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„Tatort: Murot und das Gesetz des Karma“ (Episode 1210): Kritik

„Tatort: Murot und das Gesetz des Karma“ (Episode 1210): Kritik
© HR / Bettina Müller

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An den exzentrischen „Tatorten“ mit Felix Murot scheiden sich seit 12 Jahren die Geister. Warum sich der neuste Krimi auch für all diejenigen lohnt, die ansonsten einen eher konventionell gestrickten Krimi bevorzugen, verrät euch Mareks „Tatort“-Kritik zur Episode „Murot und das Gesetz des Karma“.

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Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Murot und das Gesetz des Karma“?

Wer sich zum Ausklang des Wochenendes auf ein klassisches Kriminalpuzzle freut, bekommt schon von der Ankündigung, dass ein gewisser Felix Murot seinen jährlichen Auftritt absolviert, kalte Füße und schaltet im Zweifel gar nicht erst ein. Dabei sind die zugegeben gewöhnungsbedürftigen Angriffe auf die üblichen Sehgewohnheiten oftmals ein echter Hingucker. Dietrich Brüggemann ist mit seiner brüllend komischen „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Variante vor drei Jahren gar einer der unterhaltsamsten „Tatorte“ überhaupt gelungen.

Zuletzt geriet die Antithese zur sonntäglichen Polizeiarbeit nach Schema F allerdings etwas ins Stocken. Die zähe Doppelgänger-Charade „Die Ferien des Monsieur Murot“ funktionierte als hessische Hommage an den großen Jaques Tati nur auf dem Papier und auch Lars Eidingers überbordende Spielfreude konnte nicht verhindern, dass der Nachfolger „Murot und das Prinzip Hoffnung“ dann doch einen Tick zu sehr in Richtung Kunstquark abstürzte. Umso erfreulicher mutet der neuste, mittlerweile 11. Einsatz des LKA-Ermittlers aus Wiesbaden an, der sich in Punkto Extravaganz überraschend dezent zeigt und somit auch als Köder für all diejenigen geeignet ist, die sich an die Eskapaden des Herrn Murot bislang nicht heranwagen wollten.

Lars Eidinger war schon oft beim „Tatort“ zu Gast. Weitere glanzvolle Stippvisiten findet ihr im Video.

Worum geht es im „Tatort“„Murot und das Gesetz des Karma“?

Felix Murot ist es sichtlich unangenehm, Opfer einer Trickbetrügerin geworden zu sein, die ihn in der Nacht zuvor an der Bar eines noblen Hotels nach Strich und Faden um den Finger gewickelt hat. Entsprechend versucht er, die Geschehnisse zu vertuschen, doch blöderweise liegt ein weiteres Opfer besagter Dame nur wenige Hotelzimmer entfernt tot in seinem Bett.

Ermordet wurde der IT-Experte allerdings nicht von der Femme Fatale, sondern vom Handlanger seines ehemaligen Arbeitgebers, den der Tote zuvor mit dem Diebstahl eines Firmenlaptos zu erpressen versuchte. Der Rechner befindet sich nun fein säuberlich neben Murots Dienstausweis im Besitz seiner vermeintlichen Hotelbekanntschaft, die schnell darauf kommt, dass sich aus seinem brisanten Inhalt ebenfalls Kapital schlagen lassen könnte. Keine gute Idee…

Mareks „Tatort“-Kritik: Stimmungsvoller, herausragend verkörperter Edel-Krimi

Im Gegensatz zu manch einem seiner Vorgänger ist das filmische Vorbild für Murots neusten Einsatz nur zart angedeutet, etwa wenn Handlanger Xavier in der hessischen Provinz zu seiner Waffe greift. Dann erinnert zumindest die Bildsprache an die vielen französischen Thriller der 1970er Jahre, nur dass Felix Murot natürlich kein Jean-Paul Belmondo ist und schon gar nicht auf die Idee käme, waghalsig von Dach zu Dach zu springen. Ein kurzer Dauerlauf ist Actioneinlage genug, ansonsten muss das stetige Schwenken des edlen Bordeauxglases als frankophile Reminiszenz ausreichen.

Weniger ist aber oftmals mehr und so überzeugt „Murot und das Gesetz des Karma“ vor allem als stimmungsvoll in Szene gesetzter Krimi, der in seiner vergleichsweise konventionellen Machart sogar eine echte Spannungskurve zu Tage fördert, die der hessische „Tatort“ ansonsten meist erfolgreich zu umgehen versuchte. Abgerundet wird das überraschend stringent gehaltene Vergnügen durch sein herausragend agierendes Ensemble, aus dem diesmal allerdings nicht der wie immer souverän daher tänzelnde Ulrich Tukur herausragt, sondern Gaststar Thomas Schmauser. Dessen Figur des nach oben kuschenden und nach unten zur Waffe greifenden Behelfsverbrechers bildet das Herzstücks eines in sich stimmigen „Tatorts“, der nicht nur bestens als Einladung an all diejenigen funktioniert, die sich vor Felix Murot bislang fürchteten, sondern auch als ganz normaler Beitrag zu einem gelungenen Fernsehabend am Sonntag in der ARD. Darauf einen kräftigen Schluck Rotwein.

Die „Tatort“-Episode „Murot und das Gesetz des Karma“ wurde am Sonntag, dem 25. Oktober 2022 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar. Als nächstes geht es nach Wien zu Moritz Eisner und Bibi Fellner und der horrorhaften Episode „Das Tor zur Hölle“.

„Tatort“-Quiz: Testet euer Wissen über Thiel, Boerne und Co.!

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