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Die Wölfe: Dreiteiliges Doku-Drama zur Geschichte des geteilten Berlins.

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Kritikerrezensionen

  • Liebe und Verrat, Gewalt und Leidenschaft, Geschichte und Geschichten: Mit dem dreiteiligen Doku-Drama „Die Wölfe“ ist der ZDF-Redaktion Zeitgeschehen sowie den Brüdern Christoph (Buch) und Friedemann Fromm (Buch und Regie) etwas völlig Neues gelungen. Während frühere Versuche, Zeitgeschichte als Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm zu erzählen, immer in zwei Teile zerfielen, hat Fromm ganz auf eine synergetische Kombination gesetzt: Spielszenen und Doku-Material bilden eine harmonisch, organische Einheit. Die zeitgenössischen Aufnahmen sind so flüssig in die inszenierten Abschnitte integriert worden, dass man die Übergänge mitunter kaum wahrnimmt.

    Doch das ist nur die eine Seite dieses 270 Minuten langen Werks, das schon jetzt als einer der Höhepunkte dieses Fernsehjahrgangs gelten kann. Nicht minder fesselnd als die technische Meisterleistung ist die Geschichte selbst. Die Grundidee klingt einfach: Im Zentrum der Handlung stehen sechs Berliner, die von den Autoren durch die Jahrzehnte begleitet werden. Drei historische Ereignisse markieren dabei jeweils existenzielle Wendepunkte in ihrem Leben. Im ersten Film („Nichts kann uns trennen“) sind das Währungsreform und Luftbrücke, im zweiten („Zerbrochene Stadt“) der Mauerbau, der die Clique spaltet, im dritten („Hoffnung auf Glück“) die Öffnung der Grenzen, die sie wieder vereinigt.

    Größte Herausforderung neben der hochwertigen Realisation trotz überschaubaren Budgets und der Integration der dokumentarischen Bilder war ohne Frage die Komposition des Ensembles. Fromm musste ja nicht nur Schauspieler finden, die glaubhaft eine verschworene Gemeinschaft ergeben, die Darsteller sollten auch vertikal zusammen passen, zumal Teil eins die Ereignisse aus dem Jahr 1989 vorwegnimmt. Dass Barbara Auer, Axel Prahl und Matthias Brandt herausragende Schauspieler sind, ist bekannt, und auch Annett Renneberg, Florian Lukas und Florian Stetter (erst kürzlich beeindruckend als „Seewolf“-Gegenspieler), machen ihre Sache ausgezeichnet. Fast noch imposanter sind die Leistungen der von Fromm vorzüglich geführten jungen Generation.

    Über allem aber steht die Geschichte. Selbst wenn es all die anderen Vorzüge nicht gäbe: Sie allein wäre schon sehenswert. 1948 schwören die sechs jungen Berliner einander ewige Treue: „Nichts kann uns trennen. Nicht mal der Tod“. Sie nennen sich „die Wölfe“. Vor dem Hintergrund der zertrümmerten Metropole und der beginnenden Konfrontation zwischen Ost und West erlebt das Sextett (vier Jungs, zwei Mädchen) seine Abenteuer, wobei ihnen immer wieder eine rivalisierende Jugendbande in die Quere kommt. Schon jetzt beginnt, was die Gemeinschaft 13 Jahre später sprengen wird: nicht die Politik, sondern der Wettstreit des stillen Juden Jakob (Neel Fehler/Stetter/Brandt) und des zupackenden Bernd (Vincent Redetzki/Lukas/Prahl) um die schöne Lotte (Henriette Confurius/Renneberg/Auer). Nach der Schließung der Grenze organisiert Bernd 1961 für Jakob und Lotte die Flucht. Sie hat Glück, doch ihr Bruder (Constantin von Jascheroff) wird erschossen. Jakob überlebt zwar, muss fortan aber für die Staatssicherheit arbeiten. Damit ist der Weg fei für Silke (Stephanie Stappenbeck, später Johanna Gastdorf), die ihn schon immer angehimmelt hat. Der Kontakt zu den Wölfen im Westen bricht völlig ab. Fast drei Jahrzehnte später verlieben sich beim Urlaub in Ungarn ausgerechnet die Kinder (Florian David Fitz, Alma Leiberg) der beiden Paare ineinander. Von der gemeinsamen Vorgeschichte der Eltern wissen sie nichts, und das ist fatal, denn womöglich sind sie Halbgeschwister.

    Beim ZDF, hört man, soll es zwischen den Abteilungen etwas gegrummelt haben, weil sich die Redaktion Zeitgeschehen doch sehr weit in die Kompetenzen des Fernsehspiels vorgewagt hat. Auch dort aber wird man neidlos anerkennen müssen, welch großer Wurf allen Beteiligten gelungen ist. Ein Vergleich zu Bernardo Bertoluccis großem Werk „1900“ ist nicht vermessen. tpg.

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