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„Tatort: Hetzjagd“ (Episode 1156): Kritik

Author: Marek BangMarek Bang |

© SWR / Jacqueline Krause-Burberg

„Tatort“-Urgestein Lena Odenthal konnte zuletzt nur noch selten an frühere Glanztaten anknüpfen. Warum ihr neuster Fall ein Schritt in die richtige Richtung ist, erfahrt ihr in Mareks „Tatort“-Kritik zur Episode „Hetzjagd“.

Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Hetzjagd“?

Als Ulrike Folkerts 1989 erstmals zur Dienstwaffe griff, stand die Berliner Mauer noch und der „Tatort“ war bis auf wenige Ausnahmen eine reine Männerdomäne, in der Horst Schimanski von allen die dickste Jacke tragen durfte. Seitdem sind unzählige Leichen den Rhein hinuntergespült worden, wobei Lena Odenthal die Aufklärung ihrer Todesursachen am geschmeidigsten an der Seite ihres früheren Partners Mario Kopper gelang.

Der Lebemann mit Hand zum kulinarischen Nachschlag sorgte als Gegenpol zum bisweilen verbissen agierenden Arbeitstier für die nötige Erdung und hinterließ eine Lücke, die von der viel zu schrill gezeichneten Figur der Fallanalytikerin Johanna Stern (Lisa Bitter) bislang nicht gefüllt werden konnte.

Den qualitativen Aderlass in der Pfalz allein am Ausstieg von Andreas Hoppe festzumachen, wäre allerdings zu kurz gegriffen und würde den handelnden Personen auch nicht gerecht. Vielmehr hatten auch befremdliche Experimente wie die improvisierte Episode „Babbeldasch“ einen gehörigen Anteil daran, dass der Pfälzer „Tatort“ zuletzt nicht so recht vom Fleck kam. Immerhin weist die neuste Episode mit ihrer straff erzählten, wendungsreichen Geschichte einen Weg aus der Misere.

Die 11 beliebtesten „Tatort“-Kommissare aus 40 Jahren TV-Geschichte könnt ihr euch im Video anschauen:

Worum geht es im „Tatort“ „Hetzjagd“

Die Wut steht Lena Odenthal ins Gesicht geschrieben. Kurz bevor er ermordet wurde, bat sie der Konzertveranstalter Tillmann Meinecke um Polizeischutz. Doch obwohl er sich aufgrund seines politischen Engagements von der rechten Szene bedroht fühlte, lehnte die Staatsanwaltschaft sein Gesuch ab. Jetzt sieht alles danach aus, als sei er tatsächlich Opfer eines Anschlags geworden, zumal der polizeilich bekannte Neonazi Ludger Reents am Tatort gesichtet wurde.

Kurze Zeit später kommt es in Ludwigshafen zu einer weiteren Tragödie. Auf der Flucht geraten Reents und seine Freundin Hedwig Joergens in eine Polizeikontrolle, die eine Beamtin mit dem Leben bezahlt. Während Hedwig erneut fliehen kann, wird Todesschütze Reents verhaftet, behauptet aber vehement, den Mord an Tillmann Meinecke nicht begangen zu haben.

Wohl oder übel muss die Polizei auch das Umfeld des Opfers durchleuchten und stößt auf dessen Freundin Maria. Nach ihrer Befragung driftet die unter Schock stehende Frau durch das nächtliche Ludwigshafen und begegnet dort ausgerechnet Hedwig Joergens.

Mareks „Tatort“-Kritik: Wendungsreicher Fall tut Ludwigshafen gut

Und nun Butter beim Pfälzischen Saumagen: Die Ludwigshafener „Hetzjagd“ erfindet weder den „Tatort“ neu, noch wird sie als einer der herausragendsten Krimis in die Annalen der deutschen Fernsehgeschichte eingehen. Dennoch stimmt das Tempo in der Inszenierung von Tom Bohn und auch sein über weite Strecken cleveres Drehbuch weist die eine oder andere hübsche Wendung auf, die den geneigten Fan bis zum Schluss vom Griff zur Fernbedienung abhalten dürfte.

Auch wenn Ludwigshafen bei Nacht trotz seiner über 170.000 Einwohner ein extrem karg besiedeltes Fleckchen Erde zu sein scheint und die Details des Mordes bei ihrer Auflösung in Punkto Absurdität noch eine prall gefüllte Schippe drauflegen, so verlaufen die Ermittlungen diesmal erleichternd störungsfrei und bilden eine willkommene Blaupause für alle künftigen Abenteuer von Lena Odenthal. Darüber hinaus erledigt das handelnde Personal seine Aufgaben souverän und trägt somit dazu bei, dass das Licht am Ende des Pfälzer Tunnels wieder deutlich heller strahlen darf.

Sollte sich der insgesamt positive Eindruck in Zukunft bestätigen, werde ich nie wieder auf dem Abgang von Mario Kopper herumreiten. Versprochen.

Die „Tatort“-Episode „Hetzjagd“ lief am Sonntag, dem 14. Februar 2021 um 20:15 Uhr in der ARD und ist daraufhin für sechs Monate in der Mediathek als Wiederholung im Stream zu sehen. In dieser Woche geht es nach Dortmund zu Peter Faber und Martina Bönisch. Auch im „Tatort: Heile Welt“ wütet der rechte Mob

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