Das Verschwinden

  1. Ø 5
   2017
Das Verschwinden Poster

Handlung und Hintergrund

Das Verschwinden: Miniserie über eine Mutter auf der Suche nach ihrer verschwundenen Tochter.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Hans-Christian Schmids erste große Fernseharbeit ist ein auch über 360 Minuten fesselndes Drama über die verzweifelte Suche einer Mutter nach ihrer Tochter.

    Wenn sich eine sechs Stunden lange Geschichte in einem Satz zusammenfassen lässt und der Titel das perfekte Destillat der Handlung ist: Dann liegt die Vermutung nahe, dass Hans-Christian Schmid aus seiner Miniserie „Das Verschwinden“ auch einen Fernsehfilm hätte machen können. Tatsächlich ist es aber gerade die ausufernde Länge, die den Reiz des Mehrteilers ausmacht.

    Schmidt erzählt in seiner ersten großen Fernseharbeit die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter (Julia Jentsch), die in einer bayerischen Kleinstadt an der tschechischen Grenze mit wachsender Verzweiflung nach ihrer wie vom Erdboden verschluckten erwachsenen Tochter Janine sucht. Der Regisseur und sein vertrauter Koautor Bernd Lange nutzen die Zeit, um ihre Charaktere mit einer Sorgfalt zu entwerfen, wie dies in einem Fernsehfilm niemals möglich wäre. Natürlich endet jede Folge mit einem gemeinen Cliffhanger; aber solche Reize verpuffen erfahrungsgemäß recht schnell, wenn die Fortsetzung nicht hält, was der dramaturgische Kniff verspricht. Tatsächlich sind es die Figuren, die den für solche Miniserien vielzitierten lebenswichtigen Sog herstellen. Das Drehbuch setzt dabei nicht nur auf die zwar wirkungsvolle, aber auch schlichte Variante, dass praktisch jeder der Beteiligten etwas zu verbergen hat; viel entscheidender sind die Entwicklungen, die sämtliche Figuren durchmachen. Ganz abgesehen von dieser individuellen Komplexität hätte schon die schiere Menge an handelnden Personen eine straffere Erzählweise kaum möglich gemacht, denn sämtliche Mitglieder des gut zwanzigköpfigen Ensembles sind für die Geschichte unverzichtbar. Faszinierender noch als die zunächst gar nicht so kompliziert wirkende Handlung, die mit jeder Antwort wieder neue Fragen aufwirft, ist das Beziehungsgeflecht, das Lange und Schmid entwerfen: weil sich Menschen, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, sehr gut kennen; und mitunter mehr als das. Auch dies führt dazu, dass die Personen in einem immer wieder neuen Licht erscheinen: Aus anderer Perspektive betrachtet spielen sie plötzlich auch eine ganz andere Rolle.

    Der Stoff, aus dem in „Das Verschwinden“ die Träume sind, ist Crystal Meth, das in großen Mengen in Tschechien hergestellt und über die offene Grenze geschmuggelt wird. Janine und ihre beiden Freundinnen hatten auf ein schnelles Geld gehofft und einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, nun zahlen alle drei nacheinander die Quittung; das ist der Krimianteil der Geschichte, bei deren Umsetzung Schmid, ohnehin alles andere als ein effekthascherischer Regisseur, allerdings komplett auf die üblichen Krimielemente verzichtet. Es gibt keine Verfolgungsjagden oder andere Action-Elemente, nicht mal Sex. „Das Verschwinden“ ist kein Film für die Sinne, sondern ein gerade von den jungen Schauspielern bemerkenswert gut gespieltes Krimidrama für den Kopf. TPG.

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