Game of Thrones Poster

Game of Thrones Recap: Staffel 6 Folge 4 "Das Buch des Fremden" (Spoiler!)

Andreas Engelhardt  

Die Halbzeit der sechsten Staffel von „Game of Thrones“ steht kurz bevor und in Westeros und Essos spitzen sich die Ereignisse weiter zu. Dies geschah zwar in „Das Buch des Fremden“ wesentlich ruhiger, gemächlicher und dialoglastiger als in den letzten Folgen und dennoch haben sich einige Wendungen ereignet, über die wir unbedingt sprechen müssen. Deswegen fassen wir die vierte Folge von Staffel 6 für euch zusammen und spekulieren einmal, wozu all das führen wird. 

Schwarze Festung – Die Starks finden zusammen

Game of Thrones“ ist in erster Linie eine Serie über den Verlust von Macht. An keinem Haus wird dieses Thema derart verdeutlicht wie an den Starks. Die zu Beginn starke Familie wurde auseinandergesprengt, getötet und unterdrückt – doch all das könnte nun ihr Ende finden. Denn Jon Schnee (Kit Harington) und Sansa (Sophie Turner) sind endlich wiedervereint.

Nachdem wir in der letzten Folge erfahren hatten, dass Sansa mit Leibwächterin Brienne (Gwendoline Christie) zu ihrem Bruder will, brach schon Panik bei manchen Fans aus. Jon Schnee hatte nämlich zum Ende von „Eidbrecher“ seinen Abschied aus der Nachtwache verkündet, was angesichts der gefahrvollen Situation bei seinem Nachfolger weniger gut ankam. Die Befürchtung war, dass Jon und Sansa sich knapp verpassen, doch offensichtlich haben die Königin des Nordens und ihr Gefolge die ihnen zur Verfügung stehenden drei PS gut genutzt.

Nach einem emotionalen Wiedersehen brachten sich die Geschwister auf den neuesten Stand und beschließen, sich zukünftig nicht mehr zu trennen. Doch wo sollen sie nun hin? Für Sansa ist klar, dass Ramsay Bolton (Iwan Rheon) aus ihrer Heimat Winterfell vertrieben werden muss, doch Jon ist inzwischen das Kämpfen leid. Die Abschiedsworte von Alliser Thorne (Owen Teale) haben offensichtlich genau wie die Messerstiche ihre Spuren hinterlassen. Sansa will die Müdigkeit ihres Bruders jedoch nicht akzeptieren und hält ihm eine flammende Ansprache, womit sie in „Das Buch des Fremden“ nicht allein bleiben wird.

Jons Kampfesmut wird jedoch erst durch einen Brief von Ramsay geweckt, der ihn wissen lässt, dass er Rickon Stark (Art Parkinson) in seiner Gewalt hat. Die Ankündigung, sämtliche Wildlinge zu häuten, dürfte Tormund (Kristofer Hivju) wenig geschmeckt haben, weswegen alles darauf hindeutet, dass wir den erhofften „Battle of the Bastards“ bekommen werden.

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Tal von Arryn – Kleinfinger eilt zur Rettung

Die von Tormund angebotenen 2.000 Wildlinge reichen gegen die Armee der Boltons – gut 5.000 Mann – aber kaum aus. Unterstützung naht jedoch bereits; Baelish (Aidan Gillen) sei Dank. Der nutzt sein manipulatives Können, um Robin Arryn (Lino Facioli), den derzeitigen Herrscher des grünen Tals, dazu zu bringen, seiner Cousine Sansa zu Hilfe zu kommen. Petyr Baelish macht in dieser Szene deutlich, dass er mühelos Einfluss auf Robin auswirken kann, aber die große Frage bleibt natürlich, wie Sansa auf das baldige Wiedersehen reagiert.

