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„Tatort“ gestern: Kölner Team konfrontiert mit Cybermobbing und Homophobie

„Tatort“ gestern: Kölner Team konfrontiert mit Cybermobbing und Homophobie
© Thomas Kost / WDR

Gestern kam in der ARD ein neuer „Tatort“. Der 77. Fall der Kommissare Ballauf und Schenk ist sehr gelungene klassische Ermittlungskost. Warum das Einschalten lohnte, erfahrt ihr in Krizzis „Tatort“-Check.

Poster Tatort Staffel 100

Welche Kommissare ermittelten gestern im Kölner „Tatort“ „Kein Mitleid, keine Gnade“?

Sie sind ein eingespieltes Team und lange dabei: Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sind neben den Münchner Ermittlern sozusagen fast der Prototyp der klassischen Tatort-Kommissare. Nach 77 Fällen kennen sich die beiden in- und auswendig, was aber nicht heißt, dass es nicht von Zeit zu Zeit zu heftigen Meinungsverschiedenheiten kommt. Am Ende wird sich aber spätestens an der Currywurstbude wieder vertragen. Seit sie ihre Assistentin (Tessa Mittelstaedt) verabschiedeten, müssen sie mit dem neuen Kollegen Norbert Jütte (Roland Riebeling) zurechtkommen. Dieser ist zwar ein lieber Mensch, aber gerade für den nervösen Freddy oftmals viel zu behäbig. In dieser Folge finden sie aber zwischenmenschlich ganz gut zueinander.

Worum ging es im „Tatort“ gestern?

Die Leiche des Schülers Jan wird nahe einer alten Villa am Seeufer bei Köln gefunden. Er ist 17 Jahre alt und komplett nackt. Die Kommissare konzentrieren ihre Ermittlungen zunächst auf seine Schulklasse und finden schnell heraus, dass nicht alle Mitschüler*innen positiv auf Jan gestimmt waren. Sie beginnen zu stochern und plötzlich taucht ein Video im Netz auf, dass Freddy in ein unangenehmes Licht rückt. Doch das ist nicht der einzige Abgrund, der sich in diesem Fall auftut.

Hier kommt ihr direkt zum ARD-Livestream

Krizzis „Tatort“-Kritik: Spannender Krimi mit guter Musik und Tiefgang

Wer in den letzten zwei Wochen nicht glücklich mit dem experimentellen „Tatort“ und dem neuen (wirklich ganz guten) Til-Schweiger-Tatort war, wird sich freuen an diesem Sonntag endlich wieder Ermittlungen im klassischen Stil zu sehen. Zwar sind nicht alle Folgen der Kölner herausragend, aber selten schlechter als gut. „Kein Mitleid, keine Gnade“ gehört eindeutig zu den herausragenden Exemplaren seiner Gattung, weil sowohl der Handlungsstrang um Freddys angeblichen sexualisierten Übergriff, als auch der eigentliche Fall, bis zum Ende spannend sind und beide Erzählstränge sich perfekt thematisch ergänzen.

Es geht um Vorurteile, Homophobie, Mobbing – wie sich alle verbiegen, weil sie dazu gehören wollen, sich anpassen, um nicht aufzufallen. Freddys Geschichte zeigt nebenbei die andere Seite, den plötzlich Ausgestoßenen. Denn wer weiß, vielleicht ist an der Anschuldigung ja doch was dran? Es ist bezeichnend, dass ihm die Kolleg*innen am Ende (nachdem sich alles aufgeklärt hat) doch zum Geburtstag gratulieren und es wundert niemanden vor dem Bildschirm, dass er sich darüber nicht freuen kann. Diesmal gibt es also kein Happy-End an der Wurstbude, dafür aber zwei Kollegen, die zusammenhalten und die anderen dabei beobachten, wie sie sich über das kalte Geburtstagsbuffet hermachen. Ein melancholischer, aber überhaupt nicht deprimierender Schluss.

Fazit

Wer die beiden Ermittler kennt und schätzt, wird auf keinen Fall enttäuscht werden. 90 Minuten sehr gute Krimi-Unterhaltung mit klassischer Ermittlungsarbeit und überzeugenden Jung-Darsteller*innen.

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Alle Bilder und Videos zu Tatort: Kein Mitleid, keine Gnade

Die „Tatort“-Episode „Kein Mitleid, keine Gnade“ lief gestern, den 12. Januar 2020 wie gewohnt um 20:15 Uhr in der ARD und ab 21:45 Uhr in ONE. Anschließend seht ihr die Wiederholung im Stream in der ARD-Mediathek.

Ihr seid regelmäßig da und vermisst „Mareks Tatort-Check“? Ab Februar ist der meisterliche Tatort-Experte der Redaktion wieder für euch da! 

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