Die Mini-Serie „Chernobyl“ über die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl in der Ukraine begeisterte im Juni 2019 viele Zuschauer. Derzeit sorgt sie allerdings auch für einen Trend, der Anlass zur Sorge bietet.

32 Jahre nach dem Reaktorunglück in der Ukraine hat der Amerikaner Craig Mazin eine Mini-Serie über die Katastrophe gedreht, die sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern mit Lob überschüttet wurde. Doch vielen Fans reicht es nicht, die Ereignisse von damals auf dem Bildschirm Revue passieren zu lassen. Wie Der Spiegel berichtet, ist der Tourismus in der Region der heutigen Geisterstadt Prypjat nach Ausstrahlung der Serie um bis zu 40 Prozent gestiegen. Dabei kam es zu einigen unschönen Situationen, denn manch ein Besucher scheint sich nicht im Klaren darüber zu sein, an welchem Ort er sich da befindet.

Auf sozialen Netzwerken machen gerade Bilder die Runde, auf denen Besucher in den Ruinen posieren und sich selbst in Szene setzen. Eine Instagram-Nutzerin hat gar ein Bild von sich in Unterwäsche ins Netz gestellt, fotografiert an dem Ort, an dem einst Menschen einen qualvollen Tod starben. Entsprechend mahnt „Chernobyl“-Serienschöpfer einen respektvollen Umgang vor Ort an. Besucher sollen sich bewusst machen, dass sie einen Ort besuchen, an dem einst Schreckliches passierte.

Mehr Informationen über die Hintergründe der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl sowie ihre mediale Aufarbeitung findet ihr hier:

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„Chernobyl“: 17 Hintergründe & Fakten zur Serie – brutaler als jede Fiktion

Tourismus kann der Region generell nützlich sein

Manche Leser wundern sich vielleicht über den ersten Teil des Tweets von Craig Mazin. Darin schreibt er, dass es wundervoll sei, dass seine Serie so viele Menschen dazu inspiriere, das Sperrgebiet zu besuchen. Seine Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen den Tourismus in Prypjat, sondern gegen das Verhalten Einzelner. Das ist nachzuvollziehen, zumal die Besucher dafür sorgen, dass Geld in die gebeutelte Region gespült wird, welches für dringende Investitionen benötigt wird. Tatsächlich sind dekontaminierte Abschnitte Prypjats bereits seit 2011 für den Tourismus geöffnet. Der Besuch erfolgt aber dennoch auf eigene Gefahr.

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