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„How to Sell Drugs Online (Fast)“ lohnt sich! 5 Gründe warum!

Author: Kristina KielblockKristina Kielblock |

© Netflix

Mit „Dark“ und „Dogs of Berlin“ hatte Netflix schon zwei gute deutsche Serieneigenproduktionen im Portfolio. Aller guten Dinge sind drei und „How to Sell Drugs Online (Fast)“ ist wirklich sehr gut! Warum, lest ihr jetzt.

Sicherlich herrscht auf Netflix kein Mangel an Coming-of-Age-Serien, aber dieses Exemplar könnte die besondere Qualität haben, Generationen zu verbinden. Hier der Trailer:

Fünf Gründe, warum ihr „How to Sell Drugs Online (Fast) (FSK 16) nicht verpassen solltet!

In „How to Sell Drugs Online (Fast)“ geht es um einen nerdigen Teenager, der seine Freundin beeindrucken will und mit seinem besten Freund beginnt, Drogen online im Darknet zu verkaufen. Dieser Plot ist von der Realität inspiriert. 2015 stellte die Leipziger Ermittlungsbehörde einen 20-jährigen Jugendlichen, der seit seinem 18. Lebensjahr Drogen im Netz verkauft hat.

Zunächst im Darknet, aber dann auch über die Seite „Shiny Flakes“ im ClearWeb. 360 Kilo illegale Substanzen konnten zu diesem Zeitpunkt sichergestellt werden, alles außer Heroin, wie die Polizei zum Besten gab. Insgesamt hat er ungefähr 4 Millionen Euro Umsatz gemacht, am Ende 16 Stunden am Tag mit wiegen und verpacken und verschicken verbracht. Damit ging er nicht nur als Kinderzimmer-Dealer in die Geschichte ein, sondern auch in den Knast. In der neuen Netflix-Serie heißt Maximilian S. jetzt Moritz Zimmermann.

1. Drogenserie mit Suchtfaktor

Auf Netflix findet ihr sechs Folgen, die jeweils eine halbe Stunde dauern. Also letztlich wie ein Spielfilm mit Überlänge. Es ist unglaublich schwer, zwischen den Folgen zu stoppen. Wer also eine Serie am liebsten auf der Stelle im Binge-Modus durchschaut, findet hier einen echten Leckerbissen. Ebenfalls attraktiv könnte das Produkt für Menschen sein, die vor Serien eher zurückschrecken, denn wir versprechen hier: ihr könnt es schauen wie einen Film.

2. Gut für Kinder, Eltern und Großeltern

Klar, die Geschichte klingt erst mal, als ziele sie auf ein bestimmtes Publikum – Menschen, denen „Tote Mädchen lügen nicht“ und „Breaking Bad“ gefallen hat, schauten auch…, aber wir behaupten, das die behandelten Probleme für alle Generationen interessant sind und sei es nur, um die Welt der Millenials oder der „Generation Z“ besser zu verstehen. Eltern, die bislang schon skeptisch waren, was ihre Kinder im Internet so treiben, können jetzt begründete Angst bekommen – es ist noch viel schlimmer als sie dachten.

3. Pädagogisch ohne Zeigefinger

Überwachungsstaat, das Suchtpotenzial von Social Media, die Start-up-Träume der YouTube-Generation und natürlich Drogenkonsum – all diese Themen werden in der Serie reflektiert und sind dabei so witzig aufbereitet, dass die Denkanstöße gut zu verkraften sind und man sich auch ohne Drogen nicht in depressiver Weltsicht verliert. Einige der Gags sind so gut, dass man sie im eigenen Leben auch noch einmal wiederverwenden kann.

4. Ein echt cooles Team

Die Serie wurde von bilduntonfabrik produziert, die auch Jan Böhmermanns Shows machen. Sebastian Colley, Philipp Käßbohrer und Stefan Titze schreiben die Drehbücher, Lars Montag und Arne Feldhusen („Tatortreiniger“/„Stromberg“) führten Regie und sorgten für eine temporeiche Inszenierung, die elegant auch die virtuelle Ebene in Form von Chats und Bildschirmansichten einbindet. Bjarne Mädel ist als echt irrer Dealer Buba am Start, der nebenbei auch ein wunderbarer Vertreter der analog-geborenen Generation ist. Den Hauptdarsteller Maximilian Mundt („Radio Heimat“) hat man noch nicht so häufig gesehen, kann sich aber kaum eine bessere Besetzung für den Nerd mit Jungunternehmer-Ambitionen vorstellen. Lisa Novak, die Ex-Freundin von Moritz, spielt Lena Klenke, die viele sicher schon aus „Fack ju Göthe 1-3“ kennen. Danilo Kamperidis sorgt als Lenny für die schönsten emotionalen Szenen. Da wir hier niemanden spoilern wollen, weisen wir an dieser Stelle nur noch darauf hin, dass es zwei wirklich gelungene Überraschungsauftritte gibt und euch in Nebenrollen sehr bekannte deutsche Schauspieler begegnen werden.

5. Es gibt einiges zu entdecken

Die Macher haben ziemlich geschickt einige Easter-Eggs in der Serie versteckt und es macht Spaß, sie zu finden. Das sind solche Dinge wie der Name der fiktiven Bildungsstätte „Anton-Köllisch-Gymnasium“, wobei Köllisch der erste Chemiker war, der 1912 MDMA synthetisierte. Falls ihr nach dem Anschauen mehr dazu wissen wollt, schaut mal bei Watson.de vorbei.

Fazit: Ein schneller lustiger Trip mit Tiefgang

Man fragt sich, welches Problem Netflix mit realen Städten hat. „Dark“ spielt in Winden, „Dogs of Berlin“ hat seine eigene U-Bahnstation Kaiserwarte erfunden und „How to Sell Drugs Online (Fast) spielt im fiktiven Rinseln. Wer eine Ahnung hat, warum Netflix reale deutsche Orte meidet, vermelde es bitte in den Kommentaren. Davon abgesehen hat die Serie natürlich ihre Schwächen. Die Darstellung des Ecstasy-Rauschs ist nicht einfach, aber dennoch sind bei dieser Droge optische Verzerrungen und Halluzinationen eher selten der Fall. Außerdem klärt die Serie auf einer Meta-Ebene auch immer wieder über die Wirkungsweise auf, könnte dabei aber ebenfalls exakter sein. Eher gefährlich ist in diesem Zusammenhang der Hinweis, die Wirkung würde nach 20 Minuten einsetzen, denn dies ist nicht immer der Fall. Teilweise können daraus auch 40 bis 60 Minuten werden und wer zu schnell nachschmeißt, spielt mit dem Tod. Außerdem treiben sich diese Jugendlichen immer auf Facebook herum, aber wir haben gehört, dass sie inzwischen hauptsächlich andere Social-Plattformen nutzen?!

Dennoch: Wir haben uns drei Stunden wirklich gut unterhalten gefühlt und sind gespannt, ob Netflix eine zweite Staffel produziert, was stark zu begrüßen wäre.

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Aus der kino.de-Redaktion

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