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Amazon bat Peter Jackson um Hilfe für „Herr der Ringe“-Serie – und ghostete ihn dann

Amazon bat Peter Jackson um Hilfe für „Herr der Ringe“-Serie – und ghostete ihn dann
© Imago/Entertainment Pictures

Für „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ wollte Amazon erst die Hilfe von Peter Jackson. Aber kurz darauf hat das Studio den Filmemacher direkt geghostet.

Poster Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht

Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht

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Nein, Ghosting hat nicht direkt mit Geistern oder dergleichen zu tun. Der englische Begriff kam Anfang der 2000er-Jahre auf und bezog sich anfangs auf den plötzlichen und einseitigen Kontaktabbruch beim Dating und Kennenlernen, aber auch bei Freundschaften, wenn jemand wie ein Geist einfach aus dem Leben eines anderen verschwindet. Denn gerade in Zeiten sozialer Netzwerke lernt man Leute oft online kennen. Hier ist der abrupte Kontaktabbruch sehr viel häufiger zu verzeichnen. Mittlerweile wird Ghosting allgemeingültig angewandt, also etwa auch bei beruflichen Kontakten.

Und man möchte es kaum glauben, aber auch sehr einflussreiche und große Namen sind hin und wieder unter den Leidtragenden dieser unhöflichen Praktik. Das passierte erst jüngst ausgerechnet Peter Jackson. Der neuseeländische Filmemacher erlangte Weltruhm durch seine „Der Herr der Ringe“- und „Der Hobbit“-Trilogien basierend auf J.R.R. Tolkiens Fantasy-Klassikern. Er gilt trotz aller Zweifler*innen als Experte in Sachen Mittelerde. Da versteht es sich eigentlich von selbst, dass die Verantwortlichen bei Amazon Studios beim 60-Jährigen anklopfen, um sich professionellen Rat für ihr Mammutprojekt „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ zu holen, das ab dem 2. September 2022 über Amazon Prime Video zum Streamen verfügbar sein wird. Immerhin stehen hier fast 500 Millionen US-Dollar an Produktionskosten nur für die erste Staffel auf dem Spiel. Da dürfen keine Fehler gemacht werden.

Wie Jackson im Award Chatter Podcast von The Hollywood Reporter verriet, wurde er tatsächlich von Amazon Studios kontaktiert – und dabei blieb es auch:

„Sie fragten mich, ob ich dabei sein wolle – [Drehbuchautorin und Produzentin Fran Walsh] und ich – und ich sagte: ‚Das ist eine Frage, die ich unmöglich beantworten kann, ohne ein Drehbuch gesehen zu haben.‘ Also sagte sie: ‚Sobald wir die ersten Drehbücher haben, schicken wir sie Ihnen zu.‘ Und die Drehbücher kamen nie an. Das ist das Letzte, was ich gehört habe – was in Ordnung ist. Ich kann mich nicht beschweren.“

Jackson hatte bereits bei der „Hobbit“-Trilogie die Regie nur übernommen, weil der eigentlich dafür vorgesehene Regisseur Guillermo del Toro aus Zeitgründen das Projekt verlassen musste. Ursprünglich wollte Jackson hier nur als Produzent auftreten. Ein weiteres Mal allzu tief in die Materie einzutauchen, wäre ihm ohnehin nicht möglich gewesen, da sich Jackson aktuell auf weitere „Tim und Struppi“-Filme konzentriert. Als Berater*innen wären er und Walsh aber offenbar gern dabei gewesen.

Warum die Verantwortlichen bei Amazon sich nicht mehr bei Peter Jackson gemeldet haben, könnte mit den Nachlassverwalter*innen von Tolkien zu tun haben, die die gesamten Rechte an Tolkiens Werken innehaben. Wie bekannt ist, waren die Erb*innen gelinde gesagt nicht zufrieden mit Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmungen. Und es heißt, das sogenannte Tolkien Estate habe hinter dem Ghosting von Jackson gesteckt. In der Konsequenz mussten die Showrunner John D. Payne und Patrick McKay ohne Jacksons Rat auskommen. Und wie der Trailer zeigt, haben sie wahrscheinlich gute Arbeit geleistet.

„Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“: Peter Jackson freut sich auf die Serie

Nichtsdestotrotz freut sich Filmemacher Peter Jackson auf die kommende Fantasy-Serie, die er wie viele Millionen Fans schauen wird:

„Ich werde sie (die Serie, Anm. d. Red.) anschauen. Ich bin nicht der Typ, der [anderen] Böses wünscht. Das Filmemachen ist schwer genug. Wenn jemand einen guten Film oder eine gute Serie macht, ist das etwas, das man feiern sollte. Das Einzige, worauf ich mich freue, ist, sie als völlig neutraler Zuschauer zu sehen.“

Amazon hat übrigens bereits Stellung zu Jacksons Aussage bezogen:

„Um die Rechte für unsere Serie zu erwerben, mussten wir uns verpflichten, die Serie von den Filmen zu trennen und getrennt zu halten. Wir haben den größten Respekt vor Peter Jackson und den ‚Herr der Ringe‘-Filmen und sind glücklich, dass er sich auf ‚Die Ringe der Macht‘ freut.“

Jetzt müssen also nur noch die Fans glücklich werden. Und bis zum Start im September könnt ihr euch diesem Quiz widmen:

„Herr der Ringe“-Quiz: Wie gut kennt ihr Hobbits, Elben und Orks?

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