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„Tatort: Limbus“ (Folge 1143): Kritik

Author: Marek BangMarek Bang |

© WDR / Bavaria Fiction GmbH / Martin Valentin Menke

Nachdem das Traumpaar Thiel und Boerne 2019 gleich mit drei „Tatorten“ vertreten war, feierten die beiden erst im November ihre Premiere im laufenden Krimijahr. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat, erfahrt ihr in Mareks „Tatort“-Kritik zur Episode „Limbus“, in der wir uns endgültig von Nadeshda Krusenstern verabschieden müssen.

Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Limbus“?

Sie sind das Nonplusultra der sonntäglichen Krimi-Unterhaltung, zumindest was die Quoten anbelangt. Seit Jahren erreichen Frank Thiel (Axel Prahl) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) Zahlen, die sonst nur für König Fußball reserviert sind. Dabei ist das Rezept für Deutschlands beliebtesten „Tatort“ denkbar einfach. Man nehme eine möglichst abwegige Geschichte und übergebe das Zepter an das berühmt-berüchtigte Münsteraner Personal. In ihrem neusten Fall „Limbus“ wird diese simple Prämisse genüsslich auf die Spitze getrieben.

Doch es gibt nicht nur Grund zum Lachen. Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) hat tatsächlich das Zeitliche gesegnet. Die Ereignisse aus dem Experiment „Das Team“ vom Neujahrstag 2020 zählen auch im echten „Tatort“-Universum und so müssen wir uns nun schweren Herzens von der guten Seele des Münsteraner Kommissariats verabschieden. Viel Zeit dafür bleibt allerdings nicht, denn im Fokus steht diesmal Rechtsmediziner Boerne, der ebenfalls an die Himmelstür klopft.

Thiel und Boerne dürfen in folgendem Video natürlich nicht fehlen.  

Worum geht es im „Tatort“„Limbus“?

Professor Karl-Friedrich Boerne macht seinem Ruf als eitler Fatzke vom Dienst alle Ehre und möchte seine Memoiren schreiben. Dafür plant er, sich für einige Monate zurückzuziehen. Doch daraus wird nichts. Aus unerklärlichen Gründen verliert er auf schnurgerader Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug. Benommen verlässt er sein Autowrack, nur um festzustellen, von seinen Rettern nicht wahrgenommen zu werden.

Die sind mit ernster Miene damit beschäftigt, seinen schwer verletzten Körper zu bergen. Boerne selbst ist zu einem Geist mutiert, der im titelgebenden „Limbus“, einer Art Vorhof zwischen Himmel und Hölle, seinen Sachbearbeiter trifft, der ausgerechnet die Gestalt von Frank Thiel angenommen hat.

Während der seine Mühe hat, die guten Taten im Leben des Professors an einer Hand abzuzählen, nimmt Boerne sein Schicksal selbst in die Hand und entfleucht zurück ins echte Leben. Dort muss er tatenlos mit ansehen, wie seine Vertretung Dr. Jens Jacoby (Hans Löw) alle um den Finger wickelt. Dabei war er es, der den Unfall des Professors als Teil seines perfiden Plans in die Wege geleitet hat…

Mareks „Tatort“-Kritik: Hochspannung statt Münsteraner Kalauer

Das im letzten regulären „Tatort: Väterchen Frost“ angedeutete Happy End für Nadeshda Krusenstern war nur Wunschdenken. Die ewige Assistentin ist tot und trifft Karl-Friedrich Boerne in einem Paralleluniversum zwischen Himmel und Hölle, nur um kurze Zeit später tatsächlich in andere Sphären zu entgleiten. Der Rechtsmediziner hingegen springt von einer Welt in die nächste und bildet das Epizentrum einer der abstrusesten Geschichten, die je am Sonntagabend bei der ARD ausgestrahlt wurden.

Doch was in jedem gewöhnlichen „Tatort“ zum Scheitern verurteilt wäre, funktioniert in Münster bestens und liefert den wohl spannendsten Krimi, der bislang in der westfälischen Studentenmetropole produziert wurde. Der Clou ist in diesem Fall nicht die Suche nach dem Täter, sondern die Frage, wann und ob Frank Thiel hinter die Machenschaften des immer dreister agierenden Psychopathen im erschlichenen Ärztekittel kommt.

„Limbus“ verzichtet dabei auf die üblichen Münsteraner Kalauer und ist sich in seiner Grundprämisse Extravaganz genug, was dafür sorgt, dass wir es an diesem Sonntag mit einem waschechten Psychothriller zutun bekommen, der deshalb zu fesseln weiß, weil zu keinem Zeitpunkt klar ist, welche Kapriole er als nächstes schlägt. Das lange Warten auf Thiel und Boerne hat sich einmal mehr gelohnt.

Die „Tatort“-Episode „Limbus“ wurde am Sonntag, dem 8. November um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar. Kommende Woche geht es nach Dresden. Dort erwartet uns in der Folge „Parasomnia“ ein Ausflug ins Horrorgenre

„Tatort“-Quiz: Testet euer Wissen über Thiel, Boerne und Co.!

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