Königsmund – Widerstand gegen die Kirche

In der Hauptstadt von Westeros sorgt weiterhin die Gretchenfrage für Anspannung. Königin Margaery (Natalie Dormer) wird aus ihrer Zelle geholt und zum Hohen Spatz (Jonathan Pryce) gebracht, der ihr seine rührselige Geschichte erzählt. Einst war ein reicher Mann, der trotz Alkohol und Frauen kein Glück im Leben fand und sich deshalb allem entsagte. Der Religionsführer verdeutlicht, dass er die Bedeutung von Charisma verinnerlicht hat und spielt erneut den guten Cop, als er seine Gefangene zu ihrem Bruder lässt.

Loras Tyrell (Finn Jones) scheint die Haft deutlich schlechter bekommen zu sein als seiner Schwester. Margaery durchschaut nämlich das Spiel des Hohen Spatzen und wird nicht durch seine nette Geste weich. Sie zeigt sich unnachgiebig und denkt nicht daran, dem Mann Gottes den Sieg zu überlassen. In solchen Kategorien denkt Loras hingegen schon lange nicht mehr, er will einfach nur, dass die unsanfte Behandlung ein Ende findet. Dafür holt er sich von Margaery eine energische Ansprache ab, die verlangt, dass er Stärke beweist. Erneut muss in „Das Buch des Fremden“ also eine Schwester ihrem Bruder in seinem Moment der Schwäche die Leviten lesen.

An anderer Stelle wird daran gearbeitet, die beiden Geschwister aus den Händen der Fanatiker zu befreien. Cersei (Lena Headey) und Jamie Lennister (Nikolaj Coster-Waldau) gelingt es dafür sogar, Olenna Tyrell (Diana Rigg) und ihren Onkel Kevan (Ian Gelder) zu überzeugen. Der Plan sieht vor, dass die Tyrells ihre Armee nach Königsmund bringen und die Lennisters teilnahmslos zur Seite treten, damit die die Drecksarbeit übernehmen können.

Dadurch könne durchaus ein Bürgerkrieg ausgelöst werden, wie Kevlan richtig anmerkt, womöglich haben Cersei und Jamie aber auch eine weitere Konsequenz nicht bedacht. Olenna machte mehr als einmal deutlich, dass sie zu kalter Machtpolitik durchaus fähig ist und wenn sie ihre Truppen schon einmal in der Hauptstadt hat, warum sollte sie diese dann nicht gegen die Lennisters nutzen?

Die Eiseninseln – Was willst du?

Komplettiert wird das Trio der starken Schwestern in „Das Buch des Fremden“ von Yara Graufreud (Gemma Whelan). Die zeigt sich wenig erfreut darüber, dass ihr Bruder Theon (Alfie Allen) es zurück nach Hause geschafft hat. Auch wenn er sich inzwischen geläutert zeigt und sein Verhalten bereut, lässt ihn Yara auf ihre barsche Art wissen, dass sie den Einsatz für ihn teuer bezahlt hat.

Sie befürchtet, dass ihr Bruder in die Frage nach einem Nachfolger für ihren Vater eingreifen könnte, was er auch beabsichtigt. Allerdings will er ihr dabei helfen, die Eiseninseln anzuführen, womit Yara sicherlich nicht gerechnet hat. Ihr wurde zuvor deutlich gemacht, dass sie als neue Königin wohl eher nicht in Frage kommt. Ob sich ihre Chancen mit Theon als Wahlkampfhilfe deutlich verbessern, sei angesichts seiner Vergangenheit erst einmal dahingestellt.

Meereen – Sklaverei auf Zeit

In Meereen sind Tyrion (Peter Dinklage) und Varys (Conleth Hill) weiterhin bemüht, die angespannte Situation ohne Daenerys (Emilia Clarke) unter Kontrolle zu bekommen. Dafür schlagen sie sogar ein Geschäft mit den Meistern der Sklavenstädte vor: Wir lassen euch die Sklaverei noch sieben Jahre, dafür lasst ihr uns in Ruhe. Dieser wenig moralische Kompromiss kommt bei Grauer Wurm (Jacob Anderson), Missandei (Nathalie Emmanuel) und dem kleinen Mann von der Straße nicht gut an – verständlicherweise.

