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Fakten und Hintergründe zum Film "Sisi"

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Sisi Poster

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Interview mit Xaver Schwarzenberger

Wie kamen Sie zu dem Filmstoff „Sisi“?

Er kam zu mir. Der italienische Produzent Carlo Bixio hatte schon länger die Idee zu diesem Film, hat mehrere Autoren dabei verbraucht, aber mit der Realisierung hat es trotzdem nicht geklappt. Es gibt nicht nur die „Sissi“-Trilogie von Ernst Marischka, sondern auch ein Musical, Parodien und die Bully-Herbig Variante.

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Wie nähert man sich einer so imagebehafteten Geschichte wie die der Kaiserin Elisabeth?

Sehr misstrauisch. Aber da alle Versuche seit den 50er-Jahren nicht gelungen sind, hat mich die Verfilmung gereizt. Unser Ansatz ist sehr modern. Ich wollte die Rebellin Sisi zeigen und die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hat, die Konflikte zwischen ihr und der Schwiegermutter und auch zwischen ihr und ihrem Mann.

… also Themen, wie sie auch heute in Familien vorkommen, wenn man vom höfischen Zeremoniell absieht …

Ja. Im Grunde genommen ist es die Geschichte vom Mädchen aus dem Wald, das in die große Stadt kommt, aber leider an einen der strengsten Höfe der damaligen Zeit. Was bleibt ihr da anderes übrig, als zu rebellieren? Über ihre Schwiegermutter, Erzherzogin Sophie, wurde ja gesagt, sie sei der einzige Mann am Hof. Sie war eine mächtige Person, die alles zusammenhalten musste. So ist es auch die Geschichte zweier starker Frauen.

Ein moderner Film mit Reifröcken – wie passt das zusammen?

Er ist sicherlich opulent und üppig, und es ist auch ein Liebesfilm mit tiefen Gefühlen, aber er ist überhaupt nicht kitschig mit einem zahmen Reh oder blauen Bergen wie in den Heimatfilmen von Ernst Marischka. Als Regisseur und vor allem als Kameramann fand ich die historische Ausstattung reizvoll, meine Bildersprache lehnt am ehesten an Visconti an. Und unsere Hauptdarstellerin ist einfach sensationell. Ich bin froh, dass wir sie gefunden haben. Die ganze Besetzung ist hervorragend.

Wie haben Sie Cristiana Capotondi entdeckt?

Es war die Vorgabe der italienischen Koproduzenten, dass sie die Hauptrolle besetzen wollten, eine gute Entscheidung, denn so gibt es nicht diese Vorbelastung im deutschen Sprachraum, und der ewige Vergleich mit Romy Schneider bleibt außen vor. Ich kannte Cristiana Capotondi vorher nicht. Es gab ein Casting in Rom mit 15 Schauspielerinnen, aber sie fiel mir auf den ersten Blick auf und war meine erste Wahl. David Rott als Kaiser Franz Joseph war ebenfalls meine Wunschbesetzung, und ich bin sehr froh, dass er zugesagt hat. Manche männliche Hauptdarsteller mögen es nicht, neben einer so starken weiblichen Hauptrolle zu spielen, aber David Rott hat damit kein Problem. Ein toller und sensibler Schauspieler, der das Beste aus seiner Rolle herausholt.

Sie sind Österreicher, wächst man da nicht sozusagen mit Sisi auf?

Ich stamme aus Wien, und seit meiner Kindheit lebe ich damit. Das fing schon bei den „Sissi“-Filmen an. Immer wieder stolpert man über den Kult um Sisi, sieht überall ihre Bilder. Ein Kult, der nur noch mit dem von Ludwig II. in Bayern vergleichbar ist.

Wie erklären Sie sich ihren Mythos, der bis heute andauert?

Sie faszinierte die Menschen mit dieser Mischung aus Charisma, Schönheit, Jugend, Geheimnis und ihrer rebellischen Seite, sich gegen den Hof zu stellen. Sie war eine starke Persönlichkeit und hat einen Riesenzauber auf die Menschen ausgeübt. Wenn es damals schon die Medien gegeben hätte, wäre sie der absolute Kult-Star gewesen und hätte sogar Lady Di in den Schatten gestellt.

Aber die andere, die dunkle Seite von Sisi zeigen Sie nicht?

Nein, das erklärt sich aus der Historie. Unser Film endet mit ihrem größten Triumph, der Krönung als Königin von Ungarn. Ihre Neurosen traten erst später auf, vor allem seit dem Tod ihres Sohnes Rudolf.

Im Internet gibt es eigene Fan-Seiten über Sisi, und die Fans freuen sich schon jetzt auf Ihren Film. Ist der Erwartungsdruck der Zuschauer nicht sehr groß – wie gehen Sie damit um?

Für mich ist der Film eine große Herausforderung, und es hat mich gereizt, ihn zu drehen. Wenn man davor Angst hat, sollte man es gleich sein lassen.

Haben Sie an vielen Originalschauplätzen gedreht?

Ja. Und wenn es einmal nicht möglich war, gab es genügend Palais, die man perfekt dafür nutzen konnte. Die Dreharbeiten waren sehr aufwändig und haben insgesamt drei Monate gedauert. Wir haben in Ungarn gedreht, in Triest und in der Umgebung von Mailand. Auch mit dem Wetter hatten wir Glück, bis auf drei schlimme Regentage.

Wie umfangreich waren Ihre Recherchen?

Ich habe viele Biografien gelesen, doch die Geheimnisse, die Sisi umranken, werden trotzdem nicht geklärt. Sie bleiben ihre Geheimnisse. So ist z.B. bis heute unklar, ob sie nun eine Affäre mit dem Grafen Andrassy hatte oder nicht.

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