Law & Order: True Crime – Die mörderischen Menendez-Brüder Poster

„Law & Order: True Crime“: So gut ist die Serie – Trailer, Review, TV & Stream

Kristina Kielblock  

In Deutschland steht der Start der neuen True-Crime-TV-Serie aus dem „Law & Order“-Universum bevor und wir durften schon die ersten beiden Folgen sehen. Hier erzählen wir euch, wie es uns gefallen hat, worum es geht und wo ihr euch die TV-Premiere anschauen könnt. 

Ebenso wie das Leben selbst die komischsten Geschichten schreibt, kann die Fantasie auch selten die realen Grausamkeiten überflügeln. Dies ist sicher auch einer der Gründe, warum sich der Crime-Serien-Spezialist Dick Wolf immer wieder von realen Schlagzeilen inspirieren lässt — Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen sind natürlich rein zufällig. Mit „Law & Order: True Crime – Die mörderischen Menendez-Brüder“ gesellt sich jetzt eine TV-Serie zum Werk des Autors und Produzenten, die sich ganz offen einer wahren Begebenheit annimmt. Hier seht ihr den Trailer:

Lyle & Erik Menendez: Mörderische Rich Kids?

Die Tat von Lyle und Erik Menendez geschah am 20. August 1989. Die Geschwister haben ihre Eltern mit Schrotgewehren im Wohnzimmer hingerichtet. Im März 1990 wurden sie verhaftet. Der erste Prozess wurde 1993 live im TV übertragen, das Interesse der Medien war enorm. 1996 wurden beide für den Mord an ihren Eltern, Jose und Kitty, schuldig gesprochen. Sie erhielten eine lebenslange Gefängnisstrafe ohne Aussicht auf Bewährung.

Die Brüder sind seit Februar 2018 nicht mehr in unterschiedlichen Gefängnissen inhaftiert, Erik gab 2006 erstmals Presseinterviews und sprach über seine Tat. Beide Brüder haben in der Haft geheiratet, dürfen aber keine ehelichen Besuche empfangen. Sie stehen in Kontakt mit dem Journalisten Robert Rand, der an einem Buch über den Fall arbeitet.

Die Öffentlichkeit rezipierte die Taten seinerzeit wie die Presse es zumeist nahelegte: Reiche missratene Kinder ermorden aus Habgier kaltblütig ihre treusorgenden Eltern und kassieren ein Erbe von 14 Millionen Dollar. Aber es gab auch andere Stimmen aus dem Freundes- und Familienkreis, die von dieser Erklärung nicht vollkommen überzeugt waren. Dem Vorwurf der Kinder, ihr Vater hätte sie psychisch und physisch misshandelt, vielleicht sogar sexuell missbraucht, ist nie wirklich nachgegangen worden.

Eine andere Sicht auf die Menendez-Brüder bei „Law & Order“?

Das Verbrechen der Menendez-Brüder wurde mehrfach filmisch verarbeitet. Ein TV-Zweiteiler machte 1994 den Anfang („Die wahre Geschichte der Menendez-Brüder“), seitdem folgten zahlreiche Dokumentationen. 2018 ist ein neuer TV-Film zum Thema mit Courtney Love angekündigt. Kann die True-Crime-TV-Serie neue Akzente setzen und den Fall aus einer anderen Perspektive beleuchten? Lernen wir die Motive der Brüder besser zu verstehen?

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Folge 1 und 2 in der Kurzrezension

Wie erwähnt, hatten wir das Vergnügen, die ersten beiden Folgen schon vorab sehen zu dürfen. Die TV-Serie steigt unmittelbar zur Mordtat in die Geschehnisse ein und zeigt das Leben der Geschwister nach dem gewaltsamen Tod der Eltern. Wir befinden uns Anfang der 90er-Jahre und nebenbei zeigt die Serie auch deutlich, wie enorm sich die Arbeit eines Ermittlers dank Forensik und zunehmender Computerisierung in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Wir folgen dem Ermittler Les Zoeller (Sam Jaeger), der den Fall jahrelang untersucht hat und lernen dabei Erik (Gus Halper) und Lyle (Miles Gaston Villanueva) kennen, die durchaus nicht nur als gefühllose Rich Kids charakterisiert werden.

Besonders spannend ist die Anwältin Leslie Abramson, die von Edie Falco hervorragend dargestellt wird. Sie wurde durch die Verteidigung der Menendez-Brüder berühmt, stand aber in der Öffentlichkeit stark in der Kritik, da sie sich sehr dafür einsetzte, auch deren Seite zu verstehen. Vor Gericht versuchte sie, der Jury begreiflich zu machen, dass beide Jungs zeitlebens unter dem Vater zu leiden hatten und diese aufgestaute Aggression schließlich zu dem Mord führte.

An das klassische „Law & Order“ erinnern vor allem die Einblendungen von Ort und Datum, unterlegt mit dem bekannten Gong-Geräusch. Sonst hat der True-Crime-Ableger des mega-erfolgreichen TV-Crime-Universums mit der charmanten Retro-Optik einen eigenen Stil gefunden, der mit Sicherheit nicht nur „Law & Order“-Fans anspricht.

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Wir waren von den ersten zwei Folgen gut unterhalten und sind auf die dritte Folge gespannt. Wir hoffen, dass die Serie stärker hinter die Missbrauchs-Vorwürfe blickt und den Motiven der beiden Brüder auf den Grund geht. Mit der Anwältin, die sich — ungeachtet des öffentlichen Drucks — für beide einsetzt, steht ein spannender, starker Frauencharakter im Mittelpunkt, auch dies ist für uns ein Grund mehr, der Serie weiter zu folgen.

Wann startet „Law & Order: True Crime“ und wo könnt ihr es sehen?

13th Street ist das Zuhause aller Fans von Dick-Wolf-Produktionen. Der PayTV-Kanal ist über verschiedene Anbieter zu beziehen, darunter Sky, Unitymedia und Vodafone. Leider können wir euch in diesem Fall keine schnelle und günstige Lösung zum Schauen der Serie anbieten, denn hilft in diesem Fall nicht weiter. Stattdessen benötigt ihr ein Paket und somit ein Abo mit längerer Laufzeit. Die deutsche TV-Premiere der achtteiligen Anthologie-Serie ist am 19. April 2018 um 21:50 Uhr. Ab dann seht ihr immer donnerstags zur selben Zeit neue Doppelfolgen auf 13th Street.

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Alternativ: Serie im Stream kaufen

Die neue NBC-Produktion ist in Deutschland auch schon . Dort könnt ihr die Folgen einzeln in HD für jeweils 2,99 € kaufen oder den sehr viel günstigeren Staffelpass erwerben und alle acht Episoden für 9,99 € erstehen. Derzeit gibt es dort noch keine deutsche Synchronisation, diese steht vermutlich nach der TV-Ausstrahlung zur Verfügung.

Ob die Staffel später bei Sky Ticket im Stream abzurufen sein wird und ihre zweite verdiente Runde im Free-TV drehen darf, ist uns derzeit noch unbekannt.

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