Dass Grauer Wurm und Missandei dennoch nicht den Aufstand proben, kann als Vertrauensbeweis gegenüber Tyrion und Varys gewertet werden, die in kurzer Zeit anscheinend ordentlich Eindruck hinterlassen haben. Allerdings ist dieses Vertrauen noch nicht unumstößlich, was Grauer Wurm auch mehr als deutlich macht. Tyrion und Varys müssen ihre nächsten Schritte deswegen in Zukunft noch sorgfältiger bedenken, wobei sie ohnehin bald wieder in ihre Position als Berater zurückkehren dürften.

Vaes Dothrak – Zerstörerin des Tempels

Daenerys hat es nämlich endlich geschafft, ihre Zukunft als Witwe auf Lebenszeit abzuwenden. Jorah Mormont (Iain Glen) und Daario Naharis (Michiel Huisman) haben ihren Pfadfinderausflug beendet und sind endlich in der Hauptstadt der Dothraki angekommen. Ihr Plan, sich in die Stadt zu schleichen, wird zwar von einem kleinen Zwischenfall gefährdet, aber letztlich werden sie vor keine Probleme gestellt, die man nicht mit einem großen Stein lösen könnte.

Sie schaffen es sogar, an Daenerys heranzutreten, als diese die Außentoilette aufsuchen will. Der Rettungsversuch wird jedoch abgesagt, da die Mutter der Drachen einen eigenen Plan entwickelt hat. Als die Khals sich versammeln, um unter anderem über ihre Aufnahme in den Kreis der Witwen zu entscheiden, nutzt sie die Gelegenheit und verbrennt sie mitsamt dem heiligen Tempel von Vaes Dothrak.

Aus den Flammen des zerstörten Gebäudes tritt nur die Unverbrannte mit einem entschlossenen Blick hinaus. Von diesem Bild beeindruckt, kniet gesamt Vaes Dothrak vor ihr nieder, womit Daenerys in Zukunft über eine gewaltige Schlagkraft verfügen dürfte, was ihrem Kampf für die Freiheit der Menschen von Essos neuen Zündstoff verleiht. Darüber hinaus könnte dies ihrem Bestreben, den Eisernen Thron zu erobern, ebenfalls behilflich sein.

Fazit der „Game of Thrones“-Review – „Das Buch des Fremden“ Staffel 6 Folge 4

Nachdem die letzten beiden Episoden die Handlung ereignisreich vorangetrieben haben, wurde kurz vor der Hälfte der Staffel das Tempo etwas herausgenommen. „Das Buch des Fremden“ diente mehr dazu, Personen zusammenzuführen und das weitere Vorgehen anzudeuten, was jedoch in den nächsten Folgen erst zu weitreichenden Konsequenzen führt. Die größte Szene kam deshalb passenderweise zum Schluss, denn Daenerys konnte endlich ihrer Entführung entgehen und als Bonus sogar eine Armee für sich herausholen.

Da gerade dieser Handlungsstrang sich seit Beginn der Staffel etwas zog und wie ein erzwungenes Aufschieben ihrer Rückkehr nach Westeros wirkte, wird nun hoffentlich Nägeln mit Köpfen gemacht. Die letzte (offizielle) Targaryen greift trotzdem wohl nicht so bald in den Kampf um den Eisernen Thron ein, denn zunächst muss noch etwas vor der eigenen Haustür gekehrt werden.

Ansonsten dürfen wir damit rechnen, dass der Konflikt um den Norden bald vollends entbrennt, auch in Köngismund wird es wohl blutig hergehen und dass die Nachfolgeregelung auf den Eiseninseln ruhig und gesittet abläuft, ist angesichts der dort befindlichen Charaktere eher unwahrscheinlich. „Das Buch des Fremden“ bietet uns eine kleine Verschnaufpause, die wir bei den kommenden Eskalationen wohl ganz gut gebrauchen können.

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Game of Thrones Preview Staffel 6 Folge 5

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