„Charité“ Staffel 2 kommt erst 2019 mit neuer Regie – Medizin in Zeiten des NS

Kristina Kielblock  

Durchschnittlich fast 8 Millionen Zuschauer konnte die historische Serie „Charité“ in der ARD erreichen. Entsprechend hat der Sender auch gleich eine zweite Staffel bestellt, aber wir müssen uns trotzdem noch etwas gedulden. 

Nach dem Serienfinale ist es tröstlich zu wissen, dass Volker Herres, der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens, sich bereits zu einer zweiten Staffel von „Charité“ positiv geäußert hat. Neue Folgen der historischen Drama-Serie, die unter der Regie von Sönke Wortmann entstanden ist, sind geplant. Allerdings hat die Geschichte um Virchow, Koch und die anderen Mediziner an der Charité ihr Ende gefunden. Wer die erste Staffel noch einmal sehen möchte, kann dies bei Netflix im Stream tun.

Die Fortsetzung erzählt Geschichten aus dem berühmten Krankenhaus in der Zeit des Nationalsozialismus. Die neuen Folgen kommen aber erst 2019 ins deutsche Fernsehen, denn die Sendeplätze sind für 2018 alle schon vergeben.

Sönke Wortmann hatte verkündet, die Regie aus Zeitgründen nicht mehr übernehmen zu wollen. Seinen Posten hat für die zweite Staffel Anno Saul übernommen.

Charité Staffel 2: Die Medizin in Zeiten des Nationalsozialismus

Viel ist natürlich über die zweite Staffel noch nicht bekannt. Fest steht aber, dass die historische Handlung im berühmten Berliner Krankenhaus in die Zeit des Nationalsozialismus gelegt wird. Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel starteten am 04. Dezember 2017. Die Staffel wird wieder sechs Folgen mit 45 Minuten Länge umfassen und sollte eigentlich im Frühling 2018 veröffentlicht werden, was sich nun nach hinten verschiebt. In den Hauptrollen spielen Ulrich Noethen, Mala Emde, Jannik Schümann, Frida-Lovisa Hamann, Jacob Matschenz und andere.

Nachdem die erste Staffel „Charité“ im Jahre 1888 in der Zeit des Kaiserreichs spielt, rückt die Fortsetzung die Medizin in den Zeiten der nationalsozialistischen Herrschaft in den Mittelpunkt. In diesen düsteren Zeiten hat sich auch die Medizin der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht – einige Relikte aus dieser Zeit lagern immer noch in der Charité in Berlin und können auch teilweise besichtigt werden. Die Aufarbeitung dieser Geschichte ist ebenso spannend wie komplex und die Drehbuchautoren haben eine anspruchsvolle Aufgabe vor sich. In der neuen Staffel steht dann nicht mehr Hilfsschwester Ida im Mittelpunkt, sondern die angehende Ärztin Anni.

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Historischer Hintergrund der zweiten Staffel

  • Die erste Staffel arbeitete mit berühmten Medizinern wie Robert Koch, die an der Charité tätig waren.
  • In der zweiten Staffel „Charité“ könnte sich die Geschichte unter anderem um Ferdinand Sauerbruch drehen, einer der bedeutendsten Chirurgen des 20. Jahrhunderts.
  • Dieser hatte sich zunächst zum Nationalsozialismus bekannt, später aber deutlich gegen das NS-Euthanasie-Programm protestiert, das die Nazis 1939 installierten.
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Die Zentrale dieses Programms, bei dem es um die Vernichtung sogenannten „unwerten Lebens“ ging, befand sich in Berlin, in der Tiergartenstraße 4. Die Aktion „T 4“ wurde zunächst in Heilanstalten wie Hadamar und Grafeneck mit Gift und Injektionen durchgeführt, später folgten massenhafte Tötungen in Gaskammern. Beim Ärzteprozess in Nürnberg ging die Staatsanwaltschaft von insgesamt 275.000 ermordeten Menschen aus.

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