Game of Thrones Poster

Binge-Watching: Serien suchten ist schädlich - 6 Gefahren für Fans

Kristina Kielblock  

Gehört ihr zu den Binge-Viewern? Dann lebt ihr vielleicht gefährlich. Wie jede Sucht bleibt auch der extreme Serienkonsum nicht ohne Folgen für Körper & Seele. Wir haben zusammengefasst, welche Gefahren beim Dauerglotzen auf euch lauern.

In analogen Zeiten saßen wir brav einmal die Woche vor dem Fernseher, um eine neue Folge unserer Lieblingsserie zu schauen. Manchmal hatten wir Glück und jemand hatte alle Folgen auf einer Videokassette aufgenommen. Das sogenannte Binge-Watching gab es auch schon zu analogen Zeiten, nur sehr viel seltener und man hat es auch nicht so genannt. Meistens schauten wir eh Filme. Das war damals und heute ist alles anders. Serien sind die neuen Filme und dank zahlreicher Streaming-Dienste und Mediatheken muss sich auch niemand mehr vom TV vorschreiben lassen, wann es Zeit ist, sich davor zu setzen. Aber die neuen Möglichkeiten haben auch ihre Schattenseiten, wie verschiedene Studien belegen.

Was bedeutet Binge-Watching?

Der Begriff Binge kommt aus dem Englischen (Aussprache: /bɪndʒ/) und umschreibt eine Gelegenheit bei der einer Aktivität im extremen Ausmaß nachgegangen wird. Beim Binge-Watching ist dies das Anschauen von Videos, Filmen, Serien & Co. Ihr könnt aber auch im Binge-Modus essen, trinken oder Geld ausgeben. Der Begriff „Binge“ ist im Englischen ursprünglich negativ besetzt.

Binge-Watching: 7 Gefahren, die euch schaden können

Im Folgenden listen wir euch Dinge auf, derer ihr gewahr sein solltet, wenn ihr euch dem ungehemmten Seriengenuss von „Game of Thrones“ & Co. hingebt.

1. Schlafstörungen durch Binge-Watching

Das Daueransehen von Serien verursacht nicht nur Schlafmangel, weil man in der Regel bis spät in die Nacht hinein schaut, statt nach einer Folge auszumachen und schlafen zu gehen. Der Schlaf ist auch häufig gestört, was mehrere Studien belegen. So fanden Forscher der American Public Health Association in einer Studie heraus, dass mehr als ein Drittel der untersuchten Binge-Watcher Schlafstörungen oder Schlafmangel hatte. Es stellte sich auch heraus, dass je häufiger die Befragten ihre Abende im Binge-View-Modus verbrachten, umso schlechter war ihr Schlaf im Allgemeinen. Diese Ergebnisse bestätigt auch eine Studie des Journal of Clinical Sleep Medicine: Von 400 Befragten zwischen 18 und 25 Jahren waren 80 Prozent passionierte Serien-Binger und jeder dritte von ihnen schlief schlecht. Es geht nicht nur um die Zeit, die euch zum Schlafen fehlt, ursächlich für die Schlafstörungen sind auch die Aufregung und Anspannung, sowie der heruntergesetzte Melatonin-Level durch den abendlichen bis nächtlichen Episoden-Konsum. Wie Popsängerin Madonna schon sagte: Schlaf ist äußerst wichtig für das allgemeine Wohlbefinden, die Gesundheit und ein schönes Aussehen. Hinzu kommt, dass die Forschung festgestellt hat, dass das blaue Licht von Smartphone, Tablet und Laptop ebenfalls eine schlechte Auswirkung auf unseren Schlaf hat.

2. Lange gucken bringt weniger Spaß

Auch wenn viele behaupten, das Anschauen am Stück mache viel mehr Spaß, ist dem objektiv gesehen überhaupt nicht so. Auch hier konnte eine wissenschaftliche Studie aufzeigen, dass mit mehr Folgen die Freude nachlässt. Das hat mit dem Belohnungsprinzip und den Ausschüttungen in unserem Gehirn zu tun. Während die erste Folge noch starke Glücksgefühle auslöst, verringert sich dieses Gefühl von Folge zu Folge. Weniger Binge ist also mehr Spaß.

3. Wichtige Sachen bleiben liegen

Die nächste Episode einer Serie zu gucken, ist eine hervorragende Ausrede, um nicht eine unliebsame Aufgabe ausführen zu müssen. Die wissenschaftliche Hausarbeit beenden, Anträge ausfüllen, Aufräumen, Hausaufgaben – alles wird verschoben, hat sich der Binge-Viewer erst mal vor dem Gerät eingenistet. Ihr verliert aber diese Zeit und habt am Ende Stress. Auch dazu hat eine Studie die passenden Ergebnisse geliefert, aber eigentlich liegt das ja auf der Hand, oder? Jemand, der das Phänomen nicht kennt?

4. Bist du traurig? Binge zum Trost

Eine weitere Untersuchung konnte ermitteln, dass Menschen mit Depressionen, depressiven Verstimmungen und Angstzuständen stärker dazu neigen, sich Serien im Binge-Watch anzuschauen. Das hat sicher mit Eskapismus, also der Flucht vor der Realität zu tun und es liegt ja auch nahe, sich mit schönen oder schrecklichen Bildern berieseln zu lassen, wenn man mit Antriebsschwäche im Bett liegt. Binge-Watching ist aber nicht die Ursache für Depression.

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5. Die unerwiderte Liebe zu den Serien-Charakteren

Wellensittiche sind sehr gestresst von den Spiegel und Pappkameraden, die ihnen in den Käfig gehängt werden. Der Grund ist, dass ihre Zuneigung von diesen Dingen nicht erwidert wird. Ähnlich frustrierend ist die Liebe zu einem Seriencharakter. Befragungen weisen darauf hin, dass viele Menschen bereits eine solche einseitige Beziehung zu einem Protagonisten in einer Serie geführt haben. Der Grund für das Binge-Watching liegt dann tatsächlich in der Illusion mit der Person eine innige Beziehung zu führen. Verliebt euch besser in reale Personen, die euch auch toll finden.

6. Purge-Watching: Jeden Mist bis zum bitteren Ende ansehen

Unter Purge-Watching versteht man das zwanghafte Ansehen einer Serie, obschon man ihr schon überdrüssig ist. Purge meint soviel wie „übergeben“ / „sich entleeren“. Wer hat nicht schon eine Serie weiter geschaut, obwohl er sie überhaupt nicht mehr gut fand? Wir verschreiben uns dem Plot und können nur schwer aus einer Geschichte aussteigen, bevor sie sich selbst beendet. Cliffhanger verstärken diesen Effekt noch. Auch wenn wir es gar nicht spannend finden, wollen wir die Sache zu einem Ende bringen. Davon profitieren auch die Macher: Nicht immer muss der Inhalt wirklich überzeugend sein. Wenn wir einschalten, ist die Chance hoch, dass wir am Ball bleiben. Man denke dann an „Löwenzahn“ und die wichtige Aufforderung von Peter Lustig am Ende jeder seiner Sendungen: „Abschalten!“

Serien haben auch positive Aspekte

Serien sind aber nicht der Untergang des Abendlandes und sie werden uns auch nicht alle töten. Auf der positiven Seite lässt sich verbuchen, dass sie eine neue Art von Gemeinschaft erzeugen. Wir wollen über Serien sprechen, wir führen Rituale ein, um sie gemeinsam zu schauen und schließlich sind viele Serien in ihrer Qualität so gut, dass wir auch noch etwas lernen und auf höchstem Niveau unterhalten werden.

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