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„Tatort“: Böser Psychothriller überzeugt mit starkem Comeback [Kritik]

Author: Marek BangMarek Bang |

© HR / Bettina Müller

Am Sonntag, dem 13. September 2020, feierte Tessa Mittelstaedt ein unerwartetes Comeback im „Tatort“, wechselte allerdings die Seiten. Warum ihr Gastspiel bei den Frankfurtern Brix und Jannecke auf ganzer Linie überzeugt, erfahrt ihr in Mareks „Tatort“-Kritik zur Episode „Funkstille“.

Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Funkstille“?

Ob das Ex-Ehepaar Sänger und Dellwo oder der von Joachim Król überragend verkörperte Trauerklos Frank Steier, der Frankfurter „Tatort“ verfügt über eine ruhmreiche Geschichte, die bis in die Gegenwart anhält. Dass der Faden nach wie vor nicht reißen mag liegt neben den starken Drehbüchern vor allem am überzeugenden Personal.

Kommissar Paul Brix (Wolfram Koch) und seine Kollegin Anna Janneke (Margarita Broich) ermitteln so präzise wie unaufgeregt, als sei der Begriff Souveränität allein für sie erfunden worden. Feiner Humor und ein gesundes Maß an Empathie zeichnet das gut miteinander harmonierende Team aus, infantile Mätzchen haben in der hessischen Metropole nichts verloren. Das gilt auch für die neuste Episode „Funkstille“, die qualitativ an ihren hochwertigen Vorgänger „Die Guten und die Bösen“ anknüpfen kann.

Der Psychothriller punktet mit einer starken Besetzung um Schauspielerin Tessa Mittelstaedt, die viele „Tatort“-Fans noch gut in Erinnerung haben dürften. Zwischen 2000 und 2014 verkörperte sie die gutmütige Kölner Polizistin Franziska Lüttgenjohann und komplettierte damit das beliebte Team um die Kommissare Ballauf und Schenk. Im „Tatort: Funkstille“ darf sie sich nun von einer völlig anderen Seite zeigen.

Franziska Lüttgenjohanns frühere Kollegen Ballauf und Schenk dürfen in unserem Video der besten „Tatort“-Kommissare nicht fehlen.

Worum geht es im „Tatort“„Funkstille“?

Ein junger Mann wurde in einem leerstehenden Gebäude getötet. Was wie ein Unfall aussehen sollte, kann zwar schnell als Mord enttarnt werden, dennoch geht die Ermittlungsarbeit nur schwierig voran. Niemand scheint den Studenten wirklich gekannt zu haben, selbst sein Vater wusste nichts von dessen Aktivitäten in den sogenannten „Lost Places“, die ihm als Kulisse für selbst produzierte Videos dienten. Doch liegt der Schlüssel zur Lösung des Falls wirklich beim Hobby des Mordopfers? Kommissar Brix und seine Kollegin Jaennecke befragen die Nachbarn des Toten und geraten an eine Familie, deren Verhalten von Besuch zu Besuch merkwürdiger wird.

Mareks „Tatort“-Kritik: Beklemmender Nervenkitzel mit tollen Schauspielern

„Hallo Leute, was gibt’s Neues?“ Selten wirkte ein Running Gag, in diesem Fall die wiederkehrende Begrüßung von Assistent Jonas, deplatzierter als im neusten Frankfurter „Tatort“, der sich über weite Strecken wie ein Psychodrama aus der Feder von Michael Haneke anfühlt. Dessen frühe Filme werden oftmals als Studien menschlicher Vergletscherung bezeichnet, was im „Tatort: Funkstille“ auf die von Tessa Mittelstaedt verkörperte Figur der undurchsichtigen Nachbarin absolut zutreffend ist.

Wie in Hanekes „Caché“ geht von der unnahbaren Mutter und Ehefrau eine zunächst diffuse Bedrohung aus, die mit jedem Wimpernschlag spürbar ist. Die kurzen, über lange Zeit grundlos anmutenden Wutausbrüche des von Kai Scheve ebenfalls exzellent gespielten Ehemanns verstärken die ohnehin schon bedrohliche Atmosphäre des ungewöhnlichen Falls und schrauben weiter an der Spannungskurve. Dass die gegen Ende etwas abflacht liegt an der Häppchenweise servierten Auflösung, die dem „Tatort: Funkstille“ naturgemäß den Reiz des Undurchsichtigen nimmt. Die ersten zwei Drittel des Psychothrillers sind allerdings so intensiv geraten, dass dieses Manko unter dem Strich zu verschmerzen ist.

Die „Tatort“-Episode „Funkstille“ wurde am Sonntag, dem 13. September 2020, um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek für drei Monate als Wiederholung im Stream verfügbar. 

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