Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Serien
  3. Dr. Death
  4. Schrecklicher Unfall am Western-Set: Alec Baldwin erschießt versehentlich Kamerafrau

Schrecklicher Unfall am Western-Set: Alec Baldwin erschießt versehentlich Kamerafrau

Schrecklicher Unfall am Western-Set: Alec Baldwin erschießt versehentlich Kamerafrau
© Warner Bros.

Bei den Dreharbeiten zu einem Western kam es zum Unfall mit Todesfolge. Schauspieler Alec Baldwin soll die Requisitenwaffe abgefeuert haben.

Poster Dr. Death Staffel 1

Streaming bei:

Am Filmset des Westerns „Rust“ außerhalb von Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico ist es zu einem tragischen und tödlichen Unfall gekommen: Schauspieler und Produzent Alec Baldwin soll laut Santa Fe New Mexican (via Variety) während einer Probe Schüsse mit einem historischen Requisitenrevolver abgefeuert und dabei Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich sowie Regisseur und Drehbuchautor Joel Souza verletzt haben.

Das Drehteam befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf der Bonanza Creek Ranch. Hutchins wurde noch per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Albuquerque geflogen, wo die 42-Jährige für tot erklärt wurde. Souza kam per Krankenwagen in ein Krankenhaus in Santa Fe und soll laut Schauspielerin Frances Fisher, die ebenfalls in „Rust“ mitspielt, bereits wieder entlassen worden sein. Die Arbeit an dem Western, die Anfang Oktober begonnen hat und noch bis Anfang November hätten andauern sollen, wurde direkt abgebrochen. Augenzeugenberichten zufolge soll Baldwin, der bereits von Ermittler*innen zum Unfall befragt, aber nicht verhaftet wurde, aufgelöst gewirkt haben. Direkt nach den tödlichen Schüssen soll er zusammengebrochen sein und immer wieder gefragt haben, wieso ihm eine „hot gun“, also eine mit scharfer Munition geladene Waffe gereicht wurde. Über Instagram äußerte sich der Schauspieler zum tragischen Unfall und drückte seine tiefe Trauer und Anteilnahme aus:

„Es gibt keine Worte, um meinen Schock und meine Trauer über den tragischen Unfall auszudrücken, der das Leben von Halyna Hutschins, Ehefrau, Mutter und eine beliebte Kollegin von uns gefordert hat. Ich kooperiere vollumfänglich mit der Polizei, damit herausgefunden wird, wie diese Tragödie geschehen konnte und ich stehe in Kontakt mit ihrem Ehemann, biete ihm und seiner Familie meine Unterstützung an. Mein Herz ist gebrochen [und ich fühle] mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und all jenen, die Halyna gekannt und geliebt haben.“

Was ist am Set des Westerns „Rust“ geschehen?

Aufgrund des fatalen Hergangs des Unfalls mit einer Toten und einem Schwerverletzten kursieren bereits Gerüchte, wonach sich in der Revolvertrommel womöglich tatsächlich scharfe Munition befunden haben soll. Angeblich soll eine Kugel direkt durch Hutschins hindurchgegangen sein und in der Folge auch Regisseur Souza getroffen haben. Bestätigen konnten das die Ermittler*innen bislang nicht, man sei noch dabei, den Unfallhergang zu rekonstruieren, um auch herauszufinden, was für eine Art von Projektil abgefeuert wurde. Das örtliche Sheriff-Büro bezeichnet den Vorfall hingegen nicht etwa als Unfall, sondern als Schießerei.

Eigentlich gelten strenge Auflagen an einem Set, wenn es um den Einsatz von Waffen geht. In der Regel befindet sich ein lizenzierter Waffenmeister vor Ort, der Sorge dafür trägt, dass die Waffen stets kontrolliert, nur mit Platzpatronen geladen und ohne Mängel sind. Zudem werden bei bestimmten Einstellungen aus nächster Nähe sowie bei Kamerapositionen, in denen die Waffe direkt in Richtung Kamera feuern soll, Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die ein potenzielles Unfallrisiko minimieren sollen.

Doch Berichten zufolge (via L.A. Times) soll die Independent-Produktion von massiven Problemen geplagt worden sein. Crewmitglieder beschwerten sich angeblich über mangelnde Arbeitsbedingungen, auch mit der Sicherheit am Set – das Waffen-Handling wurde dabei explizit genannt – soll es wohl Probleme gegeben haben. Hutchins habe demnach noch vor dem tödlichen Unfall sichere Arbeitsbedingungen eingefordert. So soll es schon vor der Tragödie an genau dem gleichen Revolver zwei Fehlzündungen gegeben haben. Am Tag des Unfalls habe zudem die Kamera-Crew, allesamt Gewerkschaftsmitglieder, aus Protest das Set verlassen und wurde Angaben zufolge direkt von neuen, keiner Gewerkschaft zugehörigen Mitarbeiter*innen ersetzt. So harmonisch wie auf dem letzten von Hutchins über Instagram geteilten Gruppenfoto vom „Rust“-Set (Hutchins steht direkt rechts hinter Baldwin, Mitte) war es offenbar also nicht:

Darauf angesprochen, lässt die Produktionsfirma, Rust Movie Productions, per Statement wissen, dass die Sicherheit von Darsteller*innen und Crewmitgliedern an oberster Stelle stehe (via Deadline):

„Auch wenn uns keine offiziellen Beschwerden bezüglich Waffen- beziehungsweise Requisiten-Sicherheit am Set bekannt sind, werden wir eine interne Untersuchung vornehmen, während die Produktion stillsteht.“

Erinnerungen an Brandon Lees Tod am Set von „The Crow“ werden wach

Unter den zahlreichen Filmschaffenden und Stars, die ihre Anteilnahme ausgedrückt haben, kondolierte auch Shannon Lee, die im Namen ihres Vaters Bruce Lee und ihres Bruders Brandon Lee in sozialen Netzwerken schreibt:

„Unser Mitgefühl gilt der Familie von Halyna Hutschins und Joel Souza und allen, die in diesen Vorfall bei ‚Rust‘ involviert sind. Niemand sollte jemals an einem Filmset durch eine Waffe ums Leben kommen. Punkt.“

Der damals aufstrebende Jungschauspieler Brandon Lee wurde am 31. März 1993 bei den Dreharbeiten zum Rachethriller „The Crow“ aufgrund von unsachgemäßer Handhabung und einer daraus folgenden Verkettung unglücklicher Ereignisse von einer Kugel getroffen, als Schauspieler Michael Massee mit einer .44 Magnum auf ihn feuerte. Sie war zwar nur mit Platzpatronen geladen, aber in einer vorherigen Nahaufnahme griff man zu einer echten Kugel, die lediglich unschädlich gemacht wurde, indem die Treibladung entfernt wurde. Die Energie der Zündkapsel reichte jedoch aus, um die Kugel in den Lauf zu drücken. Als Massee dann die .44 Magnum mit Platzpatronen abfeuerte, wurde die Kugel zu einem tödlichen Geschoss für Brandon Lee.