Netflix und Univision, ein spanischsprachiger Sender aus den USA, haben gemeinsam eine neue Serie über den Drogenboss Joaquín Guzmán Loera, genannt „El Chapo“, realisiert. Nach der TV-Premiere ist die erste Staffel jetzt auch auf Netflix zu sehen.

Sein Spitzname bedeutet soviel wie „der Kleine“, denn seine Körperlänge steht mit kurzen 1,68 Meter im Kontrast zu seiner Größe im Drogengeschäft.

El Chapo: Staffel 2 vielleicht schon ab November auf Netflix!

El Chapo: Serie über den Drogenboss von Netflix und Univision

Bis zu seiner letzten Verhaftung war „El Chapo“ der oberste Chef des Sinaloa-Kartells in Mexiko. Guzmán wurde bereits in den Jahren 2001 und 2015 verhaftet, konnte aber immer aus dem mexikanischen Gefängnis entkommen. Ein halbes Jahr nach seiner letzten Inhaftierung wurde er am 8. Januar 2016 erneut von mexikanischen Fahndern festgenommen und aufgrund eines entsprechenden Antrags im Januar 2017 in die USA ausgeliefert. Dort ist er wegen 17 Vergehen angeklagt, unter anderem Drogenhandel und Geldwäsche. Er soll mit dem Verkauf von illegalen Substanzen über 14 Millionen Dollar in den USA und Kanada verdient haben. Camilla Jiménez Villa (Content Officer der Fusion Media Group) beschreibt den Ansatz der neuen Produktion so:

Die Serie zieht den Vorhang vor einem der faszinierendsten Verbrecher unserer Zeit zurück, indem er die Weltklasse-Berichterstattung und die investigativen Einsichten des Univision News Teams mit hervorragenden Geschichtenerzählern und Produzenten kombiniert.“ Und: „Wir sind begeistert, die Partnerschaft mit Netflix zu haben und unsere Grenzen-überschreitende neue Serie mit einem globalen Publikum zu teilen.

#Cartel: Noch eine Serie über das Leben von Drogenboss Guzmán

El Chapo: Deutschlandstart im Stream auf Netflix

Mit „Narcos“ hat Netflix bereits eine sehr gute Drogenboss-Serie über Pablo Escobar im Programm. Guzmán selbst soll überhaupt nicht geschmeichelt von der Serienproduktion unter seinem Namen gewesen sein. Er hatte auch seine Anwälte auf die Sache angesetzt, die ihrerseits mit einer Klage gedroht haben. Das Leben von Joaquín zu zeigen, würde einen Eingriff in seine Intimsphäre bedeuten. Guzmán ist nicht tot und daher müssten die Macher eine Einverständniserklärung des Kartellbosses einholen. Es hat ja mit der Produktion trotzdem geklappt. Aber zufrieden ist Guzmán nicht damit.

El Chapo: Die Serie ist nicht zum Wohlgefallen des Drogenboss‘

Als rein dokumentarisch sollte man die Serie sowieso nicht betrachten, denn es kommen auch fiktionale Charaktere vor und einige Begebenheiten wurden aus dramaturgischen Gründen hinzu erfunden. Außerdem zeichnet die Gangster-Telenovela den Cartelboss und seine Anhänger als ziemliche Dödel. Marco De La O spielt die Hauptrolle auf eine Weise, dass man ständig versucht ist, zu fragen, wie dieser Mann zu einem der erfolgreichsten Drogenhändler der Welt aufsteigen konnte. Daher sind auch die Anwälte des Kriminellen immer noch dabei, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. Geklagt wird wohl unter anderem wegen „Rufschädigung“.

Übrigens plant auch Sony einen Film über das Leben des mexikanischen Verbrechers zu machen und auch History Channel will eine eigene Serie zum Thema mit dem Titel „#Cartel“ unter der Mitwirkung des „Narcos“ Co-Schöpfers Chris Brancato.

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