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„Tatort: Schutzmaßnahmen“ (Episode 1220): Kritik

„Tatort: Schutzmaßnahmen“ (Episode 1220): Kritik
© WDR / Bavaria Fiction GmbH / Martin Valentin Menke

Der erste „Tatort“ des neuen Jahres liefert uns einen unerwarteten Einblick in das Privatleben von Freddy Schenk. Warum profane Polizeiarbeit trotz einiger schöner Momente die bessere Option gewesen wäre, erfahrt ihr in Mareks Kritik zur Episode „Schutzmaßnahmen“.

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Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Schutzmaßnahmen“?

Nach der drolligen Münchner Weihnachtsfolge eröffnet die ARD das neue Jahr mit einem regulären „Tatort“ und setzt dabei auf die Dienste der alten Hasen Ballauf und Schenk. Traditionelle Krimi-Unterhaltung statt saisonbedingter Fete also? Nicht ganz, denn dafür bedienen sich die Kölner Urgesteine zu sehr an einem derzeit schwer angesagten Kniff, dessen Nutzen sich allerdings in fast allen Fällen in Grenzen hält. So auch am Rhein.

Dass persönliche Verstrickungen in aktuelle Fälle meist künstlich übergestülpt statt sinnstiftend wirken, ist eine Erkenntnis, die fast so einen langen Bart hat wie Freddy Schenks neuerlich zugespitzte Gesichtsbehaarung und tut dem ansonsten routiniert vorgetragenen „Tatort“ keinen Gefallen. Dabei funktionierten die immer mal wieder eingestreuten Ausflüge in das Familienleben des gutherzigen Kommissars in der Vergangenheit ganz gut, zumal die kleinen Episoden um Tochter Melanie den eigentlichen Fällen nie im Weg standen. Genau das passiert nun aber mit ihrer älteren Schwester Sonja, die mittlerweile mit ihrem neuen Freund ein Restaurant in einem Kölner Problembezirk betreibt. Nachdem dort eine Leiche gefunden wurde, gerät sie ins Kreuzfeuer der Ermittlungen und ihr Vater in einen Gewissenskonflikt, der im echten Leben sofort zu seiner Abberufung führen würde. Ist aber nur ein „Tatort“.

Welche prominenten Gäste sich in Deutschlands beliebtester Krimireihe bislang die Ehre gaben, erfahrt ihr im Video.

Worum geht es im „Tatort“„Schutzmaßnahmen“?

Während der rechte Mob durchs Viertel marschiert, wirft ein maskierter Brandstifter einen Molotowcocktail in die „Wunderlampe“ und bekommt von hinten eins übergebraten. Seine verkohlte Leiche ruft die Mordkommission auf den Plan, die schnell herausfindet, dass der Anschlag mit dem Naziauflauf nichts zu tun hatte. Persönlich betroffen ist Freddy Schenk, schließlich gehört das Restaurant seiner Tochter Sonja und ihrem neuen Freund, der auf den Kommissar einen zwielichtigen Eindruck macht. Doch auch seine Erstgeborene scheint etwas vor ihrem Vater zu verbergen.

Mit offenen Karten spielt niemand im Viertel, weder Kiezgröße Raschke, noch die benachbarte Wirtin, die sich gar zu einer Falschaussage hinreißen lässt. Als schließlich das Alibi von Freddys künftigem Schwiegersohn zu bröckeln beginnt, wird es höchste Zeit, bei Familie Schenk reinen Tisch zu machen.

Mareks „Tatort“-Kritik: Der bessere Film lief vor zwei Wochen

Es ist schon gemein, was sich die Redaktion der ARD bei der Ansetzung der Ausstrahlung dieses „Tatorts“ gedacht oder eben nicht gedacht haben mag. Vor zwei Wochen lief mit dem berührenden Berliner Drama „Das Opfer“ ein ähnlich gelagerter Fall, der sogar über den gleichen Aha-Effekt auf dem Weg zur Auflösung verfügte wie der neuste Krimi aus Köln. Der Vergleich zum wesentlich geschmeidigeren Film lastet nun unnötig schwer auf den Schultern von Ballauf und Schenk, zumal an der Spree tatsächlich das Kunststück vollbracht wurde, Privates und Berufliches stimmig und vor allem glaubwürdig miteinander zu verbinden. Davon ist das Geschehen in der Domstadt leider deutlich entfernt.

Selbst ohne den Blick gen Osten fühlen sich die Kölner „Schutzmaßnahmen“ zu oft an, als wären sie auf dem Reißbrett entstanden, was ihnen leider viel von der möglichen Emotionalität raubt, die sich aus dem Zusammenspiel von Vater, Tochter und Enkelin eigentlich ergeben müsste. Dass sie dennoch immer wieder aufblitzt, liegt vor allem an Dietmar Bär, der als fleischgewordener Kümmerer natürlich eine Idealbesetzung ist und besonders mit Maira Helene Kellers in der Rolle seiner pubertierenden Enkeltochter prächtig harmoniert. Das gemeinsame Familienbier ist folgerichtig einer der Höhepunkte eines soliden „Tatorts“, der ansonsten kein wirklich zwingendes Argument aufs Parkett gebohnert bekommt, warum ausgerechnet Freddys Familie in den Fall verstrickt sein muss. Da wäre weniger mehr gewesen.

Die „Tatort“-Episode „Schutzmaßnahmen“ wurde am Sonntag, dem 1. Januar 2023 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist jetzt für sechs Monate in der Mediathek als Wiederholung im Stream verfügbar. Als nächstes geht es nach Dresden und damit zum ersten Höhepunkt der noch jungen Krimi-Saison und der Episode: „Totes Herz“.

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