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Historischer Zweiteiler über den Bau des Gotthard-Tunnels.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gotthard: Historischer Zweiteiler über den Bau des Gotthard-Tunnels.

    „Abenteuerfilm, Liebesgeschichte, Sozialdrama“ verspricht das ZDF mit diesem historischen Adventszweiteiler; die Beschreibung passt perfekt.

    Schauplatz der Geschichte ist Göschenen, vor knapp 150 Jahren ein Dorf mit dreihundert Einwohnern. Hier will der Unternehmer Favre eine epochale Vision realisieren und einen Tunnel quer durch den Gotthard bohren. Doch das Jahrhundertprojekt hat immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn der Berg widersetzt sich; das harte Gestein lässt einen Bohrer nach dem anderen zerbrechen. Favre geht eine riskante Wette auf die Zukunft ein und überzeugt die Geldgeber, in das gerade erst erfundene Dynamit zu investieren. Während diese Hürde genommen werden kann, gibt es regelmäßig Ärger mit den Arbeitern, weil Favre immer wieder das Geld ausgeht.

    Drehbuchautor Stefan Dähnert erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines jungen Mannes aus dem Schwarzwald: Max (Maxim Mehmet) ist angehender Ingenieur und sieht in Favres Projekt die Chance, Teil von etwas ganz Großem zu werden. Er verliebt sich in die Fuhrmannstochter Anna (Miriam Stein) und löst mit ihrer Hilfe ein dringendes Transportproblem. Seine Warnungen vor einer Einsturzgefahr des Tunnels verhallen jedoch ungehört. Als es tatsächlich zur Katastrophe kommt, begreift Favre (Carlos Leal), welches Potenzial in dem jungen Mann steckt, und befördert ihn in die Zentrale nach Luzern. Dort kommt Max schließlich auch auf eine brillante Lösung für die Geldprobleme des Unternehmens: Er erfindet den „Favre-Franken“ und will die Arbeiter auf diese Weise an der Firma beteiligen. Nun ist es an ihnen, eine Wette auf die Zukunft einzugehen: Führen sie das Projekt zu Ende, winkt ihnen viel Geld; geht Favre pleite, stehen sie mit leeren Händen da.

    Urs Egger hat die Geschichte des ersten Alpentunnels als episches Werk mit großem Aufwand umgesetzt; gerade die klaustrophobischen Sequenzen im Tunnel wirken fast dokumentarisch. In diesen spannenden Szenen entfaltet auch die Musik von Fabian Römer große Wirkung. Im Unterschied zu anderen Heimatdramen verzichten Egger und sein Kameramann Lukas Strebel fast vollständig auf die für solche Filme eigentlich obligaten Panoramabilder. Bei der Ausstattung wurde großer Wert auf Authentizität gelegt, aber dank der Bildgestaltung sind Kostüme und Material nie wichtiger als die Handlung.

    Mindestens genauso viel Bedeutung wie der Tunnelbau bekommt jedoch die persönliche Ebene. Maxim Mehmet ist eine gute Besetzung für den Ingenieur, der es nicht wagt, Anna seine Liebe zu gestehen, und die Frau stattdessen seinem besten Freund Tommaso (Pasquale Aleardi) überlässt. Der ebenso lebenslustige wie charismatische Italiener ist die schillerndste Figur des Films. Als Tommaso erst zum Wortführer der Arbeiter und später entlassen wird, arrangiert ausgerechnet Max die Heirat mit Anna, um die Ausweisung des Freundes zu verhindern. Doch dann kommt es zum Arbeiteraufstand; nun stehen die beiden Männer auf verschiedenen Seiten. Ihre Freundschaft zerbricht, als Max die Kavallerie zu Hilfe ruft und Schüsse fallen.

    „Gotthard“ hat spektakuläre Bilder und sehenswerte Schauspieler zu bieten. Die größte Qualität dieses auch mit knapp 180 Minuten nicht zu langen Films ist jedoch die geschickte Verknüpfung der verschiedenen Erzählebenen. Freundschaft und Liebe haben den gleichen Stellenwert wie der Pioniergeist der Visionäre. Dank der ungeschönten Schilderung der unmenschlichen Arbeitsbedingungen ist das Werk auch ein filmisches Denkmal für die weit über tausend Menschenleben, die der Tunnelbau gekostet hat. tpg.

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