fast zum Beiwerk schrumpfen lässt.

Dann aber biegt der von Andreas Herzog souverän in Szene gesetzte Thriller in eine unerwartete Richtung ab und stellt mit einem bösen Rückblick alles auf den Kopf. So wird sein Reißer doch noch zum Nägelkauer und bereichert die Dresdner „Tatort“-Geschichte um einen weiteren sehenswerten Eintrag.

Mareks „Tatort“-Kritik: Gaststar Kristin Suckow beschert uns ein frühes Krimi-Highlight

Wer auf den größten Trumpf verzichtet, sollte zumindest ein weiteres Ass in der Hinterhand haben. Das trifft auf den neusten Dresdner „Tatort“ zum Glück in doppelter Weise zu. Neben seiner cleveren Wendung verfügt er vor allem dank Kristin Suckow über das nötige Personal, um für einen frühen Höhepunkt des noch jungen Krimi-Jahres zu sorgen. Fast schon unheimlich schleicht sich ihre Figur Stück für Stück in besagtes Familiendrama, bis die Tochter der Verstorbenen komplett in den Mittelpunkt des „Tatorts“ rückt.

Ausgestattet mit einer beeindruckenden Bildschirmpräsenz erinnert Kristin Suckows Einstand in Deutschlands bedeutendste Krimi-Reihe an Josef Haders nicht minder imposantes „Tatort“-Debüt vor wenigen Wochen. Beiden reicht ein kurzer Blick oder ein Zucken mit der Augenbraue, um die Stimmung des gesamten Films in eine völlig andere Richtung kippen zu lassen und die Aufmerksamkeit ganz auf sich zu lenken. Dass parallel ein wenig bekanntes Kapitel der DDR-Geschichte angerissen wird, verleiht dem Dresdner Krimi zudem spätestens in seiner zweiten Hälfte eine Tiefe, die ihn schon jetzt auf die Bestenlisten des „Tatort“-Jahres hieven sollte. Um das „Tote Herz“ aus der Top-10 zu verdrängen, muss die ARD also noch so manchen Hochkaräter aus dem Hut zaubern, sonst steht zumindest ein Teilnehmer der oberen Plätze bereits Anfang Januar fest.

Die „Tatort“-Episode „Totes Herz“ wurde am Sonntag, dem 8. Januar 2023 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar. 

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